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ALTERNATIVE KRAFTSTOFFE:
Biodiesel ab heute teurer
Ab dem 1. August wird reiner Biodiesel mit 9 Cent/l besteuert. Probleme könnte das vor allem den kleinen und mittelständischen Herstellern bereiten.
 
„Die Steuerbefreiung hat in der Vergangenheit ihre Wirkung gezeigt“, betont Dr. Karin Retzlaff, Vize-Geschäftsführerin des Verbandes deutscher Biodiesel-Hersteller (VDB) auf Anfrage von powernews.org. Nachdem der Biodiesel-Absatz 2004 bundesweit um 45 % gesteigert werden konnte, legte er 2005 nochmals um 67 % zu. Vor diesem Hintergrund investierte die Branche in den Ausbau der Kapazitäten. Bis zum Ende dieses Jahres soll die Jahreskapazität der deutschen Biodiesel-Raffinerien bei insgesamt rund 3 Mio. t liegen - eine Steigerung von 30 % gegenüber dem Vorjahr.

„Dass die Besteuerung kommen würde war uns klar“, so Retzlaff weiter. In Stufen von 6 Cent wird die Biodiesel-Steuer ab 2008 jedes Jahr bis 2011 erhöht. 2012 soll der Steuersatz für Biodiesel schließlich bei 45 Cent/l liegen, beschloss der Finanzausschuss des Bundestages am 28. Juni.

Die VDB-Vize-Chefin befürchtet nun, dass „ab 2008 kleinere und mittelständische Hersteller in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können“. Nur Produktionsanlagen im industriellen Maßstab mit einer Jahreskapazität bis zu 500 000 t könnten es sich leisten, nur einen Teil der Besteuerung an die Kunden weiterzugeben.

Die BioMa Energie AG, die in der bayerischen Gemeinde Tacherting über 200 Mio. Euro in die Produktion von Biodiesel, Bioethanol und Pflanzenöl investieren will, hat ihre Baupläne bereits im Vorfeld der Steuer-Diskussion überarbeitet. „Biosprit war bislang ein sehr lukratives Geschäft. Wir hatten ursprünglich geplant, jährlich 100 000 Tonnen Biodiesel und 50 000 Tonnen Bioethanol zu produzieren“, sagte BioMa-Vorstandsvorsitzende Karl Fiedler gegenüber powernews.org. Mit Blick auf die gesetzlichen Änderungen habe man jedoch zum Jahreswechsel beschlossen, die Biodiesel-Produktion auf lediglich 50 000 t auszulegen und im Gegenzug die Bioethanol-Kapazität auf 120 000 t zu erhöhen.

Gemäß dem Energiesteuergesetz, dass am 7. Juli den Bundesrat passierte, bleibt reines Pflanzenöl in diesem und im kommenden Jahr noch von der Steuer befreit. Ab 2008 wird Pflanzenöl mit 10 Cent/l besteuert, 2009 und 2010 folgen Steigerungsraten von jährlich 8 Cent/l. Von 2011 bis 2012 erhöht sich die Besteuerung dann von 33 Cent/l auf 45 Cent/l. Bioethanol und synthetische Kraftstoffe werden hingegen noch bis 2015 steuerlich gefördert. Die in der Land- und Forstwirtschaft verwendeten reinen Biokraftstoffe bleiben entgegen den Plänen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) weiterhin steuerfrei.

Voll besteuert werden hingegen ab dem nächsten Jahr Biokraftstoffe mit fossiler Beimischung. Die Beimischungsquote für Benzin liegt bis 2009 bei 2 % bezogen auf den Energiegehalt (die volumetrische Beimischung beträgt dann 3,3 %). Ab 2010 soll die Quote schließlich auf 3 % steigen (5 % vol). Herkömmlichem Diesel müssen die Mineralölkonzerne ab 2007 einen Anteil von 4,4 % Biodiesel (5 % vol) beimengen.

 
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Dienstag, 01.08.2006, 16:37 Uhr