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Enerige & Management > Wirtschaft - Industrie will richtigen Rahmen für Klimaschutz
Bild: THesIMPLIFY, Fotolia.com
WIRTSCHAFT:
Industrie will richtigen Rahmen für Klimaschutz
Niedersächsische Politik- und Industrievertreter unterstützen das Klimaschutzgesetz und die CO2-Bepreisung, sofern hohe Energiepreise ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht beeinträchtigen.
 
Die Diskussion zum Klimaschutz in der Industrie fand in der Landesvertretung Niedersachsens in Berlin am 10. Oktober statt. Dabei sagte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), nur mit staatlichen Vorgaben sei Klimaschutz nicht möglich, weil die Industrie sonst einfach abwandere.

Die Industrie habe das Thema verstanden, aber der Umbau weg von fossilen Energieträgern sei sehr schwierig und teuer. Schließlich müsse Deutschland Industrienation bleiben und Arbeitsplätze erhalten. „Die Produktion in Deutschland ist zumeist umweltfreundlicher, als wenn wir sie einfach in andere Länder verlagern“, argumentierte Weil.

Franziska Wessels, 15-jährige Schülerin von Fridays for Future, erinnerte: „Wenn wir weiter machen wie bisher, haben wir in acht Jahren das Klimagasbudget Deutschlands aufgebraucht. Wir müssen jetzt schnell den Treibhausgasausstoß reduzieren, sonst ist es zu spät, die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen“.

Darauf erwiderte der niedersächsische Ministerpräsident: „Ich gehe davon aus, dass wir im Bundestag noch am Klimaschutzgesetz arbeiten können, zum Beispiel könnte ich mir einen höheren CO2-Einstiegspreis vorstellen“. Weil sagte, auch Manager hätten Kinder und so spiele sich die Klima-Diskussion zwischen den Generationen durchaus auch in den Familien der Industriekapitäne ab.

Niedersachsen will Windland Nummer 1 bleiben

Er kündigte an, wegen der neuen Abstandsregelung im Klimaschutzgesetz von 1 000 Metern für Windräder zur Wohnbebauung „genau hinzusehen und wahrscheinlich die Karte der Opt-Out-Möglichkeit zu ziehen“. „Wir sind Windland Nummer eins und wollen es bleiben“, sagte Weil. Allerdings machten gerade Parteien wie die AfD mit der Diskussion um Windräder Stimmung und es gelte, die Akzeptanz der Windkraft in der Bevölkerung zu erhalten.

Kajsa Borgnäs, Geschäftsführerin der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG Bergbau, Chemie, Energie, erinnerte, dass die Branchen sehr unterschiedlich betroffen seien, je nachdem wie energieintensiv ihre Produktionsprozesse sind. Technologischer Fortschritt könne Emissionen deutlich verringern, benötige aber eindeutige Leitplanken, damit die Unternehmen Investitionen planen können.

Christian Hartel, Vorstand der Wacker Chemie, verwies auf hohe Effizienzsteigerungen seiner Branche in den vergangenen 20 Jahren. „Wir sind die einzige Branche, die CO2 reduzieren und zu anderen Stoffen umwandeln kann“, sagte er. Dafür brauche man aber preiswerte erneuerbare Energie. „Mit einem Strompreis von vier Cent je KWh aus erneuerbaren Quellen könnten wir wettbewerbsfähig sein und Industrie nachhaltig umgestalten“, wünschte sich Hartel.

Dank der Klimademonstranten seien jetzt auch Stahl- und Zementindustrie bereit, mit ihr zu reden, sagte Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz. Das habe sich in den letzten fünf Jahren verändert.
Henning Marx, Kommunikationsvorstand des Ökostromproduzenten Oerstedt setzt auf grünen Wasserstoff. Er mahnte, schnell aus Pilotprojekten in die Großproduktion zu gehen, um den technologischen Vorsprung Deutschlands nicht zu verspielen.

 
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Freitag, 11.10.2019, 12:45 Uhr