• Strom, CO2 und Gas notieren fester
  • Hermann Albers weiterhin BWE-Präsident
  • Vollmundige Versprechen ohne Taten
  • Kritik an Berliner Vorschrift für Kartenlesegeräte an Ladestationen
  • Uniper Q1: Höhere Prognose angekündigt
  • Energiebranche soll Hauptlast der neuen Klimaschutzziele tragen
  • Software-Tool errechnet Wechselwirkungen
  • Merkel ruft zu weltweitem Emissionshandelssystem auf
  • Millionenförderung für Mittelstandsprojekt
  • Supercomputer kühlt sich selbst mit Wärme
Enerige & Management > Windkraft Onshore - Ein Windjahr voller Rekorde
Bild: Wirepec / Fotolia
WINDKRAFT ONSHORE:
Ein Windjahr voller Rekorde
Eine kleine Analyse vieler Windkraftzahlen für das zurückliegende Jahr, die zeigt, dass 2017 ein besonderes Jahr für die heimische Windbranche gewesen ist.
 
Auf das vergangene Jahr wird die heimische Windbranche lange und gern zurückblicken: 2017 purzelten so einige Rekorde, angefangen beim Gesamtausbau über Spitzenwerte in einzelnen Bundesländern bis zur − auch nicht unwichtig − produzierten Windstrommenge.

Dass an Land mit einem Bruttozubau von 5 333 MW der bisherige Rekordwert von 4 750 MW aus dem Jahr 2014 übertroffen werden würde, hatte sich bereits im Spätherbst nach den Auswertungen des bei der Bundesnetzagentur geführten Anlagenregisters angedeutet. Hätten die Windturbinenhersteller nicht reichlich Verdruss mit fehlenden Genehmigungen für die notwendigen Schwerlasttransporte oder mit einer beschränkten Zahl von Spezialkränen gehabt, der Ausbau hätte leicht noch um einige MW höher ausfallen können.

So ist absehbar, dass eine Reihe dieser verzögerten Projekte bis Ostern ans Netz gehen wird. „Wir werden im ersten Quartal einen sehr hohen Zubau sehen“, prognostiziert Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE). Vor allem im ersten Halbjahr werden nach seiner Einschätzung dann auch noch die Windturbinen gebaut, die bis Ende 2016 eine Baugenehmigung nach den alten EEG-Regularien und -Vergütungssätzen erhalten haben. Die Frage ist, was kommt danach.

Dass die Zubauzahlen runtergehen, ist bereits in Beton gemeißelt. Deshalb sollten sich Bundesländer wie Niedersachsen (1 436 MW), Nordrhein-Westfalen (870 MW) oder Baden-Württemberg (401 MW) über ihre im vergangenen Jahr erreichten Spitzenwerte beim Windkraftausbau freuen.

Wie sehr die politischen Rahmenbedingungen – unabhängig von Ausschreibungen und dem von der schwarz-roten Bundesregierung beschlossen Ausbaudeckel – den Windkraftausbau beeinflussen, zeigte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten in Schleswig-Holstein. Die Hängepartie um die seit mehr als zwei Jahren fehlende Überarbeitung der Regionalpläne ließ die neu installierte Leistung auf 552 MW sinken, 2014 lag die neue Kapazität noch bei über 1 303 MW.

Dennoch gehört Schleswig-Holstein neben Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu den drei Bundesländern mit dem höchsten Windkraftausbau im Jahr 2017. Auf dieses Trio entfiel mehr als die Hälfte der letztjährig neu installierten Leistung, das heißt, mau sieht es deshalb eher in den südlichen Regionen aus.

Dennoch sieht BWE-Präsident Albers keinen Grund, regionale Quoten für die nächsten Ausschreibungsrunden einzuführen: „Wir sollten stattdessen lieber darüber nachdenken, beim Referenzertragsmodell wieder 60-Prozent-Standorte zu berücksichtigen.“ Damit hätten auch weniger windreiche Standorte eine Chance auf einen Zuschlag.

Repowering-Potenziale noch nicht ausgeschöpft

Auffällig an der Windstatistik 2017 ist der mit einer Leistung von gut 952 MW recht hohe Anteil von Repowering-Vorhaben am Zubau, knapp ein Fünftel der neu installierten Leistung entfiel auf den Austausch älterer Anlagen. Damit ist für Henning Krix, bei Vestas Deutschland mit für das Repowering-Geschäft zuständig, noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: „Wir sehen derzeit am Markt durchaus ein Zögern der Betreiber und Eigentümer. Dies ist sicher auch der gewachsenen Unsicherheit geschuldet, was für eine Vergütung sie zu erwarten haben.“

Viele Betreiber und Eigentümer seien daher bestrebt, ihre Bestandsanlagen möglichst lange laufen zu lassen. „Dies führt aber zu einer zeitlichen Verlagerung eines möglichen Repowering-Vorhabens.“ Deshalb erwartet Krix eine richtige Repowering-Welle erst für die Jahre 2020 und 2021: „Zu dieser Zeit wird eine Vielzahl von Altanlagen aus der EEG-Vergütung fallen, wobei sich nach unserer Einschätzung bei den wenigsten Projekten ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb lohnen wird.“

Im vergangenen Jahr erzeugte die Windenergie erstmals dank des erhöhten Anlagenbestands sowie wirklich windreicher Wochen im Oktober und Dezember mehr als 100 Mrd. kWh. Damit ist die Windenergie hierzulande nach der Braunkohle die zweitwichtigste Stromquelle. Neben den neuen 5 333 MW an Land haben dazu auch die neu in Betrieb genommen 1 250 MW auf See beigetragen. Europaweit dürfte es nach den bislang vorliegenden Zahlen in keinem anderen Land einen höheren Offshore-Windzubau gegeben haben.

Mit zusammen knapp 6 600 MW Windleistung an Land und auf See hat Deutschland im vergangenen Jahr eine weitere Rekordmarke im Windsektor erlebt. Bis dieser neue Spitzenwert getoppt wird, werden wohl mehrere Jahre ins Land gehen. Deshalb kommt so wenig Freude über das Windrekordjahr 2017 auf.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 02.02.2018, 10:47 Uhr