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Enerige & Management > Effizienz - Smarte Kontrolle über Gerätegrenzen hinweg
Bild: Enit Systems
EFFIZIENZ:
Smarte Kontrolle über Gerätegrenzen hinweg
Enit Systems hat mit seinem „ENIT Agent“ ein System etabliert, das Energieverbräuche transparent darstellt: herstellerunabhängig und so einfach wie möglich.
 
Die Idee dazu entstand quasi im Labor. „Unser Ziel war es, die Integration und Auswertung von Energiedaten in den komplexen Umgebungen der mittelständischen Industrie zu vereinfachen“, erklärt Kai Klapdor, einer der vier Gründer des Freiburger Unternehmens Enit Systems.

Am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme haben sich die Wissenschaftler vor einigen Jahren kennengelernt. Sie wollten die verschiedenen Messsysteme, die es sowohl seitens der Hardware als auch bei der Software gibt, aufeinander abstimmen. Für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee gründeten Pascal Benoit, Simon Fey, Kai Klapdor und Hendrik Klosterkemper 2014 die „ENIT Energy IT Systems GmbH“ als Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme.

Software kompatibel mit allen gängigen Zählern

Aus der Idee ist mittlerweile ein Produkt entstanden, das rund 200 Industriekunden in Deutschland und im europäischen Ausland nutzen − das Monitoring- und Steuerungssystem „ENIT Agent“, das auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen zugeschnitten ist. Mit dem Enit Agent bieten die Freiburger ein Energiemanagementsystem als Komplettlösung für das Monitoring des Strom-, Wärme-, Gas-, Dampf- oder Wasserverbrauchs in Unternehmen an. Durch die Integration von Datenlogger, Gateway, Datenbank, Server und Analysesoftware in einem Gerät stellt er ein neuartiges Konzept im Energiemanagement dar.
 
Geschäftsführer der Enit Energy IT Systems GmbH in Freiburg Kai Klapdor und (links) Pascal Benoit mit dem Enit Agent
Bild: Verena Müller, Enit Systems

Die Hardware wird direkt an den Übergabezähler und an das Netzwerk angeschlossen. Der Enit Agent sei mit wenigen Handgriffen schnell installiert und liefere in kürzester Zeit auch die ersten Daten. „Was wir nicht anbieten, sind eigene Zähler“, sagt Klapdor. „Zum einen können das andere besser, zum anderen wollen wir mit unserem Produkt unabhängig bleiben.“ Hier spricht der Geschäftsführer den eigentlichen Kern des Enit Agents an − die Software, die von den Freiburgern dazu entwickelt worden ist.

Diese liest die Daten der angeschlossenen Zähler aus. „Unser Enit Agent ist aufgrund seiner Softwarearchitektur kompatibel mit allen gängigen Zählern“, sagt Klapdor. Die Software sei zudem offen konzipiert: „Es können jederzeit neue Verbraucher mit angeschlossen werden.“ Auch das Aufspielen eines Updates sowie die Installation individueller Auswertungen und Kennzahlensysteme seien problemlos und schnell möglich. Was die Freiburger zusätzlich anbieten, sind Reportings und Empfehlungen.

Enit sei jedoch kein klassisches Energieberatungsunternehmen, betont der Geschäftsführer: „Wir liefern das System, also das Werkzeug. Aber wir haben die Software so ausgelegt, dass alle damit arbeiten können, etwa auch externe Energieberater.“ Die Datenhoheit bleibe bei aller Offenheit jedoch beim jeweiligen Unternehmen, denn die Daten selbst werden zentral und sicher beim Kunden abgelegt. Industriekunden könnten damit rund 5 bis 8 % im ersten Jahr an Energie einsparen − je nach Verbräuchen und Branche.

Einfach und flexibel in Betrieben einsetzbar

Ein Kunde von Enit Systems ist beispielsweise der Verkehrswegebauer Eurovia. Neben Fahrbahnarbeiten produziert und vertreibt das europaweit tätige Unternehmen Straßenbaumaterialien wie Asphalt und Bitumen in mehreren Werken. Dafür wird viel Energie benötigt. Seit knapp zwei Jahren werden an zwei Pilotstandorten − in Berlin und im Mischwerk Wilstedt (Schleswig-Holstein) − die Verbräuche über den Enit Agent erfasst.

Benjamin Fricke, Leiter Maschinentechnik bei Eurovia, zeigt sich bislang „sehr zufrieden“ mit Enit. Er habe eine Lösung gesucht, um die Verbräuche übersichtlich und dennoch flexibel zu visualisieren. Für den Enit Agent hat sich der Elektrotechniker letztlich entschieden, weil er multikompatibel ist. „Wir haben Zähler mehrerer Hersteller verbaut“, erzählt Fricke. „Allein aus diesem Grund gestaltete sich die Suche nicht ganz einfach, ein System zu finden, das mit unterschiedlich verbauter Hardware umgehen kann.“ Das Enit-System sei hier sehr flexibel und zugleich schnell einsatzbereit gewesen.

Die Verbräuche an den beiden Standorten, wo das System eingesetzt wird, konnten so reduziert werden, zum Beispiel konnten die Laufzeiten von Kompressoren und die der Heizungsanlagen für das Bitumen verringert werden. Zudem zeigt sich Fricke sehr zufrieden über den Austausch mit den Enit-Mitarbeitern: „Die Zusammenarbeit klappt gut. Es macht Spaß und die Leute von Enit sind hochmotiviert.“

Im sechsten Jahr nach der Gründung hat sich das Unternehmen damit solide am Markt etabliert und will künftig auch als Projektierer von Erneuerbaren-Anlagen tätig sein. Das habe sich aus den Gesprächen mit etlichen Kunden ergeben, erzählt Klapdor. „Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Industriekunden in den vergangenen Jahren haben wir den Zugang, das Kundenvertrauen und die notwendigen Unternehmenseinblicke geschaffen, um die nächsten Schritte zur Dekarbonisierung federführend zu gestalten.“ Ihre erste Photovoltaikanlage haben die Freiburger bereits erfolgreich umgesetzt. Und selbstverständlich gleich mit an das Energiemanagementsystem angeschlossen. In den nächsten Monaten sollen weitere Projekte folgen, nicht nur Solaranlagen, sondern auch Batteriespeicher und PtX-Anlagen.

ENIT Energy IT Systems GmbH
Enit Systems mit Firmensitz in Freiburg besteht derzeit aus 25 Mitarbeitern. Das Unternehmen wurde 2014 als Spin-off des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme gegründet. Der von ihm entwickelte Enit Agent ist ein All-in-one-System aus Datenlogger, Datenbank, Anwendungsserver und Webserver.

 
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