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Enerige & Management > Stromnetz - Eurelectric wirbt für Smart Meter
Bild: Fotolia.com, Stefan Redel
STROMNETZ:
Eurelectric wirbt für Smart Meter
Die Betreiber von Elektrizitätsverteilnetzen (DSO) sollten ihre Preise stärker als bisher an der Kapazität ausrichten, die sie ihren Kunden zur Verfügung stellen.
 
Das verlangt der europäische Spitzenverband der Elektrizitätswirtschaft, Eurelectric, in einer Erklärung, die am 22. Mai in Brüssel vorgestellt wurde. Die industriellen und die privaten Kunden müssten „fair und effektiv“ an den Kosten der Verteilnetze beteiligt werden, sagte der Vorsitzende des DSO-Ausschusses von Eurelectric, Peter Birkner (Mainova AG). Das sei mit Tarifen, die sich alleine am Verbrauch orientierten, nicht möglich.
 
Die Netztarife müssen in allen EU-Staaten von den Regulierungsbehörden genehmigt werden. Nach einer Untersuchung des Verbandes (Network tariff structure for a smart energy system: http://www.eurelectric.org/media/80239/20130409_network-tariffs-paper_final_to_publish-2013-030-0409-01-e.pdf   ) machen die Entgelte für die Übertragungs- und Verteilnetze (TSO und DSO) in den EU-Staaten zwischen 20 und 50 % der Strompreise aus. Aufschläge pro Kilowattstunde entsprechen danach nicht der Kostenstruktur der DSO und stellen keinen Anreiz dar, den Stromverbrauch in nachfrageschwache Zeiten zu verlagern.
 
In der Erklärung unterstreicht der Verband, dass die DSO in der Energiewirtschaft neue Aufgaben übernehmen müssten, um das schwankende Angebot mit der Nachfrage abzustimmen. Dafür seien neue Instrumente nötig, um das „Flexibilitätspotenzial“ der Verbraucher zu erhöhen. Die DSO müssten das richtige Preissignal zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort zur Verfügung stellen, sagte Birkner bei der Vorstellung der Erklärung. Dabei spielten „Smart Meter“ und der Einsatz von Kommunikationstechnik eine zentrale Rolle, um die Verbraucher besser zu informieren und ihr Problembewusstsein zu erhöhen.
 
„Aktive Verbraucher“ könnten einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung bei der Verteilung von Strom leisten. Die Voraussetzung dafür sei auch ein „effizienter und transparenter Umgang“ mit den anfallenden Daten. Damit die DSO ihre Aufgabe als „neutraler Mittler“ zwischen Anbietern und Verbrauchern von Elektrizität mittelfristig erfüllen können, müssen sie nach den Berechnungen von Eurelectric 400 Mrd. Euro bis 2020 investieren. Das sei nur möglich, wenn durch die Regulierung stärkere Investitionsanreize erzeugt würden, heißt es in der Erklärung weiter. Um die energie- und klimapolitischen Ziele der EU zu unterstützen, müsse die Regulierung „vorhersehbar“ sein, für eine schnellere Rückzahlung der Investitionen in „Smart Meter“ sorgen und sie dürfe Innovationen nicht behindern. Die Netzentgelte müssten dem Investitionsbedarf ebenso Rechnung tragen wie den laufenden Kosten der Verteilnetze.

Verbrauch besser steuern
 
Die Vertreterin des Bundeswirtschaftsministeriums, Kristina Haverkamp, räumte ein, dass die Tarifstruktur der Netzentgelte den Aufgaben der DSO nicht angemessen sei. Neben Anreizen für Investitionen und die Verbrauchssteuerung müssten sie auch zu einer „Lastenteilung“ beitragen, sowohl zwischen den Regionen als auch zwischen Verbrauchern und sog. Prosumern. Damit sind „Teilzeiterzeuger“ gemeint, die einen Teil ihres Stroms selbst herstellen, dafür aber kein Netzentgelt entrichten. Dem Einsatz der „Smart Meter“ steht man in Berlin skeptischer gegenüber als in den meisten anderen EU-Ländern. Für viele Verbraucher stünden Kosten und Nutzen nicht in einem vernünftigen Verhältnis, sagte Haverkamp. Das behindere einen „marktbasierten Einsatz“ dieser Technologie. Den deutschen Verbrauchern sei außerdem sehr bewusst, dass mit den „Smart Metern“ hochsensible, persönliche Daten erzeugt würden.
 
Kommissionsdirektor Jan Panek begrüßte die Erklärung von Eurelectric. Sie trage dem Umstand Rechnung, dass in der Energiewirtschaft der Zukunft „neue Geschäftsmodelle“ notwendig seien, um die neuen Aufgaben der DSO zu erfüllen. In den einzelnen EU-Staaten und Regionen seien unterschiedliche Lösungen nötig, die jedoch den gleichen Grundsätzen wie zum Beispiel der Nicht-Diskriminierung genügen müssten. Die DSO hätten eine Schlüsselrolle bei der Schaffung eines offenen, transparenten und wettbewerbsorientierten Marktes. Dafür müssten sie ihren Kunden neue Dienstleistungen anbieten. Die Kommission vermisse jedoch, dass man bei Eurelectric nicht genug zwischen solchen Dienstleistungen unterscheide, die auch in Zukunft ein „natürliches Monopol“ darstellten, und solchen Services, die im Wettbewerb angeboten werden könnten.

 
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Freitag, 23.05.2014, 10:11 Uhr