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Enerige & Management > IT - Das intelligente Gebäude schützt die Investition
Bild: Nmedia, Fotolia
IT:
Das intelligente Gebäude schützt die Investition
Barbara Frei ist Präsidentin der DACH-Region von Schneider Electric. Im E&M-Gespräch erläutert sie, warum das Unternehmen von der Energiewende noch nicht profitiert.
 
Schneider Electric setzt auf die digitale Transformation. Zu sehen ist das ganz handfest in der Produktionsstätte des Unternehmens im französischen Carros nahe Nizza. Dort werden programmierbare Steuerungsmodule hergestellt. Und dort kommt auch Augmented Reality zum Einsatz, also eine Software mit einer „erweiterten Realität“. Steht man vor einem Arbeitsplatz, werden in Echtzeit auf einem Tablet zusätzliche Informationen eingeblendet, welche Komponenten – mit Produktionsnummer und technischen Daten – der Schneider-Mitarbeiter gerade in diesem Moment verbaut. Ein schönes Beispiel für eine vernetze Produktion und das Internet of Things (IoT).

„Bis 2020 erwarten Experten, dass weltweit 300 Milliarden Geräte miteinander verbunden sein werden“, sagte Frei anlässlich einer Pressereise nach Carros zu E&M. Die Zahl ist eine Schätzung. Aber: „Wenn man in diesem Bereich etwas voraussagen will, kann es sein, dass die Zahl schnell um den Faktor zwei bis drei nach oben geht.“ Welches finanzielle Volumen allein für Deutschland dahintersteht, auch dazu hatte Frei eine Zahl. „Das Bundeswirtschaftsministerium schätzt das zusätzliche Wachstumspotenzial durch Industrie 4.0 bis 2025 auf 200 bis 450 Milliarden Euro.“

Schneider hat sich mit einem klarem Ziel neu aufgestellt

Um im deutschsprachigen Raum präsenter zu sein, hat sich Schneider dort neu aufgestellt. Seit dem 1. Juli sind die drei Märkte Deutschland, Österreich und die Schweiz in der sogenannten DACH-Zone zusammengefasst, für die die promovierte Ingenieurin und Schweizerin Frei nun verantwortlich ist. Das Ziel ist es, Synergien zu heben. „Wir versprechen uns viel Wachstum davon.“
 
Seit dem 1. Juli ist Barbara Frei Präsidentin von Schneider Electric für Deutschland, Österreich und die Schweiz
Bild: Schneider Electric

Zu diesem Zweck hat Schneider Electric in diesem Jahr bereits zwei Akquisitionen getätigt. Eine ist der Schaltschrankhersteller ABN mit Sitz in Neuenstadt in Baden-Württemberg. „Die Gehäusesysteme stellen eine ideale Ergänzung zu unseren Kleineinbaugeräten dar. Wir können nun in Märkte eintreten, wo wir vorher nicht vertreten waren.“ Die zweite Firma ist NXT Control aus Österreich. Laut Frei ein weltweit anerkannter Softwarespezialist für die Industrie 4.0.

Zwar verspricht sich Schneider viel von der Digitalisierung, von der deutschen Energiewende hingegen hat das Unternehmen bislang noch nicht profitiert, sagte Frei. Es gebe viele Regularien, die die Entwicklung hemmen. Aber bei Schneider Electric sei man vorbereitet. „Es ist schon vieles vorhanden, aber es wird noch nicht genutzt.“ Das Thema virtuelle Kraftwerke beispielsweise werde in Zukunft enorm an Bedeutung gewinnen, denn die Vernetzung von Erzeugungsanlagen werde zunehmen.

„Die Stadtwerke müssen aufpassen"

Neue Player wie der deutsche Batteriehersteller Sonnen hätten sich bereits eine respektable Marktposition erarbeitet, unter anderem mit ihrer Sonnen-Community, in der Strom getauscht werden kann. Darin sieht Frei durchaus eine Gefahr für das Geschäftsmodell der Energieversorger. „Die Stadtwerke müssen aufpassen – spätestens, wenn der Kunde merkt, dass er mit einer Batterie nur noch 16 oder 18 Cent für die Kilowattstunde Strom zahlt anstatt der 29 Cent vom Versorger.“

Frei geht auch davon aus, dass die Themen Smart Home und Heimautomation an Bedeutung gewinnen. Die Skepsis mancher Akteure auch hinsichtlich des Datenschutzes teilt sie nicht. Das ist für sie eine Generationenfrage. Smartphone und App-Anwendungen seien oftmals einfach sehr praktisch. Schneider Electric habe beispielsweise die Anwendung Wiser Door entwickelt, für die Kameraüberwachung der Haustüre per Smartphone. Über das Handy kann der Nutzer erkennen, wer an seiner Haus- oder Bürotür klingelt und die Person auch aus der Ferne ins Gebäude lassen. Die Reaktionen darauf: Ihren Vater könne sie für diese Art von Technik nicht begeistern, sagte Frei, sie selbst sehe das pragmatisch, „und meine Kinder stört das überhaupt nicht“.

Smart Home werde sich auch durchsetzen, weil die Technik dahinter immer anwenderfreundlicher wird. Dimmer oder Thermostate werden einfach durch smarte Komponenten ausgewechselt. Neben der einfachen Bedienung sieht Frei einen weiteren Beschleuniger für die Technik: „Hauseigentümer werden auf diese Techniken zurückgreifen, um ihre Investitionen zu schützen.“ Vermieter können sich am Mietmarkt zur Konkurrenz differenzieren und so monetäre Vorteile erzielen. Wenn sich die Technik immer mehr durchsetzt, wird ein Gebäude ohne Automation an Wert verlieren. Vor allem für junge Leute wird dies in der Zukunft immer mehr ein Argument bei der Haus- oder Wohnungssuche. „Ich bin überzeugt, das wird kommen.“

Smart Home wird kommen

Digitalisierung ist untrennbar mit Software verbunden. Schneider Electric werde hingegen oft als Hardwarehersteller wahrgenommen. Doch dem sei nicht so, sagt Frei, ein großer Teil des Geschäftes macht Schneider mit Software. Die Industriesoftware Wonderware mache einen substanziellen Teil des Umsatzes im deutschen Markt mit Lizenzen aus. Eine weitere wichtige Anwendung ist „EcoStruxure“. Damit können verschiedene Komponenten in den Bereichen Gebäude, Erzeugung, IT, Maschinen, Fabriken und Netze miteinander verbunden werden. Dabei handelt es sich um eine offene und kompatible Plattform für das Internet of Things. Eco-Struxure wurde bereits 450 000-mal installiert und verbindet mehr als eine Milliarde Geräte weltweit.


Der Elektronikkonzern Schneider Electric wird gern als französisches Pendant zu Siemens gesehen. Das Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Paris beschäftigt in über 100 Ländern rund 144 000 Mitarbeiter. Der Umsatz 2016 betrug 24,7 Mrd. Euro. Schneider Electric liefert in der Sparte Energieversorgung elektrische Komponenten für Mittel- und Niederspannungsnetze, aber auch Wechselrichter für Solaranlagen. Zweites Standbein ist die Automation und Steuerung von Maschinen und Anlagen in der Industrie, in Infrastrukturen und Gebäuden. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 4 700 Mitarbeiter. Hauptsitz ist Ratingen. Weitere Schneider-Unternehmen in Deutschland sind APC, Merten, Pelco, ABN und Ritto. Seit dem 1. Juli ist die Schweizerin Barbara Frei (47) Präsidentin der DACH-Region.

 
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Freitag, 20.10.2017, 09:20 Uhr