• Strom etwas leichter, CO2 behauptet und Gas mit Aufschlägen
  • Erdgaspreise mit einigen Aufschlägen
  • Jenas neues Umspannwerk bekommt Schaltzellen
  • Uniper schwebt "Green Wilhelmshaven" vor
  • Netzbetreiber starten Vorstoß für standardisierte Offshore-Netze
  • 50 Hertz legt 500 Mio. Euro Anleihe auf
  • Norddeutsches Reallabor investiert 300 Mio. Euro in Wasserstoffintegration
  • Danske Commodities kommt gut durch das erste Corona-Jahr
  • HGÜ-Technik geht in die Cloud
  • Erdgas Schwaben übernimmt Maxenergy
Enerige & Management > Stromnetz - 50 Hertz will Erneuerbare pushen
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
50 Hertz will Erneuerbare pushen
Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz will in seiner Regelzone schon bis 2032 eine vollständig regenerative Stromversorgung ermöglichen.
 
Als Treiber der Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien sieht sich der Übertragungsnetzbetreiber „50Hertz Transmission GmbH“. Das Unternehmen will sich dafür engagieren, dass bis 2032 die gesamte Stromnachfrage in seinem Netzgebiet übers Jahr gerechnet aus erneuerbarer Erzeugung gedeckt werden kann.

Im vergangenen Jahr war dies – zumindest rechnerisch-bilanziell – bereits zu 60 % möglich. Als eigene Aufgabe sieht 50 Hertz vor allem, den regenerativen Strom in das Netz und das Energieversorgungssystem zu integrieren. „Wir wollen der Enabler sein“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der 50-Hertz-Geschäftsführung, bei der Vorstellung der klima- und industriepolitischen Initiative unter dem Motto „Von 60 auf 100 bis 2032 – für eine Wirtschaft mit Zukunft”. Er betonte besonders den industriepolitischen Ansatz.

Immer mehr Unternehmen – Kapferer nannte den Autobauer Tesla, den Chemiekonzern BASF, die Stahl- und die Zementindustrie – wüssten, dass die Zukunft den Erneuerbaren gehöre und wollten ihre Energieversorgung darauf ausrichten. „Wir wollen die Industrie bei der Dekarbonisierung unterstützen.“ 
50 Hertz werde seine Strategie auf dieses Ziel ausrichten und das gesamte Know-how für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb einsetzen. Dazu gehörten neue Ansätze in der Systemführung, eine konsequente Digitalisierung der Integration des zunehmend volatilen Stromangebotes sowie die Beteiligung an innovativen Modellen der Sektorkopplung zur Erzeugung von Wärme und Wasserstoff aus grünem Strom.

Wer ein vollständig erneuerbares System steuern könne, habe künftig die Nase vorn. Power-to-Gas-Anlagen selbst bauen oder betreiben, wie andere Übertragungsnetzbetreiber, will Kapferer indes nicht.

Neue Ansätze in der Systemführung und Digitalisierung

Wind- und Solarenergie müssten künftig auch Systemdienstleistungen erbringen können, so der Geschäftsführer weiter. „Diesen Übergang wollen wir entschlossen voranbringen und – das ist neu – beschleunigen.“ Zusätzliche Stromübertragungsverbindungen hält er nicht für nötig. Wie geplant würden aber mit dem Nord-Süd-Transportkabel Südostlink bereits Leerrohre für eine spätere Aufrüstung verlegt. Das Unternehmen will bis 2030 etwa 8 Mrd. Euro investieren.

Um das 100-%-Ziel bis zum Jahr 2032 zu erreichen, sind nach Auffassung Kapferers aber auch „erhebliche Anstrengungen“ für den Ausbau der Erneuerbaren im 50-Hertz-Netzgebiet notwendig. Bei Photovoltaik sieht er gute Möglichkeiten, die im Netzentwicklungsplan vorgesehenen 14.000 MW zu schaffen. Für 5.000 MW lägen bereits Anschlussanfragen vor.

Bei Onshore-Wind genüge der zuletzt erreichte Zubau von 500 MW pro Jahr nicht, um ans Ziel zu kommen. „Da müssen wir noch zulegen“, so Kapferer. Potenziale für den Ausbau der Offshore-Windkraft sieht der Geschäftsführer vor allem vor der Halbinsel Darß und vor der Insel Rügen in der Ostsee. Für die „oft komplexen Prozesse der Öffentlichkeitsbeteiligung“ bei der Erschließung von Flächen für Windkraftanlagen biete 50 Hertz an, eigene langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet beim Netzausbau einzubringen.

Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung im Netzgebiet von 50 Hertz, das die Flächenländer im Osten Deutschlands sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg umfasst, war in der vergangenen Dekade deutlich vorangekommen. Im Jahr 2019 waren in dieser Regelzone etwa 34.000 MW erneuerbare Erzeugungsleistung am Netz, darunter knapp 19.000 MW Offshore- und rund 1.000 MW Onshore-Windkraft, 1.900 MW Biomasse sowie gut 12. 000 MW Photovoltaik.

Diese Kapazitäten müssten nach Angaben Kapferers auf rund 64.000 MW verdoppelt werden, um bis 2032 das bilanzielle 100-%-Ziel zu erreichen. Er rechnet damit, dass der Stromverbrauch in der 50-Hertz-Regelzone bis dahin von zuletzt knapp 100 auf rund 112 Mrd. kWh klettert.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 02.07.2020, 15:52 Uhr