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Enerige & Management > Klimaschutz - Transformation der Industrie nur mit Breakthrough und Hilfen
Bild: Fotolia.com, Nicole Effinger
KLIMASCHUTZ:
Transformation der Industrie nur mit Breakthrough und Hilfen
Kann auch die energieintensive Industrie dekarbonisiert werden, und was braucht es dazu? Dieser Frage widmete sich eine Veranstaltung der Agora Energiewende und der IG BCE.
 
NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) verdeutlichte in Berlin die Dimension der Aufgabe: „Die energieintensive Industrie hat zu Unrecht einen schlechten Ruf. Sie ist die materielle Grundlage unseres Wohlstands. Sie stellt unverzichtbare Grundstoffe her und bietet deutschlandweit 880 000 Arbeitsplätze.“ Ihre Wettbewerbsfähigkeit – sie ist der größte Stromverbraucher – müsse erhalten bleiben, „zugleich müssen wir den Transformationsprozess schaffen“, betonte Pinkwart.

Wegen dieses Spannungsfeldes stellt die Dekarbonisierung für die energieintensiven Industrien eine enorme Herausforderung dar, das verdeutlichten auch alle Industrievertreter. Zumal die Energieeffizienzpotenziale weitgehend ausgeschöpft sind. „Die low hanging fruits sind geerntet“, konstatiert Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Institutes. Dennoch müsse es weitergehen, denn die Industrie stehe für 20 % der direkten globalen Treibhausgasemissionen, inklusive der indirekten seien es sogar ein Drittel, so der Wissenschaftler.

Neue Verfahren noch im Laborstadium

„Der Klimaschutz wird nicht ohne Innovationen funktionieren“, betonte Brigitta Huckestein, bei BASF für Energie- und Klimapolitik zuständig. Denn das Chemieunternehmen habe seinen CO2-Ausstoß trotz Verdoppelung der Produktion halbiert und wolle weiter wachsen, ohne seine Emissionen wieder zu steigern. Der Erneuerbaren-Anteil beim Strom solle erhöht, die Prozessenergie von Gas auf Strom umgestellt werden. „Damit werden wir den Strombedarf am Standort Ludwigshafen verdreifachen“, so Huckestein. Zugleich arbeite man an der Technologieentwicklung, berichtet sie.

Ein Projekt ist die Methan-Pyrolyse, die Gewinnung von Wasserstoff aus Erdgas. „Der Vorteil ist, dass bei diesem Verfahren der Strombedarf in etwa um den Faktor Fünf niedriger ist als bei der Elektrolyse“, so Huckestein. Jens Waldeck, Chef für Zentraleuropa bei Linde, betont, der Wasserstoff müsse „grün“ erzeugt werden. „Die Industrie wird zusätzliche erneuerbare Energie brauchen – da sehen wir die Herausforderung.“ Um 10 000 m3 Wasserstoff zu erzeugen, brauche man 50 MW erläutert er, 5 kW für einen Liter.

„Über 80 Prozent unserer Emissionen kommen aus der Produktion, davon sind zwei Drittel prozessbedingt“, berichtet Christoph Reißfelder von Heidelberg Zement. „Um die zu minimieren, braucht es Breakthrough-Technologien.“ Seine Bitte an die Politik: „Technologieoffenheit“, denn man habe das Ziel, bis 2050 CO2-neutralen Zement zu produzieren. „Das könnten wir hinbekommen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Reißfelder. Er wünscht sich, dass der Zementsektor in die Strompreiskompensation aufgenommen wird und dass es Investitionsförderung gibt.

Multi-Milliarden an Investitionen nötig

Auch Huckestein verweist auf die Kostenbelastung. Bei BASF seien die Technologien noch im Laborstadium, in etwa fünf Jahren wolle man als Zwischenschritt Pilotanlagen aufbauen, ab 2030 dann Großanlagen. Fischedick rechnet für Demonstrationsanlagen mit Investitionen von „-zig bis Hunderten Millionen Euro – hier müssen wir etwas tun“, meint er.

Der Ökonom Christian Growitsch vom Center for Economics for Materials pflichtet bei: „Wir brauchen Anreize für die Technologieentwicklung bis zur Marktreife, um Durchbrüche zu erreichen.“ Es habe eine „beeindruckende Reduktion der Energieintensität in der deutschen Industrie“ gegeben, das sei ein „tatsächlicher Erfolg der bisherigen Energie- und Klimapolitik“. Doch nun komme man an die Grenzen. Es brauche sowohl einen ordnungspolitischen Rahmen für langfristige Investitionen als auch mehr marktwirtschaftliche Instrumente und eine technologieoffene steuerliche Förderung, betont Growitsch.

 
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Mittwoch, 08.05.2019, 10:29 Uhr