• Strom zumeist fester, CO2 kaum verändert, Erdgas legt zu
  • Amprion allein für Korridor B verantwortlich
  • 10 Mio. Euro Förderung für 20 MW Elektrolyseur übergeben
  • Forscher prognostizieren extremere Wetterereignisse
  • IEA mahnt weitere politische Maßnahmen für Klimaneutralität 2050 an
  • BDEW bekräftigt Notwendigkeit des Ausbaus
  • Bund sieht kein erhöhtes Brandrisiko bei E-Autos
  • Greenpeace Energy kritisiert neue EU-Beihilfeleitlinien
  • Störungsmeldung per QR-Code
  • EnBW holt beim Ergebnis auf
Enerige & Management > Klimaschutz - Startschuss für grünes Methanol in Leuna
Bild: Fotolia, frenta
KLIMASCHUTZ:
Startschuss für grünes Methanol in Leuna
Methanol ohne Treibhausgasemissionen ist das Ziel des Hydrogen Lab Leuna, das als Kooperation von Total Energies mit dem Elektrolyseurhersteller Sunfire und Fraunhofer gestartet ist.
 
Im Hydrogen Lab Leuna kann Methanol aus kohlenstoffarm-produziertem Wasserstoff und abgetrenntem Kohlendioxid hergestellt werden. Dies sei ein wichtiger Ansatz zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen. In dem Demonstrationsprojekt werden die verschiedenen dafür notwendigen Bausteine wie zum Beispiel die Nutzung erneuerbarer Energien integriert. Beteiligt an „E-CO2Met“ sind Total Energies, der Elektrolyseurhersteller Sunfire sowie die Fraunhofer-Einrichtungen für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) und für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS).
 
Total Energies produziert derzeit in der Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna rund 700.000 Tonnen Methanol pro Jahr auf Basis fossiler Rohstoffe und ist damit der größte Methanolproduzent in Europa. Das Projekt E-CO2Met sei daher ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität. Es ziele darauf ab, das Zusammenspiel von drei innovativen Prozessen zu testen: die Nutzung von CO2 aus der Raffinerie, die Verwendung von grünem Wasserstoff, der durch Hochtemperaturelektrolyse erzeugt wird, und die anschließende Methanolsynthese auf der Skalierungsplattform "Hy2Chem".

Nutzung von CO2 erprobt

„Das F&E-Programm von Total Energies zur CO2-Abscheidung und -Speicherung entwickelt Ansätze für die wirtschaftlich sinnvolle Wiederverwendung von CO2, die im Einklang mit den Klimaambitionen des Unternehmens stehen“, erläutert die Technologievorständin Marie-Noelle Semeria. E-CO2Met sei das erste Pilotprojekt von Total Energies zur Umwandlung von CO2 in Methanol mit erneuerbarer elektrischer Energie. Dieses Methanol könne erneuerbarer Kraftstoff sein oder Ausgangsstoff für eine weitere Veredelung zu Produkten wie nachhaltigen Flugzeugtreibstoffen, sagt sie.

„Mit der innovativen Herstellung von synthetischem Methanol können Erdöl und Erdgas in der chemischen Industrie ersetzt und die benötigten Rohstoffe klimaneutral produziert werden. Damit leisten wir einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Grundstoffchemie", sagt Thomas Behrends, Geschäftsführer der Total Energies Raffinerie Mitteldeutschland.

Hocheffiziente Elektrolyse aus erneuerbaren Energien

Ein Kernstück von E-CO2Met ist der 1-MW-Hochtemperaturelektrolyseur des Dresdner Herstellers Sunfire. Der Wirkungsgrad der Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus erneuerbarem Strom und Wasserdampf sei mit über 80 % weitaus höher als der von konventionellen Elektrolyseuren. „Dadurch benötigt die Anlage deutlich weniger Strom, um ein Kilogramm Wasserstoff zu erzeugen“, betont Sunfire-Geschäftsführer Nils Aldag.

Die Pilotanlage zur Umsetzung des grünen Wasserstoffs und von hochkonzentriertem CO2 aus den Produktionsprozessen der Raffinerie zu grünem Methanol ist das erste Projekt der vom Land Sachsen-Anhalt über EFRE-Mittel geförderten Skalierungsplattform Hy2Chem. „Mit der Hy2Chem-Plattform können wir die Nutzung des regenerativ erzeugten Wasserstoffs zur Herstellung von Basischemikalien und Kraftstoffen in nachhaltigen Syntheseprozessen erstmals im großen Maßstab erproben – auch unter den Bedingungen eines fluktuierend anfallenden Wasserstoffstroms“, erläutert Gruppenleiterin Ulrike Junghans, die das Projekt am CBP koordiniert.

Das Hydrogen Lab simuliert unterschiedliche Lastprofile der Einspeisung von erneuerbaren Energien und liefert damit wichtige Erkenntnisse zur Auslegung und zur Kostenschätzung der Systeme. „Wir können technologieoffen industrielle Elektrolyseure im Realbetrieb testen, gemeinsam mit der Industrie weiterentwickeln und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen zur Wasserstoffeinspeisung in das Pipelinesystem unseres Kooperationspartners Linde sammeln – und das bis zunächst fünf Megawatt“, sagt Moritz Kühnel, der die Forschungsaktivitäten zur Elektrolyse am Fraunhofer IMWS koordiniert.
 
Schematische Abbildung von Hydrogen Lab und geplanter
Methanolproduktion in Leuna.
Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken
Quelle: Fraunhofer IGB
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Dienstag, 15.06.2021, 12:53 Uhr

Mehr zum Thema