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Enerige & Management > Bilanz - Hannover mit leichtem Verlust
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
Hannover mit leichtem Verlust
Die schwachen Strompreise, aber auch der warme Winter belasten die Jahresbilanz der Stadtwerke Hannover. Der Gewinn sank 2014 um 8 Prozent auf 98,1 Mio. Euro. Der Umsatz lag mit rund 2,37 Mrd. Euro 3,4 Prozent unter dem Vorjahr.
 
„Trotz der äußerst schwierigen Rahmenbedingungen für den Strommarkt und die konventionelle Stromerzeugung haben wir unser Geschäft 2014 erfolgreich geführt“, sagte Stadtwerke-Vorstandschef Michael Feist bei der Vorstellung der Jahresbilanz am 11. März in Hannover. Noch stärker als im Jahr zuvor stehen allerdings die Kraftwerke aufgrund des Strompreisverfalls an der Börse unter Druck. So mussten die Stadtwerke auf den 2010 erworbenen Anteil am Kraftwerk Mehrum eine Wertberichtigung von 21 Mio. Euro vornehmen. Feist beklagte erneut, dass der „ordnungspolitische Rahmen für konventionelle Energieerzeugung weiterhin ungeklärt“ sei.

Wie lange man unter diesen Umständen noch konventionelle Kraftwerke betreiben könne, werde sich zeigen. Die Stilllegung des Gaskraftwerks Herrenhausen sei beantragt und im Verfahren. Für Mehrum halte man sich spätestens ab 2020 alle Optionen offen. Es sei denn, das Kraftwerk würde für „systemrelevant erklärt“, erklärte Technik-Vorstand Harald Noske. Doch das sei derzeit nicht absehbar, weil Berlin auf den Energy-only-Markt und nicht auf einen Kapazitätsmarkt setze.
 
Michael Feist beklagt weiter schlechte Rahmenbedingungen für konventionelle Kraftwerke
Bild: Stadtwerke Hannover

„Wir segeln mit unseren modernsten Kraftwerken leider unter Wasser“, so Noske. Mit Mehrum, der GuD-Anlage in Linden und der Beteiligung an einer virtuellen Kraftwerksscheibe fuhren die Stadtwerke im letzten Jahr insgesamt fast 30 Mio. Euro Verlust ein. Das Engagement am Großkraftwerk Staudinger bei Hanau laufe jedoch Ende 2015 aus. Als einzige Anlage produziere das gemeinsam mit VW betriebene Steinkohlekraftwerk Stöcken schwarze Zahlen.

Vom Unternehmensergebnis in Höhe von 98,1 Mio. Euro fließen als Gewinnabführung 88,9 Millionen Euro an die Anteilseigner: Die städtische Holding VVG erhält 71,7 Mio. Euro, die Region 0,6 Mio. Euro und die Thüga 16,6 Mio. Euro. Aufgrund der Überkreuzbeteiligung überweist Thüga wieder rund 49 Mio. Euro, fünf Prozent mehr als im Vorjahr, nach Hannover. In die Gewinnrücklagen fließen 6,0 Mio. Euro. Die Kommunen im Netzgebiet konnten sich über 40,9 Mio. Euro Konzessionsabgabe freuen.
 
Wachstumstreiber Contracting

Auf Wachstumskurs und einem Plus von fünf Prozent im Ergebnis (15,3 Mio. Euro) segelt Contracting-Bereich der Stadtwerke Hannover. Die Töchter betreiben 1 780 Anlagen im In- und Ausland und setzten rund 1,7 Mrd. kWh Wärme ab. Im Baltikum betreibt die Tochter Danpower vier Anlagen mit einer Leistung von 44 MWth. In Estland habe man das Planziel erreicht, so Feist. In Litauen baue die 50-Prozent-Tochter Danpower Baltic in Vilnius und Kaunas zwei Biomasse-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 50 MWth.

Auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien ist im Plan. Die Windenergie soll weiter ausgebaut werden. Nach den Windparks Fischbeck in Sachsen-Anhalt und Martenberg in Hessen sowie der Gründung einer Windparkgesellschaft Ende 2014 im Kreis Peine bei Hannover wurde jetzt der Kauf eines weiteren Windparks in der Nähe von Fischbeck beschlossen. „Wir erzeugen bereits 650 Mio. kWh Grünstrom und versorgen damit 80 Prozent unserer Haushaltskunden“, berichtet Feist. Damit erreiche man die mit der Stadt vereinbarten Klimaziele vorzeitig. Eine bilanzwirksame CO2-Reduzierung um 700 000 t sei bereits im Jahr 2014 erfüllt worden.

Investieren wollen die Stadtwerke unter anderem rund 2 Mio. Euro in einen Wärmespeicher in Herrenhausen und ebenfalls etwa 2 Mio. Euro ein virtuelles Kraftwerk, wie Noske ergänzte. In die Ertüchtigung der Netze seien bereits 20 Mio. Euro, weitere 20 Mio. Euro seien vorgesehen, um Schaltstationen fit für die Zukunft zu machen.

Einen Ausblick auf 2015 mochte Stadtwerkechef Feist nicht geben, dafür aber kündigte er Preisstabilität für Gas, Strom und Wasser bis Ende 2015 an.
 
Stadtwerke Hannover in Zahlen
 
  2014 Veränderung
gegenüber 2013
Umsatz 2,37 Mrd. Euro - 3,4 %
Ergebnis 98,1 Mio. Euro - 8 %
Stromabsatz 15,46 Mrd. kWh - 5,5 %
Gasabsatz 22,66 Mrd. kWh + 4,3 %
Wärmeabsatz 1,12 Mrd. kWh - 17,5 %
Wasserabsatz 40,9 Mio. m3 + 1 %
Mitarbeiter 2 540 - 2 %

 
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Donnerstag, 12.03.2015, 12:12 Uhr