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Enerige & Management > Bilanz - Enercity plant Kohleausstieg bis 2030
Bild: alexmat46, Fotolia
BILANZ:
Enercity plant Kohleausstieg bis 2030
Die Hannoveraner Enercity setzt verstärkt auf erneuerbare Energien und will den Kohleausstieg beschleunigen. Das geht aus der Halbjahresbilanz hervor.
 
Im ersten Halbjahr 2020 hat Enercity den Umsatz auf 1,9 Mrd. Euro gesteigert. Für das Gesamtjahr 2019 wird er mit 3,1 Mrd. Euro angegeben. Wie es in einer Unternehmensmitteilung weiter heißt, will man sich in Zukunft verstärkt der Entwicklung neuer Dienstleistungen und Kundenlösungen widmen. Als zentrale Strategiepfeiler werden der Ausbau der Erneuerbaren und die Wärmewende sowie der vorzeitige Kohleausstieg genannt.

Erneuerbare Energieträger haben bei Enercity im ersten Halbjahr 2020 verstärkt zur Strom- und Wärmeerzeugung beigetragen. Die grüne Stromerzeugung hat um 2,6 % auf 671 Mio. kWh, die Wärmeerzeugung um 4,7 % auf 245 Mio. kWh zugelegt. Mittlerweile beträgt der Anteil aus Erneuerbaren beim Strom 40 %, bei der Wärmeerzeugung 15,4 %.

Ab 2023 möchte Enercity bis zu 130.000 Tonnen Klärschlamm in der neuen Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) in Hannover entsorgen und überschüssige Wärme ins Fernwärmenetz einspeisen. Der Baustart ist für November 2020 geplant, die Kosten werden mit rund 60 Mio. Euro veranschlagt. Seit Januar koppelt Enercity bereits Wärme aus der Müllverwertungsanlage aus.

Weiterer Zuwachs bei der Windenergie

Geplant ist auch, den Windpark Jeetze in Sachsen-Anhalt zu vergrößern: Dafür werden sechs neue Anlagen mit 7,2 MW installiert. Zudem ist im brandenburgischen Klettwitz ein weiterer Ausbau vorgesehen. Dort hatte das Unternehmen mit einem Investment von rund 45 Mio. Euro bereits zehn Windenergieanlagen mit insgesamt 33 MW und 92 Mio. kWh/Jahr im ehemaligen Braunkohle-Tagebaugebiet errichtet. Bis 2035 plant der Konzern eine Erzeugungsleistung von insgesamt 1.300 MW.

Beim Thema Elektromobilität konnte Enercity gemeinsam mit der Tochtergesellschaft „wallbe“ den Discounter Aldi Süd als wichtigen Handelsketten-Kunden gewinnen. Vorgesehen sind allein für 2020 rund 200 E-Ladestationen auf den Parkplätzen des Discounters.

Bis spätestens 2030 will der Energiedienstleister aus der Kohlekraft aussteigen, acht Jahre vor Gesetzesfrist und ohne übergangsweise auf Erdgas umzusatteln. Stattdessen hat man nachhaltige Erzeugungsalternativen im Blick. Die umfassen die Verwertung von Industrieabwärme, Altholz, Abfall, Klärschlamm oder den Einsatz von Großwärmepumpen.

„Wenn schon Wandel, dann richtig“, sagte Enercity-Chefin Susanna Zapreva anlässlich der Vorstellung der Pläne im Rahmen des Halbjahrespressegesprächs. „Wir haben uns für die Entscheidung des Kohleausstiegspfads viel Zeit genommen und zahlreiche Szenarien durchgespielt. Jetzt steht der Plan und wir freuen uns auf zügige Umsetzung“, so Zapreva. Das Unternehmen investiere rund 500 Mio. Euro in das Vorhaben.

Massive CO2-Einsparungen geplant

Geplant ist, dass der Ausstieg aus dem fossilen Brennstoff und der damit verbundene intensivierte Einstieg in erneuerbare Energien in mehreren Schritten erfolgt. Das 1989 in Betrieb genommene Kohlekraftwerk (Gemeinschaftskraftwerk Hannover, GKH) im Stadtteil Stöcken soll in zwei Etappen vom Netz gehen: der erste der beiden Kraftwerksblöcke im Jahr 2025, der zweite 2030. „Wir wollten eine Lösung, die technisch robust, finanziell tragbar, ökologisch nachhaltig und gesellschaftlich akzeptiert ist“, sagte Zapreva.

Bis 2030 will man den Anteil erneuerbaren Stroms auf 80 % und den Anteil erneuerbarer Wärme auf 75 % steigern – fünf Jahre früher als zunächst vorgesehen. So spart Enercity ab 2030 jährlich rund 1,7 Mio. Tonnen CO2 ein, das ist ein Rückgang um 90 % zum heutigen Stand.

Das Ziel, das Ergebnis und die Kundenanzahl im Vergleich zu 2016 zu verdoppeln, bleibt nach Angaben des Unternehmens bestehen. Man sieht sich dabei gut auf Kurs, wie es im Halbjahresbericht heißt: Der Umsatz wurde seit 2016 um 63 % und das Ergebnis um 46 % gesteigert.
 

 
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Montag, 28.09.2020, 16:46 Uhr