• Gasmärkte ohne klaren Trend
  • Uneinheitliche Bewegungen auf den Energiemärkten
  • Nippon will Zahl der Geothermieanlagen verdoppeln
  • Aufruf für europaweites Deponieverbot
  • Wärme Hamburg schneidet besser ab, als erwartet
  • Ein System für alle Gewerke
  • Kommt Werbeverbot für fossile Brennstoffe?
  • Schlüssel Spark funktioniert ohne Batterie
  • Digitalisierung für zeitgemäße Immobilienverwaltung
  • Große Chancen für Energieversorger
Enerige & Management > Klimaschutz - Corona-Krise senkt Treibhausgas-Ausstoß erheblich
Bild: malp / Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Corona-Krise senkt Treibhausgas-Ausstoß erheblich
Die Corona-Einschränkungen haben den weltweiten CO2-Ausstoß um rund ein Sechstel gesenkt. Die stärksten Rückgänge gab es nach einer Studie in den Bereichen Verkehr und Produktion.
 
An der Untersuchung, die jetzt veröffentlicht wurde, waren wissenschaftliche Einrichtungen aus sieben Ländern beteiligt, darunter das Berliner Klimaforschungsinstitut MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) sowie die Technische Universität Berlin.

Die auf den 7. April 2020 bezogene Schnellschätzung kommt auf einen Corona-bedingten Rückgang um 17 Millionen Tonnen CO2 pro Tag. Das ist relativ zum Vor-Corona-Niveau von 100 Millionen Tonnen ein Rückgang um 17 %. Der größte Anteil der täglichen Reduktion der CO2-Emissionen, schätzungsweise 7,5 Megatonnen, entfällt auf den Verkehr am Boden (das entspricht 36 % Rückgang). 4,3 Megatonnen (19 % Rückgang) entfallen auf die Produktion von Gütern und Dienstleistungen und 3,3 Megatonnen (7 % Rückgang) auf die Stromerzeugung. Auf den Luftverkehr entfallen 1,7 Megatonnen, prozentual ist der Rückgang hier mit 60 % am größten. Der öffentliche Sektor ist mit 0,9 Megatonnen dabei (21 % Rückgang), in den Privathaushalten gibt es dagegen einen geringfügigen Anstieg um 0,2 Megatonnen (3 %).

Die Studie liefert auch eine Vorausschätzung für die CO2-Emissionen bis zum Jahresende, und zwar für drei verschiedene Szenarien.
  • Annahme eins: Wenn die im März verfügten Beschränkungen bis Mitte Juni auf Null heruntergefahren werden, liegt der CO2-Ausstoß im Gesamtjahr 2020 um rund 4 % niedriger als in den Vorjahren ohne Corona.
  • Annahme zwei: Wenn die Beschränkungen bis Ende Mai bleiben und Ende Juli wieder Normalzustand herrscht, beträgt der Rückgang rund 5 %.
  • Annahme drei: Wenn zusätzlich zum zweiten Szenario die Behörden noch bis Jahresende einzelne Infektionsketten durchbrechen und Betroffene in Quarantäne schicken müssen, beträgt der Rückgang rund 7 %.

Wissenschaftler sehen keinen Grund zum Jubeln

Das Forscherteam betont allerdings, dass die Klima-Krise durch die Corona-Pandemie in keiner Weise entschärft wird. „Die seit Jahren von der Wissenschaft entwickelten Szenarien für einen erfolgreichen Kampf gegen die Erderwärmung zielen ja trotz verringerten Energie- und Ressourcenverbrauchs auf besseres, nicht schlechteres menschliches Wohlergehen“, erklärt Prof. Felix Creutzig, Arbeitsgruppenleiter bei MCC sowie Fachgebietsleiter an der TU Berlin und Mitautor der Studie. „Der jetzige Nachfragerückgang ist dagegen weder beabsichtigt noch zu begrüßen. Unsere Studie taugt nicht für Jubelmeldungen.“ Gleichwohl liefere sie wichtige quantitative Erkenntnisse dazu, wie extreme Maßnahmen auf CO2-Emissionen wirken.

Um die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, müssen die Emissionen nicht einmalig, sondern Jahr für Jahr um 6 % sinken, so Creutzig. Das müsse die Politik im Blick behalten, wenn sie nach dem Eindämmen der Pandemie die wirtschaftliche Erholung organisiert. „Die staatlichen Anschubhilfen werden den Pfad der globalen CO2-Emissionen wahrscheinlich für Jahrzehnte prägen. Es ist durchaus möglich, den Klimaschutz dabei mitzudenken.“ Doch wenn dieser aufgeweicht werde, seien trotz des aktuellen Rückgangs langfristig sogar höhere Emissionspfade als ohne Corona wahrscheinlich.

Trotz der Bedeutung der CO2-Emissionen gibt es bislang keine Echtzeit-Erfassung, nationale Statistiken hinken zum Teil um Jahre hinterher. Das Forscherteam ging deshalb indirekt vor: Die Auswertungen erfolgten auf Basis laufender Erhebungen zu Energie- und Rohstoffverbrauch, Industrieproduktion und Verkehrsaufkommen in 69 Ländern mit 97 % der globalen Emissionen. Ergänzt wurden sie durch Annahmen über die durch die Pandemie-Abwehr ausgelösten Verhaltensänderungen sowie durch Satellitendaten zur Luftverschmutzung. Die Studie wurde jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 20.05.2020, 11:17 Uhr