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Enerige & Management > BHKW - KWK-Verband fordert Abschaffung des Flexdeckels
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BHKW:
KWK-Verband fordert Abschaffung des Flexdeckels
Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) fordert angesichts der Verzögerungen durch die Corona-Krise, die Frist (Flexdeckel) für die Fertigstellung von Projekten abzuschaffen.
 
In einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten unterstützt der BKWK die Forderung des Fachverbandes Biogas nach Aufhebung des Flexdeckels. Biogas-Blockheizkraftwerke für eine bedarfsorientierte Stromerzeugung bekommen seit dem EEG 2012 nur bis zu einer Höchstgrenze von 1.000 MW eine Flexibilitätsprämie. Zusätzlich müssen sie in der Karenzzeit bis zum 30. November 2020 in Betrieb gehen. Der Bundesrat hatte sich schon im September 2019 einstimmig dafür ausgesprochen, diese Begrenzungen (Flexdeckel) abzuschaffen. Nun bedrohe die Corona-Krise zusätzlich die termingerechte Fertigstellung. Daher fordern die Verbände die umgehende Abschaffung des Flexdeckels.

„Eine Vielzahl von Landwirtschaftsbetrieben und gewerblichen Investoren hat vertrauensvoll in die Zukunft von Biogasanlagen investiert“, schreibt Claus-Heinrich Stahl, Präsident BKWK, an die Abgeordneten. Dadurch seien Tausende von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, im Maschinen- und Anlagenbau, in Baubetrieben, Planungsbüros, der Energiewirtschaft und bei Service-Firmen entstanden, die von der Investitionsbereitschaft der Anlagenbetreiber und ihrem unternehmerischen Risiko leben. Die derzeitige weltweite Pandemie mit dem Coronavirus verursache jedoch Schwierigkeiten wegen der Quarantäne von Mitarbeitern bei Zulieferern, Baufirmen, Behörden, Planungsbüros, Zertifizierungsstellen, Energieversorgern und vielen weiteren Beteiligten, sowie Lieferengpässen und Verzögerungen durch geschlossene Grenzen.

Kette von Insolvenzen droht

„Der gegenwärtig avisierte Termin Ende November 2020 ist daher bei vielen Projekten nicht zu halten“, warnt Stahl. Verstreiche die Frist, drohten die betreffenden Unternehmen der Betreiber wie auch die der Anlagenbauer und Zulieferer in erhebliche Schwierigkeiten bis hin zur Insolvenz zu kommen. Schadensersatzforderungen eines in der Kette beteiligten Betriebes lösten dominoartig weitere Insolvenzen aus. Die einzelnen Projekte bedeuten in der Regel über 1 Mio. Euro Investition, deren Refinanzierung von der Flexibilitätsprämie abhängt. Eine Fristüberschreitung von einem Tag führe zum Totalverlust der Förderung, löse die angesprochenen Insolvenzen aus und ruiniere gesunde Existenzen.

Um unverschuldete Terminüberschreitungen bei der Fertigstellung der Anlagen zu verhindern, sei es zwingend erforderlich, die Ausschlussfrist zu verschieben, besser aber ganz aufzuheben, fordert der BKWK. Bei den letzten Ausschreibungen für Windkraft an Land und Photovoltaik habe die Bundesnetzagentur die Veröffentlichung ausgesetzt, sodass die Umsetzungsfristen nicht beginnen. Solch flexible Handhabung der rechtlichen Bestimmungen müsse auch in Legislative, Exekutive und Administration möglich sein.

Biogasanlagen zu flexiblen Stromerzeugern machen

Noch besser für die Klimaschutzziele und die Energiewende aber wäre es, die Begrenzungen komplett aufzuheben und die Chancen der Weiterentwicklung der bestehenden Biogasanlagen zu flexiblen Stromerzeugern zu nutzen. Aus Biogas kann Strom nachhaltig erzeugt werden, es ist speicherbar und kann dadurch die Schwankungen in der Energieerzeugung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen ausgleichen, argumentiert der Fachverband Biogas. Biogasanlagen mit flexiblen BHKW können als regenerative Speicherkraftwerke funktionieren: Spitzenlast liefern, das Stromnetz entlasten und stützen, den ländlichen Raum klimaschonend mit Wärme versorgen, Power-to-Heat aufnehmen, mit Reststoffen aus Naturschutzkulturen das Grundwasser vor Nitraten schützen, den Humusgehalt im Boden steigern und die Artenvielfalt unterstützen, appellieren die Verbände.

 
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Freitag, 27.03.2020, 15:19 Uhr