• Alle Preise auf dem Weg nach oben
  • Puddingprobe für die Energiewende
  • Stadtwerke Münster erzielen solides Ergebnis
  • Arbeitsmarktforscher sehen Jobgewinn durch Mobilitätswende
  • Positive Bilanz nach 18 Monaten Roll-out
  • Wahlprogramme von Union und Linken beschlossen
  • Wirtschaftsminister fordern Flexibilitätsmarkt
  • Windkraftgegner unterliegen bei Bürgerentscheid
  • "Wasserstoffkümmerer" sollen Hochlauf forcieren
  • Alpiq ab 1. September mit neuem Finanzchef
Enerige & Management > Studien - E-Autos keine Gefahr für Netzstabilität
Bild: mik38, Fotolia
STUDIEN:
E-Autos keine Gefahr für Netzstabilität
Die Unternehmensberatung McKinsey hat die Auswirkungen von Elektromobilität auf das Stromnetz untersucht.
 
Eine flächendeckende Ausbreitung von Elektrofahrzeuge werde nicht zu einer signifikanten Zunahme des Stromverbrauchs führen, so das Fazit der McKinsey-Analyse. Allerdings werde sich durch das Ladeverhalten der E-Autos-Besitzer die Lastkurve im Stromnetz ändern. Die Stromnetzbetreiber müssten daher ihre Netze anpassen, gleichwohl könnten sie mit intelligenten Lademechanismen und einem entsprechenden Lastmanagement die Kosten dafür eindämmen, heißt in der Analyse   „The potential impact of electric vehicles on global energy systems.“

In Deutschland werde die Zunahme der Elektromobilität bis 2030 kaum zu einem starken Anstieg des Strombedarfs führen, teilte McKinsey mit. Die Stromnachfrage werde sich durch die E-Autos bis 2030 um rund 1 % erhöhen, wozu eine zusätzliche Erzeugungskapazität von 5 000 MW nötig wäre. Diese Zahl könnte bis 2050 auf rund 4 % wachsen, was eine zusätzliche Kapazität von etwa 20 000 MW erfordere. „Fast alle diese neu gebauten Kapazitäten werden wahrscheinlich mit erneuerbaren Energien und einigen Gaskraftwerken verbunden sein.“

Die Lastkurve wird sich ändern

Während die Stromnachfrage überschaubar bleibt, werde sich hingegen die Lastkurve verändern. Vor allem am Abend wird es künftig zu einer neuen Lastspitze kommen. Auf Systemebene werde dieser Effekt jedoch einen relativ kleinen Prozentsatz ausmachen, schreiben die Studienautoren. „Am Beispiel Deutschland erwarten wir bis 2030 einen Anstieg der Spitzenlast um rund 1 % und bis 2050 um circa 5 %.“

Die sich ändernde Lastkurve wird jedoch auf lokaler Ebene zu Herausforderungen führen. Vor allem in den Vorstädten wird das Verteilnetz vor allem am Abend künftig stärker belastet werden. Diese Hotspots werden signifikante lokale Lastspitzen erzeugen. „Das Spitzenlastwachstum in Wohngebieten ist zwar bedeutend, ist jedoch nicht so dramatisch, wie manche annehmen.“ Zum eine komme es wiederum zu einem Ausgleich zwischen den verschiedenen Netzgebieten, zum andern können mit geschicktem Lastmanagement die Spitzen geglättet werden.

E-Auto-Nutzer beeinflussen die Spitzenlast

Gleichwohl werde es ohne Netzverstärkungsmaßnahmen in Gebieten mit vielen Elektrofahrzeugen nicht gehen. Die Investitionen folgten dabei eine S-Kurve. Die Aufrüstungskosten des Netzes seien bei wenigen Autos überschaubar, gingen aber bei zunehmender Zahl deutlich in die Höhe, um dann trotz hoher Durchdringung von E-Autos wieder abzuflachen. Die Kosten können dabei erheblich sein: „Ohne Korrekturmaßnahmen schätzen wir, dass der kumulative Bedarf an Netzinvestitionen pro Elektrofahrzeuge mehrere hundert Euro übersteigen könnte.“

Doch hat der Netzbetreiber vielfältige Möglichkeiten, durch Korrekturmaßnahmen diese Investitionskosten erheblich zu mindern. Vor allem das Ladeverhalten der E-Auto-Nutzer ist dabei eine entscheidende Stellschraube. Flexible Stromtarife können den E-Autos-Nutzern Anreize geben, beispielsweise nach Mitternacht anstatt am frühen Abend das Auto zu laden. Technisch sei das vollkommen unkompliziert. „Die Analyse zeigt, dass dies die Zunahme der Spitzenlast halbieren könnte.“

Speicher und BHKW als Lastmanager

Weitere Möglichkeiten seien auch Netzspeicher oder Blockheizkraftwerke, mit denen sich Lastspitzen managen lassen. Das Laden in Zeiten von überschüssiger Sonnen- und Winderzeugung oder die Drosselung des Ladevorgangs in Zeiten geringer Erneuerbarer-Erzeugung könnte weiterhin dazu beitragen, einen größeren Anteil erneuerbarer Energieerzeugung zu integrieren. Nicht zu vergessen sei, dass E-Autos selbst als Speicher dienen können und im Bedarfsfall Strom ins Netz zurückspeisen könnten.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 10.08.2018, 12:08 Uhr