• An allen Enden fester
  • OGE arbeitet mit Lkw-Herstellern zusammen
  • Verbände fordern mehr Hilfen bei Effizienz-Projekten
  • Vonovia will mehr Mieterstromanlagen bauen
  • Projektplaner von Amprion erhalten eigenes Bürogebäude
  • BEE: Energiewende braucht schnell mehr grüne Stromerzeugung
  • Aufbruch in die E-Luxusklasse mit reichlich Kilowatt
  • Feldversuch in Tamm macht Netze BW fit fürs Elektromobilität
  • Uniper klagt gegen niederländischen Kohleausstieg ohne Entschädigung
  • Netzagentur kürzt Gebotsvolumen um 250 MW
Enerige & Management > IT - Von der Plattform zum System
Bild: GMX
IT:
Von der Plattform zum System
Eine technische Plattform ist die Basis, drauf kommen Ideen für Geschäfte und viele Daten – so können digitale Geschäftsmodelle für Energieversorger entstehen.
 
Die IT-Spezialisten von Arvato Systems betreiben schon seit einiger Zeit ihre Smart Energy Plattform. An das IT-System können Sensoren wie Temperaturfühler oder Smart Meter genauso angeschlossen werden wie komplette Gebäudeleittechniken. Auch Wetterdaten aus unterschiedlichen Quellen lassen sich einbinden. Das System verarbeitet all die Informationen und kann sie dann unterschiedlichen Anwendungen aber auch Aktoren wie etwa Stellenreglern, zur Verfügung stellen.
 
Die Dienstleistungen rund um die Plattform hat Arvato jetzt ausgebaut. Die IT-Technik wurde ergänzt um Beratungsleistungen, mit denen Energiedienstleister bei der Entwicklung von neuen digitalisierten Geschäftsprozessen unterstützt werden können. Dazu kommt heute die Möglichkeit, mit Massendaten zu arbeiten, erläutert Hartmut Entrup, Bereichsleiter Smart-X bei der Bertelsmann-Tochter: „Im Gegensatz zu früher sammelt man jetzt ganz unterschiedliche Daten ein, die in einer Abhängigkeit stehen.“
 
Informationen sammeln, analysieren und verdichten
 
Das Sammeln, Analysieren und Verdichten der Informationen ist dann die Basis für den Mehrwert, den neue Geschäftsmodelle erwirtschaften sollen. Die Applikationen dazu können laut Entrup entweder von Arvato oder vom Kunden kommen: „Wir stellen Energiedienstleistern und Energieversorgern eine digitalisierte Infrastruktur zur Verfügung, auf der sie relativ schnell und einfach ihre eigenen Business-Cases realisieren können.“
 
Die Daten werden dabei von den Messstellen auf die Plattform übertragen, dort bearbeitet und wieder zurück zur Anwendung geschickt. Dabei gehören die Messeinrichtungen demjenigen, der das Geschäftsmodell entwickelt hat und betreiben möchte. Die Geschäftsmodelle bringen Kunden mit oder entwickeln sie zusammen mit Arvato.

 
Auf der Big Data Plattform werden Daten gesammelt und bearbeitet und dann zurückgespielt
Bild: Arvato


 
Die ersten Energiedienstleistungen nach diesem Modell entstehen gerade. Eine Anwendung ist beispielsweise die Überwachung und Senkung von Energieverbräuchen einer Baumarktkette. Ein Energiedienstleister hat auf Basis der Plattform ein zentrales Energiemanagement für deren 380 Märkte aufgebaut. Jeder Baumarkt bekam dazu Messpunkte, mit deren Hilfe der Energieverbrauch überwacht und das Klima und die Beleuchtung in den Betriebs- und Verkaufsräumen optimiert wird. Der Dienstleister kann mit dem System eine Energiekosten-Senkung von rund 500 000 Euro pro Jahr realisieren.
 
