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Enerige & Management > Studie - Gasvereinbarung schnell für Wasserstoff öffnen
Bild: Fotolia, JiSign
STUDIE:
Gasvereinbarung schnell für Wasserstoff öffnen
Laut einer Studie des Ikem ließe sich Wasserstoff mit geringen Anpassungen der Kooperationsvereinbarung Gas zügig in die heutige Gaswirtschaft integrieren.
 
Die Wasserstoffwirtschaft könnte operativ in den bestehenden Gasmarkt integriert werden, so eine Analyse des „Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität“ (IKEM) im Auftrag von Gasunternehmen der „GET H2 Initiative“. Die Studie macht auch konkrete Umsetzungsvorschläge. Die beauftragenden Unternehmen sind Gascade Gastransport, Nowega, RWE Generation und Uniper. Die H2-Initiative, hat das Ziel, den Kern für eine bundesweite Wasserstoffinfrastruktur zu etablieren.

Simon Schäfer-Stradowsky, Geschäftsführer des IKEM kommentierte: „Das Gutachten zeigt, um Wasserstoff in die Gaswirtschaft zu integrieren, müssen wir das Rad nicht neu erfinden.“ Wirtschaft und Industrie stünden bereit, den Prozess zu beginnen, der Gesetzgeber müsse nur noch den Startschuss dafür geben. „Dabei darf er aber nicht vergessen, auch den energierechtlichen Rahmen anzupassen“, mahnte Schäfer-Stradowsky.

Kleine Eingriffe für Wasserstoff-Integration

Bereits durch kleine Eingriffe in das Branchen-Regelwerk könne laut Ikem parallel zum Erdgas ein eigenes Marktsegment entstehen. Dadurch könne Wasserstoff zeitnah einen Beitrag zur Dekarbonisierung in den ersten Zielsegmenten der nationalen Wasserstoffstrategie – Industrie und Verkehr – auf Basis etablierter Marktprozesse leisten. „Jetzt mit der Wasserstoffintegration zu beginnen, bedeutet, harte Regelungen und hohe Kosten in der Zukunft zu vermeiden“, heißt es in der Analyse.

Michael Kalis, rechtswissenschaftlicher Referent am Ikem sagte: „Auch wenn die aktuelle Kooperationsvereinbarung Gas (KoV Gas; d. Red.) Wasserstoff weitgehend außen vor lässt, kann Sie eine hervorragende Grundlage für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft bilden.“ Die notwendigen Änderungen seien zum Teil nur formeller Art, wie die Aufnahme von Wasserstoffnetzen in die Begriffsbestimmungen. Zum Teil seien komplexere Änderungen nötig, wie beim Thema Regelenergie oder Kapazitätsmanagement. “Insgesamt ist die Umsetzung aber einfach möglich“, meint Kalis.
  KoV Gas bisher nur für Erd- und Biogas

Die KoV Gas ist die Kooperationsvereinbarung zwischen den deutschen Betreibern von Gasversorgungsnetzen. Gemäß § 20 Abs. 1b EnWG sind sie zur Zusammenarbeit verpflichtet, damit der Transportkunde zur Abwicklung eines Transports auch über mehrere, verbundene Netze nur einen Einspeise- und einen Ausspeise-Vertrag abschließen muss. Im nächsten Anpassungszyklus der KoV Gas könnte so der Transport von Wasserstoff durch die verschiedenen Gasversorgungsnetze in Deutschland als Teil der etablierten Prozesslandschaft geregelt werden.

Dabei sollten jedoch auch die Belange bestehender Wasserstoffnetzbetreiber, Wasserstoffproduzenten sowie -konsumentengruppen berücksichtigt werden, da ihre Interessen nicht zwangsläufig mit denen der Erdgas-Stakeholder identisch sind, mahnt das Ikem-Gutachten. Wasserstoffnetze seien bisher weder in der KoV Gas noch im einschlägigen Rechtsrahmen geregelt. Allein deshalb seien Änderungen in der KoV Gas notwendig. Außerdem sollten Vereinbarungen und Regelungen für die Bilanzierung von Wasserstoff ergänzt werden. Bisher umfasst die KoV Gas nur Biogasbilanzkreise.

Die Anpassungen der KoV Gas können entweder direkt in die Kooperationsvereinbarung integriert werden oder separat in einer Anlage erfolgen, so das Ikem. Das Gutachten empfiehlt eine separate Regelung. Dadurch werde ein unnötiger Komplexitätszuwachs vermieden. Das Gutachten beinhaltet einen konkreten Vorschlag, wie eine separate Regelung aussehen könnte. Die Änderungen wurden wie bei den Regelungen des Biogas-Bilanzkreisvertrages als Anhang der KoV Gas angefügt. Dazu sei jetzt das Handeln des Gesetzgebers noch in dieser Legislaturperiode erforderlich, sodass Deutschland bei Wasserstofftechnologien die Nummer Eins in der Welt wird.

Das IKEM-Gutachten „Anpassung KoV Gas auf Wasserstofftransport“    stellt die Get-H2-Initiative auf ihrer Internetseite zum Download bereit.

 
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Donnerstag, 05.11.2020, 12:11 Uhr