• Strom und Gas leichter, CO2 behauptet sich
  • Kohleausstieg spült Geld in die Kasse der Stadtwerke Bremen
  • Geplantes NRW-Klimagesetz "nicht zeitgemäß"
  • Ministerium sorgt für Klarheit beim Smart Meter Rollout
  • Mannheim stellt Weichen für Smart City
  • Full-Service-Angebot für Redispatch 2.0
  • Erdwärme ist der "Effizienzmeister" unter den Erneuerbaren
  • Storengy hat Speicherkapazität im Angebot
  • Klimaforscher fordern Einsatz nur in alternativlosen Bereichen
  • Stadtwerke Garbsen testen digitale Datenübermittlung und Sensorik
Enerige & Management > IT - Das ganze Energiesystem im Blick
Bild: Procom
IT:
Das ganze Energiesystem im Blick
Weil die Energiewelt immer komplizierter wird, hat der IT-Spezialist Procom sein Softwareangebot auf die Sektorkopplung und damit auf alle heute gebräuchlichen Energieströme erweitert.
 
Schon bisher hat das Programm „BoFiT Optimierung“ Energieversorgern dabei geholfen, ihre Anlagen so zu betreiben, dass für sie unter Berücksichtigung von Brennstoffkosten sowie Wärme- und Stromerlösen ein wirtschaftliches Optimum entsteht. Dazu konnte die Software die technischen Anlagendaten berücksichtigen und zugleich auf Brennstoffpreise, Strompreise an der Börse oder Prognosen für den zukünftigen Bedarf zugreifen.

Alle Daten werden dann in einem mathematischen Modell abgebildet, mithilfe dessen der Anlagenbetrieb optimiert wird. Der Energieversorger kann so Investitionen planen und Alternativen zu überprüfen oder verschiedene Optionen im Kurzfrist- oder Langzeithandel durchrechnen, um seine Anlagen wirtschaftlich optimal zu betreiben.

Jetzt haben die Aachener IT-Spezialisten dieses Programm um alle Elemente erweitert, die zur Abbildung der Sektorkopplung nötig sind, also der Vernetzung von Strom- und Wärmeproduktion mit Speichern aller Art, mit Wasserstoffherstellung und Mobilitätslösungen.
 
Um Speicher und die Wasserstoffwelt ergänzt
 
Aus insgesamt 170 verschiedenen Komponenten kann der Anwender sein Energiesystem zusammenstellen, erläutert Olaf Syben, der bei Procom Produktmanager für Bofit ist. Zu den in der Software schon verfügbaren unterschiedlichen Kraftwerken und Handelspositionen für Brennstoffe oder Strom sind jetzt beispielsweise Anlagen für die Methanisierung oder die Elektrolyse ebenso dazugekommen wie Wasserstoffspeicher, Batterien oder unterschiedliche Elektrodenkessel für die Wärme- oder Dampfproduktion. Die Verkaufsseite haben die Programmierer um den Wasserstoffhandel oder den Tankstellenbetrieb für H2 und synthetisches Erdgas ergänzt.

Die Energieversorger können sich die Symbole der einzelnen Komponenten der neuen Energiewelt auf den Bildschirm ziehen, miteinander verknüpfen und so in dem Programm ihr eigenes Portfolio abbilden. Zu jedem Baustein werden anschließend dessen energetische und wirtschaftliche Kennwerte eingegeben wie elektrische und thermische Leistungen, ihre maximale Veränderungsgeschwindigkeiten (sogenannte An- und Abfahrrampen), mögliche Durchflüsse, Speichervolumina und -füllstände sowie Brennstoff-, aber auch CO2-Preise. Die aktuellen Börsenpreise holt sich die Software über Schnittstellen zu den Handelsplätzen.

Wenn die eigenen Energieanlagen auf diese Weise in die Software eingegeben sind, startet das Programm mit der Optimierung des Gesamtsystems. Energieversorger können so die Ergebnisse unterschiedlicher Geschäftsprozesse betrachten und untereinander vergleichen. Dazu lassen sich Varianten des ursprünglichen Energieparkmodells anlegen, die wichtigsten Anlagenparameter werden dabei „vererbt“, wie die Programmierer das nennen.

Mit der Software ist es den Energieversorgern möglich, nicht nur die Gegenwart zu optimieren, sondern auch einen Blick in die Zukunft zu werfen und unterschiedliche Szenarien durchzurechnen. Windparkbetreiber, die heute Zwangsabschaltungen hinnehmen müssen, könnten etwa das Zusammenspiel ihrer Windkraftanlagen mit Stromspeichern oder Power-to-Gas-Anlagen testen.
 
Nutzer können abschätzen, welche Speicher sich für Strom, Wärme und Gas am besten rechnen
 
Und Stadtwerke können überprüfen, inwieweit Wasserstoffbusse für sie wirtschaftlich interessant sind, wenn man die Eigenstromerzeugung und die H2-Speicherung mit betrachtet. „Bei der Mobilität wird sich in Zukunft einiges tun“, ist Syben sicher. „Mit der Software lässt sich dann beispielsweise vergleichen, ob Batterien oder Wasserstoff dafür die wirtschaftlichere Lösung wären.“

Ebenso kann der Nutzer abschätzen, welche Speicher in seinen Strom-, Gas- oder Wärmenetzen optimal einsetzbar sind: Sind Batterien und Elektromobilität für das eigene Energiesystem eine gute Lösung oder ist die Wasserstoffproduktion und ein daraus versorgtes Tankstellennetz besser? Oder rechnen sich im eigenen Netz eher Power-to-Heat-Anlagen und Wärmespeicher?

„All dies kann man vorausberechnen, bevor Investitionen in neue Anlagen getätigt werden müssen“, betont Syben. Für Energieversorger, die die Software nicht selbst im Einsatz haben, bietet Procom die Zukunftsstudien auch als Dienstleistung an.
Das Programm läuft unter den aktuellen Windows-Betriebssystemen und benötigt Zugriff auf eine Datenbank. Das kann ein System von Oracle oder eines nach dem Standard von PostGreSQL sein. Außerdem lässt sich die Software auf mehrere Server verteilen, um die Installation an die individuellen Anforderungen des Energieversorgers hinsichtlich Rechenleistung und Performance anzupassen.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 15.06.2018, 09:04 Uhr