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HANDEL:
Braucht Deutschland eine Gasbörse?
Für die Etablierung einer Gasbörse in Deutschland gibt es gute Gründe, aber es ist nicht zu erwarten, dass sie bald kommt. So lautete das Fazit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Braucht Deutschland eine Gasbörse?“, zu der die Leipziger European Energy Exchange (EEX) am 21. April nach Frankfurt geladen hatte.
 
Dr. Hans-Bernd Menzel, der Vorsitzende des Vorstands der EEX, brachte es auf den Punkt: Die Gaspreise in Deutschland könnten sowohl für Industrieverbraucher als auch für Privathaushalte erheblich niedriger sein, wenn die Ölpreisbindung aufgehoben und mehr Wettbewerb möglich sein würde. Die Chancen, dass bald eine Gasbörse in Deutschland geschaffen wird, beurteilt Menzel allerdings eher zurückhaltend: Er habe seinen Geschäftsplan für die EEX bis zum Jahr 2010 bereits festgeschrieben „und da ist Gas nicht vorgesehen“, sagte er. Wilfried Köplin, Leiter Konzern-Energiewirtschaft der Bayer Industry Services GmbH & Co. OHG, ist ähnlich skeptisch. „Wir könnten in drei Jahren eine Gasbörse haben, werden es aber nicht“, erklärte er. Als Gründe dafür führt er an, es gebe noch keine kostenorientierten Preise und es sei nicht gewährleistet, dass einem Abnehmer, der seinen Lieferanten wechseln will, seitens des Netzbetreibers die benötigte Transportkapazität gewährleistet wird. „Hier muss das Energiewirtschaftsgesetz noch nachgebessert werden“, forderte er.

Klaus-Dieter Barbknecht, Direktor Portfoliomanagement der VNG Verbundnetz Gas AG in Leipzig, sah ebenfalls Nachbesserungs- und Kooperationsbedarf. Die Vertragsfreiheit müsse gewährleistet und sichergestellt werden, dass die Existenz einer Gasbörse, die im höchsten Fall knapp als 10 % des Marktes abdecken könne, die Versorgungssicherheit der restlichen 90 % nicht gefährde. „Wir dürfen nicht der Spekulation um der Spekulation willen Vorschub leisten“, lautete seine Einschätzung. Karsten Weigmann, Leiter der Task-Force Gas der EFET Deutschland und Senior Advisor Regulatory Affairs, vertrat die Ansicht, dass es im Gasmarkt an Transparenz mangele. Eine Gasbörse könnte hier zumindest zum Teil Abhilfe schaffen. „Warum muss sich der Gaspreis von der Grenze bis zum Kunden vervierfachen?“, fragte Weigmann und fügte an, dass Handelsplätze an den Grenzen und der Marktzugang für neue Anbieter dieses Problem lösen könnten. Immerhin handele es sich, so schätzt Weigmann, um ein Marktvolumen von 3 bis 4 Mrd. Euro pro Jahr. Seiner Ansicht nach fehlt für die Schaffung einer deutschen Gasbörse nicht das Geld, sondern die „Kooperation der Etablierten“. Menzel konterte: „Die Kosten/Einnahmen-Relation stimmt bisher einfach nicht. Wir beschäftigen uns mit dem Thema, aber es hat für uns keine Priorität.“ Schließlich genüge es nicht, die Institution einer Gasbörse zu etablieren, sondern es müsse auch eine akzeptable Liquidität des Marktes gewährleistet sein.


 
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Freitag, 22.04.2005, 10:56 Uhr