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Enerige & Management > Unternehmen - Siemens nimmt ORC ins Portfolio
Bild: Fotolia.com, Torbz
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Siemens nimmt ORC ins Portfolio
Siemens Energy bietet mit einem Hochtemperatur-ORC-Modul erstmals eine technische Lösung zur Stromerzeugung aus Abwärme an.
 
„Siemens sieht in der ORC-Technik ein großes Potenzial und erweitert damit sein Portfolio zur vorhandenen Dampfturbine“, sagte Wolfgang Klink, Leiter der ORC-Abteilung im Geschäftsbereich Dampfturbinen bei Siemens Energy, Mitte April. Die Abkürzung ORC steht für Organic Rankine Cycle - benannt nach dem schottischen Physiker und Ingenieur William John Macquorn Rankine (1820 - 1872) - und beschreibt einen thermodynamischen Kreisprozess. Der funktioniert nach den gleichen Regeln wie ein konventioneller Wasserdampf-Prozess. Siemens verwendet in seinem Modul jedoch ein Silikonöl als niedrig siedendes Arbeitsmedien zum Antrieb ihrer bewährten Dampfturbine vom Typ SST-060.

Die Technik wird vor allem eingesetzt, wenn das zur Verfügung stehende Temperaturgefälle zwischen Wärmequelle und -senke für den Betrieb einer von Wasserdampf angetriebenen Turbine nicht ausreicht. „Die Potenziale der ORC-Technologie liegen in der Verstromung von derzeit nicht genutzter industrieller Abwärme sowie im Bereich der dezentralen Energieerzeugung“, betont Klink. Im Blickfeld habe man energieintensive Prozesse, wie zum Beispiel bei der Glasherstellung oder in Zementfabriken. Hier könnten die Aggregate „eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Strombezug durch Stromerzeugung aus Abwärme“ darstellen.
 
Siemens Energy bietet ORC-Module mit Leistungen von 300 kW bis 2 MW an, für Anwendungen mit Temperaturen ab etwa 300 Grad Celsius
Bild: Siemens Energy

Siemens Energy bietet zunächst ORC-Module mit Leistungen von 300 kW bis 2 MW an, die für Anwendungen mit Temperaturen ab etwa 300 Grad Celsius ausgelegt sind. Den Angaben zufolge ist ein „flexibler Betrieb mit Lasten zwischen 10 bis 100 Prozent möglich“, in denen die Anlagen einen „hohen Teillastwirkungsgrad“ aufweisen. „Der Wirkungsgrad des ORC-Modules hängt von der Leistungsgröße sowie dem speziellen Anwendungsfall ab, für KWK-Anwendungen liegt er zwischen 18 und 20 Prozent“, erklärt Klink. Das Aggregat zeichne sich zudem durch niedrige Investitionskosten sowie einen geringen Reparatur- und Wartungsaufwand aus.

„Mittelfristig soll das Angebot auf Geothermieanlagen mit einer Leistung von bis zu 5 MW ausgeweitet werden“, kündigte das Unternehmen bereits im April 2013 an. Damals erwarb Siemens Energy von den insolventen ORC-Herstellern Maxxtec AG und Adoratec GmbH in Sinsheim technisches Know-how. Dieser Wissenstransfer stellt laut Klink „die Basis für die Entwicklung unseres ORC-Moduls dar. Darüber hinaus hat Siemens jedoch einen erheblichen eigenen Entwicklungsaufwand betrieben, um die Anlage zur Marktreife zu bringen“. Referenzprojekte kann der Erlanger Konzern noch nicht vorweisen, jedoch „finden momentan Verhandlungen mit verschiedenen Kunden statt“.

Die ORC-Technologie gilt als relativ junge Effizienztechnologie, die an der Schwelle einer breiten Markteinführung steht. In Deutschland gibt es bislang aber nur wenige Projekte zur Verstromung industrieller Abwärme, denn diese gelten technisch als kompliziert und aufwendig. Beispielsweise wenn heißes Gas mit Ruß verunreinigt ist und so die Wärmetauscher schädigt beziehungsweise spezielle und teurere Wärmetauscher erforderlich macht. Zudem liegen die Amortisationszeiten für ORC-Module meist über der von der Industrie gewünschten Grenze von höchstens drei Jahren. „In Zusammenarbeit mit den Kollegen der Industrie kennt Siemens die spezifischen Anforderungen in den jeweiligen Industriezweigen und kann so seinen Kunden die optimale Lösung anbieten“, betont Klink.

 
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Donnerstag, 17.04.2014, 13:04 Uhr