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Enerige & Management > Klimaschutz - 11. Petersberger Dialog bekräftigt Klimaschutzziele
Bild: malp / Fotolia
KLIMASCHUTZ:
11. Petersberger Dialog bekräftigt Klimaschutzziele
Minister aus rund 30 Ländern setzten am 28. April ihre Gespräche darüber fort, wie der Kampf gegen die Corona-Pandemie mit dem gegen die Klimaerwärmung verbunden werden kann.
 
Auf Einladung der Bundesregierung findet der Petersberger Klimadialog in diesem Jahr wieder statt, allerdings erstmals hauptsächlich per Videokonferenz wegen der Corona-Pandemie. Die Klimakrise sei dennoch nicht weniger wichtig, mahnte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zur Eröffnung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte in ihrer Rede: „Je mehr wir gemeinsam handeln, desto mehr können wir menschliches Leid verhindern“, dies gelte für die Corona-Krise ebenso wie für die Folgen des Klimawandels. Sie befürwortete die Verschärfung des EU-Ziels für die Klimagasreduktion bis 2030 auf 50-55 % und die Ausweitung des CO2-Zertifikatesystems auf weitere Wirtschaftsbereiche. Deutschland wolle bis 2030 rund 65 % seines Strom erneuerbar herstellen und zu seinen internationalen Finanzierungszusagen für den Klimaschutz stehen, versprach Merkel. Alle Staaten müssten sich der CO2-Reduktion und dem Erhalt der Biodiversität verpflichten, forderte sie.

UN-Generalsekretär mahnt zur Solidarität

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, mahnte die Staaten, die Anstrengungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen fortzusetzen. 121 Staaten hätten sich bereits dem Ziel verschrieben, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften, der Rest müsse folgen. Die Industriestaaten sollten dabei eine führende Rolle übernehmen, denn die G 20 erzeuge 80 % der Treibhausgasemissionen. Die Technologien seien vorhanden, Umwelt-verschmutzende Industrien abzulösen und stattdessen in grüne Beschäftigung zu investieren sowie fossile Energieträger zu ersetzen.

Diesen Vorgaben müssten sich auch die Wirtschaftsprogramme und Investitionen nach der Corona-Krise unterordnen. „Lassen wir niemanden zurück“, appellierte Guterres an die Solidarität mit ökonomisch schwächeren Ländern, die am meisten von den Folgen der Klimaerwärmung betroffen sind. Die versprochenen 100 Mrd. Dollar jährlich müssten fließen. Der Klimawandel mit seinen Folgen mache nicht an Ländergrenzen halt, genau wie das Corona-Virus. Daher sei Zusammenarbeit wichtiger denn je: „Niemand kann allein erfolgreich sein“. Noch gebe es ein Zeitfenster, um die Krisen zu überwinden und die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sagte der UN-Generalsekretär abschließend.

Stimmen für und gegen Abkehr vom Klimaschutz

Auf der anderen Seite gibt es auch Forderungen, in der Corona-Krise Umwelt- und Klimapläne aufzuschieben. So forderte der BDI global vergleichbare Ambitionen beim Klimaschutz für den Neustart der Weltwirtschaft. Damit impliziert der Industrieverband, dass die EU und Deutschland ihre Ziele herunterschrauben müssten. AfD-Chef Jörg Meuthen fordert eine komplette Abkehr von den Klimaschutzplänen der Europäischen Union.

Dagegen forderte der BDEW: „starke Impulse für die Konjunktur, allerdings müssen Konjunkturprogramme infolge der Corona-Krise so ausgestaltet werden, dass sie auch einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaft leisten“. Es ergebe keinen Sinn, das Wirtschaften von vorgestern zu subventionieren.

EU will Green Deal als "Konjunkturkompass"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warb dagegen in einem Grußwort an den Klimadialog dafür, den „europäischen Green Deal als Kompass zu nutzen, um aus der Krise dieser Pandemie eine Chance zu machen“. Jetzt, wo Milliarden-Investitionen geplant würden, solle man nicht in alte umweltschädliche Gewohnheiten zurückfallen, mahnte von der Leyen.

Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas, forderte von den versammelten Politikern: „Das Credo der Post-Corona-Klimapolitik muss lauten: maximaler Klimaschutz zum kleinsten Preis.“ Der Deutsche Naturschutzring, Nabu und WWF forderten von der Bundesregierung ein „klares Bekenntnis“ zu einer schnellen und deutlichen Anhebung des EU-Klimaschutzziels für das Jahr 2030 sowie für Konjunkturprogramme, die dem Klimaschutz nützen.

 
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Dienstag, 28.04.2020, 16:05 Uhr