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REGENERATIVE:
Vorrang für KWK
Auf dem "8. Internationalen BBE-Kongress für Holzenergie" diskutierte die Branche die neue Fördersituation ab 2009.
 

Von der einst erhofften Erhöhung der Grundvergütung für Strom aus Holz, die manche am liebsten an einen Brennstoff-Preisindex gekoppelt hätten, war auf dem Fachkongress am 9. und 10. Oktober in Augsburg nicht mehr die Rede. Die nach Leistung gestaffelten Fördersätze für Biomasseanlagen behielt der Gesetzgeber im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) so bei, wie er sie in der Fassung 2004 festgeschrieben hatte. Lediglich bei der ersten Leistungsstufe bis 150 kW wurde der Einspeisetarif um 1 Cent angehoben.

Die jährliche Absenkung der Grundvergütung von Biomasse-Strom wurde von 1,5 auf 1 Prozent nach unten korrigiert. Gleichzeit wurde die Degression aber auf alle Boni ausgeweitet. "Dass die Degression der Grundvergütung abgesenkt wurde, entspricht faktisch einer Anhebung des Grundtarifs. Das kommt uns natürlich entgegen", sagt Peter Eiermann, Geschäftsführer des ORC-Anlagenherstellers Adoratec GmbH aus Heidelberg.

Erhöhung des KWK-Bonus

Positiv äußerte sich die Biomasse-Branche zur Erhöhung des Bonus für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) von 2 auf 3 Cent/kWh, die bereits zur ersten EEG-Novelle geplant war. "Der Betrieb von reinen Stromerzeugungs-Anlagen ist ohnehin risikoreich, weil die Einspeisevergütung konstant bleibt, während sich die variablen Kosten - beispielsweise für die Brennstoffe - verändern", so Jens Kötting, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik mbH (IGEU) im bayerischen Neuried. Da der erhöhte KWK-Bonus nur für Anlagen gilt, die nach dem Ende dieses Jahres angefahren werden, "warten manche Betreiber noch bis Jahresanfang 2009 mit der Inbetriebnahme", so Kötting.

Darüber hinaus wird der reinen Biomasse-Verstromung in Feuerungen über 5 MW Leistung mit dem neuen EEG ein Riegel vorgeschoben. Die Einspeisevergütung wird nur dann gewährt, wenn diese Anlagen mit KWK betrieben werden.

Der zusätzlich zur Grundvergütung gewährte Bonus für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe (Nawaro) beträgt für Anlagen bis 500 kW nach wie vor 6 Cent/kWh, Anlagen zwischen 500 kW und 5 MW Leistung erhalten 4 Cent/kWh. Bei der Verbrennung von Holz wurde der Bonus jedoch auf 2,5 Cent/kWh abgesenkt. Eine Ausnahme stellt Biomasse aus Kurzumtriebsplantagen oder der Landschaftspflege dar. Die Verstromung dieser Brennstoffe wird mit 4 Cent/kWh vergütet.

Damit die bessere Vergütungssituation für den Anbau und die Nutzung von schnell wachsenden Baumarten auch tatsächlich marktrelevant wirken kann, dürfen diese "zukünftig im Bundeswaldgesetz nicht wie bisher in den Wald, sondern müssten als landwirtschaftliche Produktionsfläche deklariert werden", betonte Helmut Lamp, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Bioenergie (BBE). Laut Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates müssten "zur Erweiterung der Holzenergie-Potenziale auch Holz aus dem Klein- und Kleinst-Privatwald herangezogen werden, denn 44 Prozent des deutschen Waldes ist in Privateigentum".

Gelockert wurde das für den Nawaro-Einsatz geltende Ausschließlichkeitsprinzip. Ab 2009 dürfen in Alt- und Neuanlagen auch Brennstoffe wie zum Beispiel Altholz der Kategorien 3 und 4 sowie Klärschlamm zusammen mit Biomasse verfeuert werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Anlagenbetreiber ein Einsatzstoff-Tagebuch führt, damit der Bonus nur für den Nawaro-Anteil berechnet werden kann.

Boom bei ORC-Anlagen

Der Anspruch auf den Technologie-Bonus gilt wie bisher für den Leistungsbereich bis 5 MW und wurde unter anderem auf Techniken zur thermochemischen Konversion (Vergasung oder Verölung) von Stroh und anderen halmgutartigen Biomassen ausgeweitet. Auch ORC-Module (Organic Rankine Cycle), die in Holzheizkraftwerken als Alternative zum klassischen Wasserdampf-Kreislauf eingesetzt werden, gelten weiterhin als innovative Technik.

Eiermann erwartet, dass der Markt für seine Aggregate im Leistungsbereich zwischen 300 und 1 600 kW künftig zulegen wird: "Man kann derzeit von einem regelrechten Boom sprechen". Für Stefan Hermening ist entscheidend, dass der ORC-Einsatz auch künftig nicht als Abwärmenutzung gewertet wird. "Damit wird weiterhin zusätzlich zum Technologie- auch der KWK-Bonus gewährt", sagt Hermening, der für die Energieagentur Lippe GmbH zuletzt die Projektierung eines Restholz-Heizkraftwerkes mit einem 800 kW-ORC-Modul im ostwestfälischen Hövelhof übernahm.

Hermening hat grundsätzlich beobachtet, dass "der Ölpreis-Boom die Nachfrage nach Holzenergie-Projekten angetrieben hat". Dabei zeigten zunehmend auch Industrie und Gewerbe Interesse an Strom und Wärme aus Biomasse. "Von der ökonomischen Seite ist die Bioenergie bei den Brennstoffkosten bereits heute in vielen Fällen wettbewerbsfähig und kostengünstiger als die fossilen Energieträger Öl und Gas", betonte Lamp in Augsburg. Daran dürfte sich langfristig auch durch sinkende Ölpreise im Zuge der weltweiten Finanzkrise nichts ändern.


 
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Mittwoch, 22.10.2008, 08:22 Uhr