• E&M startet den Marktplatz Energie
  • Elektrolyseur bei Flensburg läuft
  • Neues Regulatorenteam stellt sich vor
  • Vorreiter-Unternehmen für Klimaschutz-Initiative gesucht
  • Ökostromlücke von 10 Prozent für 2030 prognostiziert
  • Thomas Zaremba wechselt von Jena nach Rudolstadt
  • Bürger entscheiden für Solarpark bei Sinzing
  • "Jede vermiedene Tonne Treibhausgase zählt"
  • Hamburg Energie und Wärme Hamburg fusionieren
  • Geothermienutzung zur Wärmebereitstellung in Deutschland
IT-MANAGEMENT:
Prozesse vereinfachen, Kosten senken
Eine ganze Reihe von Software-Anbietern und IT-Dienstleistern will ihre Kunden aus der Energiewirtschaft gezielt dabei unterstützen, Prozesse zu vereinfachen und Kosten zu senken.
 

Die Höhe der Prozesskosten in der Datenverarbeitung brachte im letzten Jahr der Software-Anbieter Schleupen ins Gespräch. Dessen Beratungs-Tochter Visos hatte untersucht, wie weit sich die Kosten für die Abarbeitung des gleichen Prozesses von Energieversorger zu Energieversorger unterscheiden. Dazu entwickelten die Berater ein System zur Prozesskosten-Analyse, mit der Abläufe, wie etwa der der Zählerablesung, in Teilprozesse aufgegliedert werden; deren Kosten können dann mit denen in anderen Unternehmen verglichen werden.

Rechenzentrum: auf die Höhe der Prozesskosten achten   Bild: T-Systems

Rund 50 Unternehmen wurden so untersucht, etwa 150 Teilprozesse haben sich die Berater dort näher angesehen. Die Prozesskosten-Unterschiede rühren zum einen von der verwendeten Software her, zum anderen aber auch von der Organisation der Prozessabläufe im Unternehmen und der Zahl der eingesetzten Mitarbeiter, resümiert Visos. Wer als Stromversorger seine Prozesse kostengünstiger gestalten will, sollte also vor allem die richtigen Mitarbeiter gezielt einsetzen und die Abläufe kritisch überprüfen.

Gut abgeschnitten bei dem Prozesskosten-Test haben beispielsweise die Stadtwerke Gera. Deren Prozesskosten lagen günstiger als bei „größeren Unternehmen", freut sich Bernd   Sedlmeier   , der bei den Stadtwerken den Bereich IT Shared Service leitet. Gut gelöst ist offensichtlich in Gera die Abrechnung der Kunden mit Software von Schleupen, denn hier liegen die Prozesskosten etwa bei dem Wert, den große Energieversorger noch anstreben, erläutert Sedlmeier. Noch nicht ganz optimiert ist die Erfassung der Zählerdaten, hier kann das Unternehmen noch Sparpotenziale erschließen, so ein Ergebnis der Prozesskosten-Analyse.

Focus auf niedrigeren Kosten

Die Prozesskosten pro Vorgang beziehungsweise deren Senkung stehen im Focus vieler neuer Software-Entwicklungen für den Energiemarkt. So hat Schleupen ein Programm-Modul herausgebracht, das die Abläufe im Kundenservice eines Energieversorgers vereinfachen soll. Das Programm CS.FO FrontOffice wird über einen Web-Browser bedient und muss nicht auf dem Rechner des Mitarbeiters installiert werden. Es ist für den Einsatz im Kundenservice oder im Callcenter gedacht und soll sich von den Mitarbeitern, die direkt mit der Kundenbetreuung zu tun haben, einfach bedienen lassen. Die Weiterverarbeitung der aufgenommenen Daten geschieht laut Anbieter automatisch im Hintergrund in den jeweiligen Spezialprogrammen für die Vertragsabrechnung oder für das Netznutzungs-Management oder für die Finanzbuchhaltung.

