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Enerige & Management > E-World - Effizienz durch Größe
Bild: E-world energy & water GmbH
E-WORLD:
Effizienz durch Größe
Für den Messstellenbetrieb und die Dienstleistungen drumherum gibt es einen Markt. Der Zugang dazu dürfte jedoch für kleinere und mittlere Unternehmen ein beträchtlicher Kraftakt werden. Helfer haben sich schon positioniert.
 
Das Jahr 2016 ist das Jahr der Vorbereitung auf den Smart Meter Rollout. Angesichts einer Fülle komplexer Aufgaben und begrenzte finanziellen Spielraumes, der noch durch gesetzliche Vorgaben eingeengt werden dürfte, sehen sich vor allem kleinere und mittlere Messstellenbetreiber und Gateway-Administratoren derzeit nach Partnern um.

Eine Reihe von Kooperationen hat bereits die Fühler nach potenziellen Kunden ausgestreckt. Dazu gehört GWAdriga. Sie ist als Projekt gestartet, soll aber als eigenständiges Unternehmen, an dem EWE 48 Prozent, RheinEnergie 31 Prozent und Westfalen Weser Netz 21 Prozent der Anteile halten, mit rund 20 Mitarbeitern und Sitz in Berlin an den Markt gehen. Nach der Zustimmung des Bundeskartellamtes standen zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe lediglich noch die Einwilligungen der Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen aus, die von den Beteiligten aber „zeitnah“ erwartet werden. Als Geschäftsführer sind die bisherigen Projektleiter Michal Sobotka von der EWE Netz GmbH und Ralf Dieter Füller von der RheinEnergie vorgesehen.

Deren Ziel ist es, Messstellenbetreiber und Netzbetreiber bei der Gateway-Administration und im Messdatenmanagement zu unterstützen. Für kleinere Stadtwerke, die mit den Kosten des Rollouts möglicherweise an ihre Leistungsgrenze stoßen, gibt es ein modulares Dienstleistungsangebot bis hin zur Tarifierung und Abrechnung. Im Rahmen der diesjährigen E-world hatte Dieter Kaiser, Sprecher der Geschäftsführung der Westfalen Weser Netz GmbH erklärt, die Partner würden im Verbund mehr als 3,4 Mio. Zählpunkte betreuen, hinter denen rund 480 000 intelligente Messsysteme stehen.
Auch Paul-Vincent Abs, Geschäftsführer von Eon Metering, präsentierte auf der E-world Zahlen. Rund 150 Stadtwerke befänden sich bereits in den ersten beiden Kooperationsstufen der Stadtwerkeallianz Messwesen (SaM), die die Konzerntochter unter anderem zusammen mit Siemens und Uniper ins Leben gerufen hat. Mittlerweile sind Abs zufolge noch 25 Unternehmen dazugekommen, die zunächst Informationen austauschen und an Experten-Workshops teilnehmen.

Allerdings erst ab der vierten Stufe fließt Geld für die Dienstleistungen von SaM. Dann geht es konkret um Entwicklungspartnerschaften und Beratungsgespräche mit komplexen Aufgaben, wie Abs betont. „Auf einer Powerpoint-Folie sieht alles immer ganz einfach aus, aber wie das Abrechnungssystem mit dem Gateway und dem Meter-Data-Management-System kommuniziert und wie das Ganze auch noch mit verschlüsselten Daten funktioniert, ist alles andere als trivial und erfordert zum Teil je nach IT-Landschaft und dem Abrechnungssystem individuelle Lösungen.“ Die letzten Phasen erstrecken sich dann auf Rollout-Planung und Pilotprojekte bis hin zur eigentlichen Gateway-Administration im operativen Betrieb.

Die Eon-Tochter will ihre Expertise aus der Zusammenarbeit mit den Netzgesellschaften aus dem eigenen Konzern in die Waagschale werfen, während Siemens ihre Smart-Grid-Plattform EnergyIP in die Zusammenarbeit einbringen wird. Ihren potenziellen Kunden wollen die Partner auf Augenhöhe begegnen, wie Abs erklärt. Daher trage die Kooperation bewusst nicht die Namen der Partner, sondern gehe als Stadtwerkeallianz Messwesen auf die kommunalen Unternehmen zu. Den nächsten Entwicklungspartner kann Abs noch nicht präsentieren, da die Unterschriften noch nicht unter den Vertrag gesetzt wurden. Die Verhandlungen seien jedoch weit fortgeschritten und ein Abschluss sei in Kürze zu erwarten.

Mit der Celle-Uelzen-Netz GmbH ist die Partnerschaft bereits besiegelt. Deren Geschäftsführer Ulrich Finke geht davon aus, dass am 1. Januar 2018 der Rollout intelligenter Messsysteme im Netzgebiet beginnt. Bis Anfang 2020 sollen 1 600 Zähler installiert und angebunden sein. „Angesichts der knapp bemessenen Preisobergrenzen wird das dann auch kein Test, sondern gleich der Start des Produktivbetriebes“, so Finke. „Einen zweiten Versuch kann es bei dem engen finanziellen Rahmen nicht geben.“
Die Informations- und Workshop-Phase haben er und seine Mitarbeiter schon seit geraumer Zeit hinter sich. „Wir wollten eigentlich schon 2014 mit dem Rollout loslegen“, erzählt Finke. Und trotz der Verzögerungen auf politischer Seite hätten sie die Vorbereitungen weiter vorangetrieben, so dass nun die Projektierung weitgehend abgeschlossen sei. Und auch die Rollenverteilung der Partner sei soweit klar: Das Abrechnungssystem von SIV betreibt die Celle-Uelzen-Netz GmbH. Die Vernetzung der Zähler und die Anbindung an das Abrechnungssystem übernimmt der kommunale Netzbetreiber. Die Schnittstelle der Zähler zum Gateway entwickelt SIV zusammen mit der SaM-Initiative, die auch die Gateway-Administration übernehmen wird.

Eine Anbindung der Zähler über Glasfaser ist die vom Verteilnetzbetreiber präferierte Lösung. Denn parallel zum Zähler-Rollout plant die Celle-Uelzen-Netz GmbH den Aufbau einer Breitbandinfrastruktur. „In dieser Infrastruktur verlegen wir vier Glasfasern, so dass neben Fernsehen, Internet und Telefonie auch eine für die intelligenten Zähler verfügbar wäre“, erklärt Finke. Für Abs und seine Mitarbeiter ist das durchaus eine Herausforderung, denn im Gegensatz zur noch vorherrschenden Funklösung oder der für ländliche Gebiete geeigneten Powerline-Technologie ist der Glasfaseranschluss eher noch die Ausnahme. Daher sind bisher auch keine Produkte verfügbar. Entsprechend wenig Erfahrung haben Messdienstleister mit der Technologie bislang sammeln können, denn die Glasfaserleitungen enden noch häufig in der Straße und überlassen Kupferleitungen die letzte Meile. Abs ist jedoch zuversichtlich, bis Oktober alle drei Kommunikationstechniken funktionsfähig zu haben - sowohl LTE-Mobilfunk und Powerline als auch Glasfaser.

 
GWAdriga-Partner (v.l.): Ines Kolmsee (Technikvorstandsmitglied der EWE AG), Andreas Cerbe (Netz- und Technikvorstand der RheinEnergie AG) und Dieter Kaiser (Sprecher der Geschäftsführung Westfalen Weser Netz GmbH)
Bild: EWE AG

 

 
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Dienstag, 16.02.2016, 13:00 Uhr