• Erdgas setzt steile Aufwärtsbewegung fort
  • Strom, CO2 und Gas überwiegend fester
  • Widerstreitende Reaktionen aufs neue Klimaschutzgesetz
  • Kabinett beschließt Gesetzesnovelle mit Klimaneutralität bis 2045
  • Südlink jetzt komplett in der Planfeststellung
  • RWE Q1: Ergebnis geschrumpft, Prognose bekräftigt
  • MVV steigert Ergebnis
  • Verbund: Quartalsgewinn sinkt um 7,6 %
  • Engie verliert Steuervorteil
  • Enapter entwickelt AEM-Elektrolyseur der Megawattklasse
Enerige & Management > KWK - Tennet setzt auf BHKW am Hauptsitz
Bild: Der neue Hauptsitz von Tennet
KWK:
Tennet setzt auf BHKW am Hauptsitz
In Bayreuth hat sich Tennet für seine neue Unternehmenszentrale für eine Versorgung mit BHKW, Brennwertkesseln und Kältemaschinen entschieden. Damit wird Strom, Wärme und Kälte erzeugt.
 
Tennet hat für zwei ihrer neuen Gebäude an ihrem Hauptsitz in Bayreuth ein Heizsystem installieren lassen - bestehend aus einem Blockheizkraftwerk (Loganova EN140) und zwei Gas-Brennwert-Heizkesseln (Logano plus SB745-800) -, berichtet Buderus, das Unternehmen, von dem das Heizsystem stammt.

Tennet hatte im Jahr 2018 mit dem Erweiterungsbau in Bayreuth begonnen, im nächsten Jahr sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Die Gesamtinvestitionen des Neubaus belaufen sich nach Zahlen von Tennet auf 20 Mio. Euro. Damit will der Übertragungsnetzbetreiber mehr als 200 Arbeitsplätze zusätzlich schaffen. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Mitarbeitenden laut Tennet deutlich gestiegen. 2016 waren es etwa 800, derzeit seien es nahezu 1.200 Beschäftigte am Standort Bayreuth. „Wir haben uns langfristig für Bayreuth entschieden und werden von hier aus die Energiewende mit dem Netzausbau und mit Innovationsprojekten für eine sichere Stromversorgung vorantreiben“, sagt Tennet-Geschäftsführer Otto Jager.

Betonkernaktivierung in den Gebäuden erhöht zusätzlich die Effizienz

Das BHKW mit 140 elektrischer und 212 thermischer Leistung bildet den Mittelpunkt der Anlage: Den erzeugten Strom nutzt Tennet entsprechend ihrem Bedarf entweder selbst oder speist ihn ins Stromnetz ein. Die bei diesem Prozess entstandene Abwärme überträgt das BHKW über einen Glattrohrwärmetauscher an das angeschlossene Heizsystem, von wo aus sie per Fußbodenheizung, Heizflächen und Warmluft im gesamten Verwaltungskomplex verteilt wird, erklärt Buderus das System. Im Sommer dagegen wandelt eine Absorptionskältemaschine die vorhandene Wärme um und nutzt sie zum Kühlen der Gebäude.

Zusätzlich sind die Gebäude mit einer Betonkernaktivierung ausgestattet, mit der sich Decken und Wände je nach Bedarf beheizen oder kühlen lassen. Dafür sind Rohrsysteme in die Betonbauteile der Gebäude integriert, in denen Wasser zirkuliert, das Wärme aus der Decke aufnimmt (Kühleffekt) oder an diese abgibt (Heizeffekt). „Energieeffizienz hat bei uns als Stromnetzbetreiber oberste Priorität. Deshalb möchten wir diese Effizienz natürlich auch in unseren eigenen Gebäuden umsetzen“, sagt Thomas Pfrang, Facility Manager bei Tennet.
 
Das Blockheizkraftwerk Loganova EN140 von Buderus in der neuen Heizzentrale von Tennet in Bayreuth
Bild: Thomas Schreyer

„Das BHKW läuft seit März 2018. Wir haben uns dafür entschieden, weil ein BHKW bei langer Laufzeit besonders wirtschaftlich ist und bezüglich der Auslastung dem Energiebedarf sowohl in den neuen Bürogebäuden bei Tennet als auch im Bestand entspricht“, erklärt Teamleiter Michael Meyer vom Planungsbüro Singer Ingenieur Consult, das das Heizsystem geplant hat. Vergangenes Jahr hat das BHKW knapp 1.050 MWh Wärme erzeugt und war gut 5.300 Stunden in Betrieb, im ersten Halbjahr 2020 waren es bereits 895 MWh bei mehr als 3.600 Betriebsstunden.

Zwei Gas-Brennwert-Heizkessel Logano plus SB745-800 ergänzen das BHKW, um Spitzenlasten im Wärmebedarf abzufangen. Mit einer Nennwärmeleistung von jeweils 680 kW sind sie laut dem Hersteller Buderus auf den Einsatz in großen Objekten ausgelegt. Die Wasserführung der Kessel unter dem Feuerraum unterstütze die Kondensation und sorge so für einen besonders effizienten Heizbetrieb. Außerdem verteilen die Wärmeerzeuger den Heizungsrücklauf über zwei verschiedene Kanäle im Wasserleitelement, sodass kälteres und wärmeres Wasser getrennt voneinander fließen – das sorge für eine optimale Wasserverteilung und einen höheren Brennwertnutzen.

Das Heizsystem ist in einem separaten Gebäude untergebracht. Von der Heizzentrale aus versorgt es die beiden neuen Gebäude auf dem Gelände sowie die Bestandsgebäude über Nahwärmeleitungen mit Wärme und Strom. Sollten zukünftig weitere Gebäude auf dem Campus hinzukommen, ist deren Nahwärmeversorgung in den aktuellen Plänen bereits berücksichtigt.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 07.09.2020, 09:13 Uhr