• Strom und Gas leichter, CO2 behauptet sich
  • Kohleausstieg spült Geld in die Kasse der Stadtwerke Bremen
  • Geplantes NRW-Klimagesetz "nicht zeitgemäß"
  • Ministerium sorgt für Klarheit beim Smart Meter Rollout
  • Mannheim stellt Weichen für Smart City
  • Full-Service-Angebot für Redispatch 2.0
  • Erdwärme ist der "Effizienzmeister" unter den Erneuerbaren
  • Storengy hat Speicherkapazität im Angebot
  • Klimaforscher fordern Einsatz nur in alternativlosen Bereichen
  • Stadtwerke Garbsen testen digitale Datenübermittlung und Sensorik
Enerige & Management > Windkraft Offshore - Das Ziel endlich vor Augen
Bild: diak / Fotolia
WINDKRAFT OFFSHORE:
Das Ziel endlich vor Augen
Alle 32 Windturbinen im 2. Bauabschnitt des Offshore-Windparks Borkum sind seit kurzem installiert. Diese 200 MW Leistung bleiben 2020 und 2021 der einzige Zubau in deutschen Gewässern.
 
Der Offshore-Windpark Borkum ist mit seinem zweiten Bauabschnitt (Offizielles Kürzel: TBW II) auf die Zielgerade eingebogen. Vor wenigen Tagen konnten die Errichtungsarbeiten aller 32 Windturbinen rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum abgeschlossen werden, von denen nach einer Mitteilung der Betreibergesellschaft 24 Anlagen bereits in Betrieb sind. Die verbleibenden acht Senvion-Maschinen mit einer Leistung von jeweils 6,3 MW sollen in den kommenden Wochen folgen.

Die Bestellung der Senvion-Anlagen hat sich für das Betreiber-Konsortium, an dem neben 17 im Trianel-Netzwerk organisierten Stadtwerken (Anteil: 37,99 %), die EWE AG (37,5 %) sowie ein Joint Venture zwischen dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich und der Vermögensverwaltung Fontavis AG (24,51 %) beteiligt sind, im Nachhinein als nicht glückliche Entscheidung erwiesen.

Denn die Insolvenz des Windturbinenherstellers im Frühjahr 2019 hatte den Zeitplan für das Projekt kräftig durcheinander gewirbelt. Ursprünglich hätte der zweite Bauabschnitt mit rund 200 MW Leistung seit dem vergangenen Spätherbst in Betrieb sein sollen. Erst nach mehrwöchigen Verhandlungen mit den Banken begannen die Errichtungsarbeiten mit Verzögerungen, sodass mit einem Kraftakt bis zum zurückliegenden Jahreswechsel immerhin noch 16 Anlagen im Baufeld aufgestellt werden konnten.
 
Alle 32 Windturbinen im zweiten Bauabschnitt vom Offshore-Windpark
Borkum sind mittlerweile installiert, 24 davon bereits am Netz
Bild: Trianel

Die Verzögerungen und die verspätete Inbetriebnahme aller 32 Anlagen haben für TBW-II-Gesellschafter, die rund 800 Millionen Euro investiert haben, finanzielle Folgen: Sie erhalten für die Hälfte ihres Offshore-Windparks statt der gesetzlich vorgesehenen Vergütung von 14,9 Cent pro Kilowattstunde einen Cent weniger. Was auf den ersten Blick nicht viel klingt, aber: „Über die Förderlaufzeit kommt so pro Anlage ein einstelliger Millionenbetrag zusammen“, hatte Trianel-Geschäftsführer Sven Becker gegenüber E&M im vergangenen November beklagt. Bereits damals hatten sich die TBW-II-Gesellschafter im Bundeswirtschaftsministerium für eine Härtefallklausel eingesetzt, mit der Einnahmeausfälle durch die von ihnen unverschuldete Senvion-Insolvenz kompensiert werden sollten – ein Vorstoß, von dem im Regierungsviertel zuletzt nichts mehr zu hören gewesen ist. Borkum II ist der letzte Offshore-Windpark hierzulande, der nach den Förderbedingungen des "alten" EEG vergütet wird.

Wenn in absehbarer Zeit die 32. Windturbine aus dem Projekt Borkum II Strom ins Netz einspeist, kann bereits Bilanz für den diesjährigen Ausbau der Offshore-Windenergie in deutschen Gewässer gezogen werden: Da das kanadische Energieunternehmen Northland Power vor wenigen Wochen angekündigt hatte, auf den Bau der beiden noch ausstehenden Pilotanlagen mit neu entwickelten Fundamenten für sein Projekt Deutsche Bucht zu verzichten, wird die heimische Offshore-Windbranche für 2020 nur ein Plus von 200 MW verzeichnen, entsprechend dem TBW-II-Projekt. Kein weiterer Offshore-Windpark ist derzeit und auch im kommenden Jahr in Bau. 

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Dienstag, 19.05.2020, 09:04 Uhr