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Enerige & Management > Interview - Sagen Sie mal: Theo Waerder
Bild: BillionPhotos.com / Fotolia
INTERVIEW:
Sagen Sie mal: Theo Waerder
Corona hat viele wichtige Entscheidungen verzögert, auch die über die künftige Nutzung der 450-MHz-Frequenz. Dabei brauchen die Versorger dringend das relativ langwellige Netz.
 
Herr Waerder, in welchem Umfang haben Sie zu Anfang mit Unterstützung Ihrer Initiative gerechnet?
Zu Anfang haben wir als Netzbetreiber der Stadtwerke nur eine Handvoll Versorger in der näheren Umgebung gefragt, was sie von einem 450-MHz-Netz halten. Für uns war von Beginn an klar, dass es für ein Querverbundunternehmen wichtig ist, eine schwarzfallfeste Kommunikationslösung zu haben. Wer eine kritische Infrastruktur betreibt, egal ob Strom-, Gas- oder Wassernetz, muss Anlagen schalten und im Krisenfall sicher kommunizieren können. Das bedeutet, dass man als Betreiber uneingeschränkten Zugriff auf das Netz haben muss und sich voll auf dieses verlassen können muss. Bei einem externen Anbieter, der ja in der Regel kommerzielle Interessen mit dem Netz verfolgt, ist diese uneingeschränkte Verfügbarkeit nicht ohne weiteres garantiert. Das sehen immer mehr Energieversorger so. Deshalb wächst unser Unterstützerkreis stetig. Und natürlich ist das auch ein selbstverstärkender Prozess. Wenn große Netzbetreiber wie Netze BW, das Bayernwerk oder auch DB Energie uns unterstützen, hat das für viele andere eine Signalwirkung. Somit ist das Wachstum zwar zu erklären, wirklich gerechnet haben wir mit einer solchen Resonanz aber nicht. Das Engagement der Unternehmen zeigt aber auch, wie dringend die Frequenz benötigt wird.

 
Theo Waerder ist Geschäftsführer der Bonn-Netz GmbH und Vorstand der Versorger-Allianz 450. Mittlerweile unterstützen fast 200 kommunale Unternehmen die Initiative, die eine Gesellschaft gründen will, um sich für eine 450-MHz-Lizenz zu bewerben.
Bild: Stadtwerke Bonn


Wie sieht Ihr Ansatz für die Nutzung eines 450-MHz-Netzes aus?
Wir wollen ein Netz für die Branche und allen Energie- und Wasserversorgern eine diskriminierungsfreie Nutzung ermöglichen. Ich gehe davon aus, dass sich aus dem Unterstützerkreis fünf bis zehn Unternehmen an einer gemeinsamen Gesellschaft, einer GmbH und Co.KG, beteiligen werden, die dann das Netz bundesweit aufbauen soll. Nach Möglichkeit greifen wir dabei auf Flächen und Infrastruktur der Gesellschafter zurück. Der eine oder andere kann Masten zur Verfügung stellen oder hat vielleicht Flächen, die mit Glasfaser angebunden sind, auf denen Masten errichtet werden können. Die übrigen Unternehmen werden durch einen Verein repräsentiert, der Sitz und Stimme im Aufsichtsrat der Gesellschaft haben wird. Damit ist gewährleistet, dass die Innovationskraft aller Unternehmen in die Arbeit der Gesellschaft einfließen kann und alle Interessen Gehör finden.

Wird das 450-MHz-Netz reguliert sein?
Der Branche wird hoffentlich von der Bundesnetzagentur die Lizenz zugeteilt. Der Netzbetrieb selbst wird aber nicht reguliert sein. Allerdings haben wir schon beschlossen, dass sich die Gesellschaft beim Betrieb des 450-MHz-Netzes an der Anreizregulierung der Energienetze orientieren wird. Demnach wollen wir die Kosten decken und eine moderate Verzinsung für die investierenden Unternehmen erzielen. Denn das Netz soll schließlich ja auch weiterentwickelt werden und immer zukunftsfähig bleiben. Wir verfolgen aber keine kommerziellen Absichten damit. Wir werden nicht der Telekom Konkurrenz machen und versuchen, ihre Kunden abzuwerben. Wir wollen nicht den Gewinn maximieren. Es soll ein Netz von der Energie- und Wasserwirtschaft für die Branche sein, mit dem sichergestellt ist, dass die Datenkommunikation in einer kritischen Infrastruktur reibungslos funktioniert und im Schwarzfall eine sichere Kommunikation, etwa mit den Monteuren im Feld, verfügbar ist.

 
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Montag, 27.04.2020, 10:13 Uhr