• An allen Enden fester
  • OGE arbeitet mit Lkw-Herstellern zusammen
  • Verbände fordern mehr Hilfen bei Effizienz-Projekten
  • Vonovia will mehr Mieterstromanlagen bauen
  • Projektplaner von Amprion erhalten eigenes Bürogebäude
  • BEE: Energiewende braucht schnell mehr grüne Stromerzeugung
  • Aufbruch in die E-Luxusklasse mit reichlich Kilowatt
  • Feldversuch in Tamm macht Netze BW fit fürs Elektromobilität
  • Uniper klagt gegen niederländischen Kohleausstieg ohne Entschädigung
  • Netzagentur kürzt Gebotsvolumen um 250 MW
UNTERNEHMEN:
Leipzig verkauft erste Stadtwerke-Tochter
Der erste Verkauf eines kommunalen Unternehmens in Leipzig seit vielen Jahren kann offenbar vollzogen werden. Mit dem Erlös soll auch die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft LVV entlastet werden.
 
Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Stadtrat Ende Januar dem Verkauf der Stadtwerke-Tochter Perdata Gesellschaft für Informationsverarbeitung für 18,05 Mio. Euro an die Arvato Systems zu. Die zum Bertelsmann-Konzern gehörende Gesellschaft wird gegenwärtig neu als IT-Dienstleister ausgerichtet und hat kürzlich die Trennung von der bisher dominanten Druckereisparte bekannt gegeben.

Nachdem vor gut drei Jahren durch einen Bürgerentscheid der Verkauf von 49,9 % des kompletten Stadtwerke-Konzerns an den französischen Konzern Gaz de France für 520 Mio. Euro gescheitert war, wurde jetzt der Verkauf von kommunalen Tochtergesellschaften laut Oberbürgermeister Burkhardt Jung unumgänglich. „Wir müssen in diesem Jahr die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft LVV endlich wieder in die Lage versetzen, aus den Gewinnen der Stadt- und Wasserwerke die Verpflichtungen aus dem Verkehrsleistungsfinanzierungsvertrag erfüllen zu können", so Jung. Das war in den letzten beiden Jahren nicht mehr der Fall, die Gesellschaft häufte bereits einen zusätzlichen Schuldenberg von 30 Mio. Euro an, der bis 2015 auf über 80 Mio. Euro wachsen würde, wenn jetzt nicht umgesteuert wird.

Dazu gehört neben dem Verkauf der Perdata, der am 9. Februar notariell besiegelt und zum 1. März wirksam werden soll, auch der Verkauf von Liegenschaften wie dem Wassergut Canitz oder des Highspeed-Kabelbetreibers HL Komm. Für letzteren allerdings hatte ein Bieterverfahren im ersten Anlauf nicht den geforderten Mindestkaufpreis von etwa 50 Mio. Euro erreichen lassen, so dass ein Neuanlauf geplant ist. Mittelfristig sollen sich die Stadtwerke auch von ihrem Engagement in Polen trennen, wo das Unternehmen im Großraum Danzig eine Fernwärmegesellschaft betreibt.

Mit dem Erlös von 18,05 Mio. Euro für Perdata wird allerdings die LVV kaum die Schuldenbilanz von fast 750 Mio. Euro nachhaltig korrigieren können, zumal davon etwa 4 Mio. Euro an die Stadtwerke fließen. Das Unternehmen will damit einen Teil der Kosten für ein neues GuD-Kraftwerk finanzieren. LVV-Geschäftsführer Josef Rahmen hofft daher auf Geld aus weiteren Erlösen und hat zudem ein Konzept zur Einsparung von mindestens 10 Mio. Euro vorgelegt. So sollen die städtischen Firmen künftig bei Verwaltung und Einkauf Bereiche zusammenlegen, was allerdings den Abbau von mindestens 100 Stellen zur Folge haben wird. Zudem hofft Jung auf steigende Erlöse der Stadtwerke und ein baldiges Ende der Krise bei VNG, an der die LVV ebenfalls Anteile hält - und damit mindestens für zwei Jahre Dividendenausfälle verkraften muss.

Allerdings wird damit gerechnet, dass die Stadtwerke durch den milden Winter mit drastisch weniger Fernwärmeverbrauch einen Gewinneinbruch verzeichnen müssen. Ob die Trendwende der LVV unter diesen Bedingungen realistisch ist und zudem eine von der Kommunalaufsicht geforderte Rücklage von 70 Mio. Euro für Prozessrisiken aus dem Wasserwerke-Finanzspekulationen gebildet werden kann, wird sich allerdings erst im nächsten Jahr zeigen.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 27.01.2012, 16:33 Uhr