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MOBILITÄT:
Erste Inspektion für Elektroautos
Aktuelle Entwicklungen im Bereich Elektromobilität erläutern Jörg Effmann und Thomas Börger*.
 

Elektroautos können Mobilität klimafreundlicher machen. Die Bundesregierung will deshalb bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bringen. Dafür wurden bislang 500 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket II für Forschung und Entwicklung sowie für acht Modellregionen zur Verfügung gestellt.

Zudem wurde 2009 die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ins Leben gerufen, die Vertreter von Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Gesellschaft versammelt. Das Gremium hat sich das Ziel gesetzt, Deutschland bis 2020 zum Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln.

Dazu gehört ein intelligentes Energiesystem, in dem frühzeitig die Voraussetzungen für die Integration von Strom aus regenerativen Energien geschaffen werden sollen. Die deutsche Industrie will von 2012 bis 2014 bis zu 17 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung rund um die Elektromobilität investieren. Zusätzlich möchte die Bundesregierung 2012 und 2013 jeweils 1 Mrd. Euro für Fördermaßnahmen bereitstellen.

Die Automobilindustrie fordert bereits zusätzliche Anreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen. Denkbar wären Steuererleichterungen, Kaufprämien oder nicht-monetäre Anreize wie eine Bevorzugung beim Parken. Derzeit scheint die Bundesregierung allerdings nicht bereit zu sein, weiteres Geld zur Verfügung zu stellen.

Der Verbreitung von Elektrofahrzeugen stehen aktuell wesentliche Fakten entgegen: Die Anschaffungskosten liegen noch weit über denen vergleichbarer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die Reichweiten sind gering und es fehlt eine flächendeckende Ladeinfrastruktur.

Teure Batterien mit geringer Speicherleistung

Die hohen Anschaffungskosten sind vor allem auf Kleinserienfertigung und teure Batterien zurückzuführen, die im Moment noch etwa 700 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität kosten. Für 24 kWh Ladekapazität ergibt das einen Preis von fast 17 000 Euro. Dem gegenüber stehen geringere Betriebsausgaben durch Steuervergünstigungen und geringere Kosten für Strom gegenüber Benzin.

Über vier Jahre und eine Laufleistung von 15 000 km/a gerechnet kommt man mit einem Elektroauto auf Mehrkosten von über 10 000 Euro. Experten erwarten, dass der Kostennachteil durch Massenfertigung und Fortschritte bei der Batterieproduktion bis 2020 auf 2 000 bis 5 000 Euro sinkt.

Die Reichweite von Elektroautos liegt momentan selten über 100 km pro Batterieladung. Zudem dauert das Beladen einer 24-kWh-Fahrzeugbatterie an einem Hausanschluss nahezu sieben Stunden. Öffentliche Lademöglichkeiten existieren aktuell fast nur in den Modellregionen.

Für die Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist derzeit eine Anmeldung beim örtlichen Energieversorger nötig. Möglichkeiten eines nationalen Roamings oder einer Vor-Ort-Bezahlung existieren noch nicht.

An öffentlichen Ladesäulen steht zwar teilweise eine höhere Leistung (bis 22 kW) als an der heimischen Steckdose zur Verfügung. Nicht alle Fahrzeugen können sie jedoch nutzen. Auch über Laden mit Gleichstrom wird diskutiert. Eine Ladeleistung von 50 kW verkürzt die Ladedauer auf etwa eine halbe Stunde. Bis 2020 könnte sie bei weiter steigender Leistung auf fünf bis zehn Minuten sinken.

Keine großen Verbrauchszuwächse beim Strom

Betrachtet man die Auswirkungen der Elektromobilität auf die Energiewirtschaft, zeigt sich, dass der Fahrstrom nur einen geringen Teil des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen wird. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 15 kWh auf 100 km und einer Fahrleistung von 10 000 km/a verbrauchen eine Million Elektroautos etwa 1,5 Mrd. kWh Strom. Bezogen auf den Gesamtverbrauch in Deutschland von jährlich rund 600 Mrd. kWh ist das weniger als ein Prozent.

Dennoch kann eine hohe Anzahl gleichzeitig ladender Fahrzeuge das Verteilnetz stark belasten. Sollen die Batterien Spitzenlasten in der Erzeugung abfangen, ist eine intelligente Ladetechnologie gefragt. In Pilotversuchen wird außerdem getestet, Strom aus den Autobatterien in das Netz zurückzuspeisen.

Berechnungen gehen davon aus, dass bis 2030 in Autobatterien eine Speicherleistung bis zu 15 Mrd. kWh zur Verfügung stehen könnte. Zum Vergleich: In deutschen Pumpspeicherkraftwerken können derzeit etwa 40 Mrd. kWh gespeichert werden. Nachgedacht wird auch über einen Einsatz von Strom aus Autobatterien als Regelenergie. Dies könnte zur Entlastung der Netze beitragen.

Energievertrieben bringt Elektromobilität neue Absatzmöglichkeiten. Ein Elektroautofahrer wird etwa 1 500 bis 2 500 kWh mehr Strom pro Jahr verbrauchen. Netzbetreiber hoffen darauf, langfristig Elektrofahrzeuge für das Netzmanagement einsetzen zu können.

*Prof. Dr. Jörg Effmann, Partner, Thomas Börger, Consultant, C1 Conexus GmbH, Hamburg


 
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Freitag, 27.01.2012, 13:24 Uhr