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Enerige & Management > Europa - Ölpreise wirken stärker als Klimapolitik
Bild: malp / Fotolia
EUROPA:
Ölpreise wirken stärker als Klimapolitik
Die Folgen der europäischen Klimapolitik finden in den Büchern der internationalen Energiekonzerne bislang nur teilweise ihren Niederschlag. 
 
Nach einer Untersuchung der Umweltorganisation Carbon Tracker kalkulieren viele Unternehmen der Öl- und Gaswirtschaft weiter mit Preisen, die unvereinbar sind mit den politisch verkündeten Klimazielen. Allerdings seien die in Europa ansässigen Firmen dabei weiter vorangekommen als in den USA.

So hätten Repsol, Shell und BP ihre Referenzpreise deutlich nach unten korrigiert. Dabei spielten zwar auch andere Faktoren als die in Aussicht gestellte Energiewende eine Rolle, andere Fördergesellschaften rechneten jedoch weiter mit stabilen Öl- und Gaspreisen. Die Referenzpreise dienen zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von neuen Förderprojekten. Die genannten Firmen seien damit wesentlich vorsichtiger als die meisten anderen Fördergesellschaften. 

So hat BP ihren Referenzpreis von 75 auf gut 50 US-Dollar je Barrel Rohöl zurückgenommen und muss jetzt Investitionen zwischen 13 und 17,5 Mrd. Dollar abschreiben. Die Wirtschaftsprüfer von BP gingen dabei von einem CO2-Preis im ETS von 100 Dollar je Tonne aus. 

Shell hat ihre Prognose von 70 auf 60 Dollar gesenkt, Total sogar auf 50 Dollar. Repsol rechnet nicht mehr mit 85 Dollar je Barrel, sondern erwartet einen Rückgang des Ölpreises von 65 Dollar in den nächsten Jahren auf 45 Dollar bis 2050. 

Diese Preise lägen noch immer deutlich über Ölpreisen, „die mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar sind“, heißt es in der Studie. Eine Preisentwicklung, die mit der international vereinbarten Klimapolitik vereinbar sei, führe voraussichtlich zu Ölpreisen unter 50 Dollar je Barrel. Die Autoren erwarten deswegen, dass die Referenzpreise zumindest in Europa weiter zurückgenommen werden, um testierfähige Abschlüsse vorzulegen. 

Auswirkungen werde das laut Carbon Tracker nicht nur auf das Vermögen der Fördergesellschaften haben, sondern vor allem auf ihren Börsenwert. Letzterer leide vor allem unter den noch nicht entwickelten Projekten, die bei niedrigeren Öl- und Gaspreisen nicht realisiert würden. 

Im Gegensatz zu den genannten Gesellschaften, gingen andere Fördergesellschaften in Europa weiter davon aus, dass die Nachfrage nach Öl und Gas zumindest nicht nachlasse. Eni etwa rechne nach 2022 wieder mit Ölpreisen über 70 Dollar, Equinor nach 2030 sogar mit 80 Dollar je Barrel. Damit seien sie immer noch deutlich vorsichtiger als die amerikanische Konkurrenz von ExxonMobil oder Chevron, die ihre Referenzpreise zwar nicht veröffentlichten, aber die Klimapolitik in ihren Geschäftsberichten noch nicht einmal erwähnten.

 
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