Auch der Software-Anbieter SIV hat bei der Neuentwicklung seines Branchen-Programms kVAsy 5 die Vereinfachung der Prozesse im Blick. Die neue Software wird 2011 auf den Markt kommen und sie soll es dem Kunden ermöglichen, seine Prozesse im Unternehmen je nach Bedarf zu konfigurieren, ohne dass in die Programmstruktur eingegriffen werden muss. Dazu werden die Unternehmensprozesse nicht wie bisher durch eine feste Aneinanderreihung unterschiedlicher Funktionen abgebildet, sondern den Kunden soll es möglich sein, Prozesse und Prozessbausteine flexibel zu verschieben, und sie so dem Ablauf im eigenen Unternehmen bestmöglich anzupassen, erläutern die Software-Entwickler. Ein Modul des neuen Programmes für den Abrechnungsprozess wird derzeit in einem Pilotprojekt getestet.

Fixbetrag pro Zähler

Günstigere Prozesskosten will auch der IT-Dienstleister perdata für seine Kunden aus dem Stadtwerke-Bereich realisieren. Das Unternehmen ist eine Tochter der Stadtwerke Leipzig und betreibt ein Rechenzentrum und SAP-Software für Energieversorger. Weil diese insbesondere mit der vorgeschriebenen Trennung der Marktrollen ihre Geschäftsprozesse erneut umstellen müssen, sieht der Dienstleister Bedarf an kostengünstigen und einfach anzupassenden IT-Prozessen. Deshalb will er für Kunden ab etwa 30 000 Stromzählern standardisierte IT-Lösungen auf Basis von SAP anbieten, die ein Mehr an Effizienz mit geringeren Prozesskosten vereinen sollen. Zur Abrechnung kann sich perdata-Geschäftsführer Thomas Nautsch entweder einen Betrag pro Zähler oder einen Fixebetrag pro Abrechnungsvorgang vorstellen. Nur so lassen sich laut Nautsch für kleinere Energieversorger die Kosten in den Griff bekommen, insbesondere wenn auf die Unternehmen zusätzliche Belastungen durch das Smart Metering zukommen.

Speziell bei der Nutzung von Daten aus elektronischen Messgeräten will die GreenPocket GmbH Stadtwerke unterstützen. Das Unternehmen hat ein System entwickelt, das Smart-Meter-Daten aufbereiten, interpretieren und beim Kunden auf unterschiedlichen Endgeräten darstellen kann. Kernstück des Systems ist nach Angaben der Entwickler die Energy Expert Engine, eine Software, die aus den Messdaten der Energie- und Wasserzähler grafisch ansprechende Daten macht, die zudem mit Wetterdaten oder mit den Verbräuchen von Vergleichsgruppen abgeglichen werden können. Jeder Haushaltskunde hat damit die Möglichkeit, seinen aktuellen Energieverbrauch einzusehen, zu vergleichen und die Daten für den laufenden Monat hochzurechnen.

Die Informationen für die Kunden können über eine  Internet-Seite, über Wandgeräte oder über Handys mit grafischem Display (Smartphones) ausgegeben werden. Die Entwickler bieten an, das Berechnungs-System und die Visualisierung-Möglichkeiten unter dem Namen und dem Logo der Stadtwerke zu realisieren. Mit der Technik im Hintergrund und dem „white label" könne dann der Energieversorger ein eigenes Smart-Metering-Angebot für seine Kunden starten und so die Kundenbindung erhöhen, betonen die Entwickler.

Speziell für Energiehändler, die intelligente Zähler im Haushalt und in Gewerbebetrieben betreiben wollen, hat Atos Origin sein Dienstleistungs-Paket geschnürt. Das Unternehmen bietet zusammen mit dem Mobilfunk-Betreiber E-Plus den Aufbau einer Infrastruktur für den Betrieb elektronischer Messgeräte an. Zum Angebot, das ab etwa 10 000 Zähler gilt, gehört der Aufbau der Software und der Übertragungstechnik für die Daten auf Basis des Mobilfunk-Netzes. Auf Wunsch lasse sich aber auch eine Datenübertragung über DSL oder Powerline realisieren, betont der Anbieter. Derzeit müssen Energiehändler in Deutschland noch selbst die Smart-Meter-Installationen und die IT-Infrastruktur realisieren und hierzu mit verschiedenen Anbietern für Hardware oder  Telekommunikations-Dienste zusammenarbeiten. Mit dem Komplett-Paket will man jetzt den Kunden im Markt die Möglichkeit geben, sich auf ihre Kernkompetenz des Energiehandels zu konzentrieren.


 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 21.04.2010, 13:10 Uhr