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Enerige & Management > Studie - Versorgern fehlt angeblich Mut zur Innovation
Bild: Fotolia, alphaspirit
STUDIE:
Versorgern fehlt angeblich Mut zur Innovation
Wie innovativ sind Deutschlands Energieversorger? Das hat eine Unternehmensberatung untersucht. Eine These: Große Entwicklungssprünge seien in diesem Jahr ausgeblieben.
 
Stadtwerke und große Energieversorger schauen einmal im Jahr interessiert auf eine Studie, die ihre Innovationsfähigkeit bewertet. Die Frankfurter Firma Axxcon mit Schwerpunkt Digitale Transformation hat im Corona-Jahr 28 Versorger unterschiedlicher Größe unter die Lupe genommen und im Vergleich zu 2019 „kaum neuartige oder gar disruptive Angebote in ihrem Kerngeschäft“ festgestellt, wie Axxcons Energiemarktexperte Stefan Jaschke mitteilt.

Die Unternehmensberatung hat 69 Angebote in den Bereichen Digitalisierung, effiziente Nutzung, Erzeugung und Speicherung von Energie, Elektro-Mobilität sowie innovative Services (Beratungsapps) und Vertriebsstrategien in ihre Bewertung einfließen lassen. Damit habe es insgesamt 24 neue Innovationen gegeben. Das ist auf den ersten Eindruck viel, liege aber auch an einem erweiterten Untersuchungsspektrum, so Axxcon.

Neu sind "Stay Home Entertainment" und Nahverkehr auf Bestellung

Echte Neuerungen erkennt das Unternehmen vor allem in den Kategorien „Stay Home Entertainment“, das die Stadtwerke Augsburg etabliert haben. Dazu zählen auch digitale Mitmach-Angebote wie „auxblick“, das Kunden beispielsweise zum Drehen von Videos fürs Internet animiert hatte. Die Idee Nahverkehr auf Bestellung der Stadtwerke in Münster und Duisburg finden die Analysten erwähnenswert, dazu die − aber bereits 2019 eingeleitete − Coworking-Space-Initiativen von EnBW, Badenova und der Stadtwerke Düsseldorf.
  Die Zurückhaltung, Innovationen zu etablieren, sei durch die Corona-Pandemie zwar verständlich. „Ein großer Wurf wird auf diese Weise jedoch nicht gelingen“, lässt Jaschke sich in einer Mitteilung aus. Was der „große Wurf“ sein könnte, wird indes nicht näher erläutert. Auch trifft die Studie nicht immer den Punkt, etwa in der Aussage, Nahverkehr on demand sei als Kategorie „von Corona getrieben“. Diese Einordnung hat auch bei den Stadtwerken Münster, die vor einem Jahr noch zum „Sieger“ der Innovationsstudie erklärt wurden, für Verwirrung gesorgt. War „Loop“, ein Stadtteil-bezogenes Angebot für Busverkehr ohne feste Abfahrtzeiten, doch von langer Hand geplant – zumal dafür im Vorfeld Fördermittel zu beantragen waren. „Corona hat auf Loop nur insofern Einfluss genommen“, sagt eine Sprecherin der Stadtwerke auf Anfrage von E&M, „dass wir aktuell nur vier statt sechs Fahrgäste gleichzeitig mitnehmen können.“

Beratungsunternehmen sieht EnBW in diesem Jahr vorn

Womöglich liegt die Unschärfe der Studie in gewissen Bereichen daran, dass die Angebote der Energieversorger allein aufgrund ihrer Einträge auf den Internetseiten untersucht wurden. Die Daten erhob Axxcon nach eigener Angabe im Mai und im September dieses Jahres. Daraus lesen die Analysten in einigen Bereichen deutliche Trends ab. So schreitet die Digitalisierung der Kundenkontakte offenbar flächendeckend voran. Online-Zählstände, elektronische Abrechnung und Kundenportale „werden nun von fast allen untersuchten EVUs angeboten“, so Stefan Jaschke. Das seien aber wenig überraschende Themen.

Im Vergleich der Versorgungsunternehmen hätten „große Player ihr Leistungsportfolio erweitert und auf dem Markt aufgeholt“, so Axxcon-Bereichsleiter Bernard Richter. Platz eins im Innovationsranking der 28 verglichenen Versorger vergab das Unternehmen an EnBW vor EWE und Eon. Vor einem Jahr teilten Eon, Innogy und die Stadtwerke Münster sich Rang eins vor EnBW und den Stadtwerken Augsburg (beide Zweite).

 
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Donnerstag, 29.10.2020, 17:27 Uhr