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REGENERATIVE:
Neue Biogas-Dimension in Schwandorf
Die Regensburger Eon Bayern AG errichtet im oberpfälzischen Schwandorf zusammen mit der Eon Bioerdgas GmbH und der Schmack Biogas AG die europaweit bislang größte Anlage zur Erzeugung und Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität.
 
Die erste Biogasanlage von Eon Bayern ging Mitte 2006 in Dachelhofen, einem Ortsteil von Schwandorf, in Betrieb. Neben der bestehenden 640 kW-Biogasanlage, in direkter Nachbarschaft zum Firmensitz der Schmack Biogas AG, soll bis Dezember dieses Jahres eine weitere auf 4 MW elektrische Leistung ausgelegte Anlage entstehen, die Biogas in das Erdgasnetz einspeist.

"Mit der neuen Anlage in Schwandorf zünden wir die zweite Stufe unserer Biogasoffensive", unterstrich Dr. Peter Deml, Vorstandsvorsitzender von Eon Bayern, bei der Vorstellung des Projektes am 13. Juli. Im Rahmen seiner "Biogasoffensive" hat das Regensburger Unternehmen 2006 und 2007 in Schwandorf sowie in Arzberg, Hammelburg, Bad Bocklet und Poing insgesamt rund 10 Mio. Euro in Biogasanlagen mit jeweils rund 600 kW Leistung investiert. "Die Biogastechnologie ist deshalb so interessant, weil sie heute schon an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit liegt", betonte Deml.

Aufbereitetes Biogas koste derzeit noch 20 bis 30 Prozent mehr als Erdgas. "Das liegt an den Erzeugungskosten der landwirtschaftlichen Rohstoffe und an den Arbeitskosten, die mit der Ernte und dem Abtransport zu den Bioerdgasanalgen verbunden sind. Allein diese Rohstoffkosten liegen bereits in der Größenordnung der Kosten des Erdgases", erklärte der Geschäftsführer der Eon Bioerdgas GmbH, Friedrich Wolf. Die eigentlichen Herstellungskosten kämen dann erst dazu.

Die Biogasanlage in Schwandorf soll jährlich etwa 61 500 t nachwachsender Rohstoffe vergären. Eine Druckwechseladsorptions-Anlage der CarboTech Engineering GmbH soll das Kohlendioxid im Rohgas abscheiden. Ziel ist, jährlich rund 8,2 Mio. m3 aufbereitetes Biogas in das Gasnetz der Eon Bayern Netz GmbH zu pressen. Der damit erzeugte Strom wird im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes mit knapp 7,5 Cent/kWh vergütet.

Um die Projektierung, Errichtung sowie den Betrieb der Anlage kümmert sich die Schmack Energie Holding GmbH. Die Eon Bioerdgas GmbH wird die Einspeisung und Vermarktung des Biogases übernehmen, die Eon Bayern Wärme GmbH soll die Wärme vermarkten. An der neu gegründeten Betreibergesellschaft, der Feldgasenergiezentrum GmbH, sind die drei Unternehmen jeweils zu einem Drittel beteiligt. Auch die Investitionssumme in Höhe von rund 15,8 Mio. Euro teilen sich die Partner.

Für die Schmack Biogas AG ist das Projekt ein wichtiger Schritt in das Geschäftsfeld Eigenerzeugung. "Wir sehen in diesen wirtschaftlichen Großanlagen die Zukunft im Biogas-Markt", hob Unternehmensgründer und Vorstandssprecher Ulrich Schmack hervor. Der große Vorteil der Biogaseinspeisung liege in der Trennung der Biogasproduktion von der Energieverwertung. Durch den hohen Gesamtnutzungsgrad von bis zu 90 Prozent entwickelten sich Biomethananlagen zu echten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, so Schmack: "Diese können bei einem vermehrten Ausbau konventionelle Kraftparks ersetzen und durch ihre Flexibilität auch Windflauten ausgleichen."

Die Ruhrgas-Tochtergesellschft Eon Bioerdgas plant mindestens sechs weitere Projekte dieser Größenordnung in Bayern. "Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden wir ein umfangreiches Portfolio an Bioerdgas zur Verfügung stellen und in das deutsche Erdgasnetz einspeisen", kündigte Wolf an. Dabei will das Unternehmen auch Biomethan von anderen Erzeugern erwerben und in das Portfolio integrieren. Denn die Einspeisung von Biogas ins Gasnetz "kann zur deutlichen Verminderung von CO2-Emissionen beitragen und einen Teil der Erdgasversorgung aus heimischen sowie regenerativen Quellen sicherstellen", so Wolf.

 
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Montag, 16.07.2007, 16:55 Uhr