Ein anderes Beispiel ist das Pilotprojekt „smarte Wärme 21°“. „Da verkauft jemand nicht mehr eine Gasheizung oder das Gas, sondern verspricht dem Endkunden 21° in der Wohnung“, erläutert Entrup. Realisiert wird das über Smart-Home-Komponenten wie Fenstersensoren und Thermostatventile in der Wohnung. Diese Komponenten können im Verbund mit der Heizung ferngesteuert werden. Die Daten laufen über die Arvato-Plattform und werden dort weiter verarbeitet. In einem Testlauf sind derzeit rund 500 Endkunden an das System angeschlossen. „Wenn alles positiv verläuft, geht es in den großen Rollout.“
 
Mehrere tausend BHKW sind angeschlossen
 
Andere Dienstleistungen basieren nur auf der Handhabung großer Datenmengen. So bietet Arvato etwa auch an, die Messwerte aus Smart Metern zu sammeln und aufzubereiten. Ähnlich funktioniert die Weiterverarbeitung von Wetterdaten. Sie werden zusammen mit den Ist-Daten des Energieverbrauchs oder Wettervorhersagen und der PV- und Windeinspeisung so verdichtet, dass sich für die Einspeise-Werte eine höhere Genauigkeit erreichen lässt. Daraus kann man dann auch einen besseren Überblick über die Netzbelastung gewinnen oder über die Strommengen, die am Intraday-Markt gehandelt werden können.
 
Außerdem nutzen Energiecontractoren die Plattform, um ihre dezentralen Erzeugungsanlagen wie BHKW zu managen. Dazu sind mehrere tausend Blockheizkraftwerke von zwei der größten Contractoren an das IT-System angeschlossen, die in ihrem Betrieb überwacht und gesteuert werden.
 
Mit einem Beratungs-Ansatz ergänzt der Dienstleister seine IT-Plattform und unterstützt die Unternehmen beim Entwickeln des richtigen Geschäftsmodells. Diskutiert wird mit den Kunden dabei beispielsweise, ob das vorgeschlagene Geschäftsmodell eines ist, das auf längere Sicht profitabel sein kann. Wenn ja, was muss für die Realisierung technologisch und organisatorisch noch gelöst werden und wie könnte die Umsetzung aussehen?
 
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, sich an ein neues Geschäftsmodell heranzutasten. Bei dem Vorgehen von unten nach oben wird überlegt, welche Daten, welche Betriebsmittel und welche Infrastruktur schon vorhanden sind und welches Geschäftsmodell man daraus entwickeln kann. Beim umgekehrten Vorgehen, von oben nach unten, haben Berater oder Energiedienstleister eine Idee für ein Geschäftsmodell und überlegen dann gemeinsam, welche Daten zur Realisierung nötig sind und welche bereits zur Verfügung stehen.
 
Beiden Start-Szenarien schließt sich eine Marktanalyse an, Überlegungen zu den erreichbaren Kundengruppen und zu den bereits vorhandenen IT-Systemen. Die nächsten Fragen, die gemeinsam beantwortet werden: Was muss man noch neu installieren? Wofür gibt es bereits Anbieter im Markt? Damit der Einstieg mit möglichst wenig Aufwand und Kosten verbunden ist, bietet sich eine Plattform-Lösung an, bei der die Kunden auf vorhandene Technik und das Betriebs-Know-how zurückgreifen können. 
 
Bisher nehmen das Angebot klassische EVU, Contractoren oder neue Marktteilnehmer an, die etwas Neues mit Massendaten ausprobieren wollen. Der Markt komme erst langsam in Bewegung, ein Massentrend zu digitalen Dienstleistungen ist laut Entrup noch nicht entstanden: „Momentan warten die Marktteilnehmer noch ab. Die Energieversorger denken im Augenblick über Smart Meter nach und darüber, wie sie die Daten in ihr System bekommen.“
 
Die nachfolgenden Schritte, wie man aus den vielen vorhandenen Daten ein neues Geschäftsmodell generieren kann, seien noch nicht so häufig am Markt zu finden. Entrup ist sich sicher: Sie werden aber folgen.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 12.06.2017, 14:04 Uhr