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Enerige & Management > Regenerative - Mehr Mittel für Forschung und Entwicklung zur Energiewende
Bild: lassedesignen / Fotolia
REGENERATIVE:
Mehr Mittel für Forschung und Entwicklung zur Energiewende
Die Energiewende kommt nur voran, wenn der Staat in Forschung und Entwicklung investiert. Ob er dies ausreichend tut, lässt sich jetzt am Energieforschungsbericht 2020 überprüfen.
 
Diesen hat das Bundeskabinett am 17. Juni beschlossen und darin gleichzeitig die Fortschritte des 7. Energieforschungsprogramm dokumentiert. Beteiligt sind die drei Bundesministerien für Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie Ernährung und Landwirtschaft. Bei der Präsentation des Berichts betonten die Ministerinnen Anja Karliczek, Julia Klöckner und Minister Peter Altmaier (alle CDU), dass Energiewende und Klimaschutzziele ohne ausreichende Förderung von Forschung und Entwicklung undenkbar seien. Der Weg „zu einer nachhaltigen Energieversorgung kann nur dann gelingen, wenn wir Weltmeister in innovativen Energietechnologien und einer starken Energieforschung werden“, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek.

Bilanz 2019: 1,15 Mrd. Euro sind 9 % mehr als im Jahr zuvor

Das 7. Programm umfasst den Zeitraum 2018 bis 2022 und geplante Investitionen des Bundes von insgesamt 6,4 Mrd. Euro. Davon hat die Berliner Koalition im Jahr 2019 rund 1,15 Milliarden Euro in die Forschung, Entwicklung und Demonstration moderner Energie- und Effizienztechnologien gesteckt. Das sind etwa 9 % mehr im Vergleich zu den 1,06 Mrd. Euro aus 2018.

Als Leuchtturmprojekte bei der Energiewende dienen die seit Ende 2019 geförderten Reallabore, die bestimmte Quartiere oder Städte intelligent vernetzen und grüne Energie in verschiedenen Sektoren erzeugt, transportiert und nutzt. So fördert der Bund ein Quartier in Bedburg (Rhein-Erft-Kreis), wo ein energieoptimiertes Neubaugebiet mit 130 Wohneinheiten entstehen soll. Strom kommt dafür perspektivisch aus einem nahe gelegenen Windpark. In Essen wächst für das ausgewählte Quartier ein Niedrigtemperatur-Wärmenetz, gespeist aus Wasserstoff, das digital gesteuert wird.

Erheblich mehr Geld für die Forschung an synthetischen Treibstoffen

Im vorgelegten Zahlenwerk lassen sich politische Schwerpunkte in bestimmten Bereichen der Energieforschung gut erkennen. So gab der Bund 2018 im Sektor Mobilität und Verkehr noch das meiste seiner insgesamt gut 16 Mio. Euro Fördergelder an laufende Vorhaben in der Batterieforschung aus. 2019 gingen bereits mehr als die Hälfte der rund 35 Mio. Euro in die Erforschung synthetischer Kraftstoffe, die im Jahr zuvor nicht nennenswert in Erscheinung trat. Neue Projekte in diesem Sektor erhielt zudem Förderzusagen über gut 38 Mio. Euro.

Für die Forschung und Entwicklung der Windenergie (u.a. Technik) hat die Bundesregierung wieder mehr Geld übrig, reagiert nach eigenen Angaben im Bericht damit auch auf den Einbruch beim Ausbau der Windenergie an Land 2018. In jedem Jahr fiel auch die Förderung auf 60 Mio. Euro zurück. Allerdings reichen die Fördermittel für laufende Vorhaben in Höhe von rund 73 Mio. Euro noch nicht an das Rekordförderjahr 2017 heran. Der Bund will mit seiner Förderung, die weitere Zusagen für neue Projekte in Höhe von 79 Millionen Euro umfasst, in diesem Bereich die Kosten für Strom aus Windenergie weiter senken und die Zuverlässigkeit der Anlagen erhöhen. Auch solle die Förderung „dabei unterstützen, dass künftige Anlagen nochmals leistungsstärker, zuverlässiger und mit einer höheren Volllaststundenzahl zur Verfügung stehen“, so der Bericht. Auch die Fördermittel für Energiespeicher erholt sich. 21 Mio. Euro für laufende Projekte bedeuten Mehrinvestitionen des Bundes gegenüber 2018, stellen aber immer noch das drittschlechteste Jahr seit 2012 dar. Neue Projekte erhielten Fördermittel in Höhe von 28 Mio. Euro. Auf laufende Vorhaben in der Solarenergie entfallen jetzt nahezu 100 Mio. Euro auf unterschiedliche Bereiche von der Technologieförderung bis zur Grundlagenforschung und Systemfähigkeit von Anlagen.

Um Energieeffizienz in Gebäuden, Quartieren und Städten besser zu erforschen, gab der Bund 2019 mehr als 93 Mio. Euro aus, das ist ein enormer Sprung von zuvor knapp 80 Mio. Euro. Damit erhalten laufende Vorhaben etwa für thermische Energiespeicher sowie effizientere Wärme und Kälte finanzielle Hilfe. Speziell in Industrie, Handel und Gewerbe beliefen sich die Energieforschungsmittel auf 66,2 Mio. Euro für laufende Vorhaben sowie 96,21 Mio. Euro für neue Forschungsprojekte.

Der "Bundesbericht Energieforschung 2020"   steht auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums als PDF zum Download bereit.

 
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Donnerstag, 18.06.2020, 17:02 Uhr