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Enerige & Management > Wasserstoff - Wasserstoff  "Made in Ostfriesland" in Vorbereitung
Bild: Fotolia
WASSERSTOFF:
Wasserstoff "Made in Ostfriesland" in Vorbereitung
Ab 2023 will Statkraft Markets zusammen mit dem Bündnis "H2Emden" grünen Wasserstoff für den Verkehrs- und Transportsektor in Ostfriesland anbieten.
 
Der Kraftwerkstandort Emden, der in den vergangenen Jahrzehnten schon einige fossile, aber vor allem immer mehr regenerative Projekte erlebt hat, wird um eine Facette reicher: Eine Investorengruppe plant in der ostfriesischen Seehafenstadt den Einstieg in die Wasserstoffherstellung. Dafür sind in den kommenden Jahren die Errichtung mehrere Elektrolyseure vorgesehen, deren Gesamtleistung stufenweise auf rund 50 MW ausgebaut werden soll. Wenn alles klappt wie geplant, sieht der Zeitplan die ersten Wasserstoff-Lieferungen ab Frühjahr 2023 an Kunden in der Region Ostfriesland vor.

Dieses Vorhaben haben der norwegische Energiekonzern Statkraft sowie die Energiepark Emden GmbH gemeinsam kurz vor dem vierten Advent vorgestellt, und sich mit einem sogenannten Letter of Intent sozusagen in die Startlöcher begeben.
Hinter der Energiepark Emden steht ein Konsortium, zu dem sich in Nord- und Ostfriesland ansässigen Unternehmen GP Joule, Terravent Investments und die Brons Group zusammengeschlossen haben.

„Nachdem anfänglich beide Seite eigene Wasserstoff-Projekte in Emden verfolgt haben, zeigte sich nach ersten Kontakten, dass ein Verschmelzen beider Initiativen wesentlich zielführender ist“, beschrieb Claas Mauritz Brons, Geschäftsführer des maritimen Schiffsdienstleister, bei einem virtuellen Pressegespräch die Vorgeschichte vom derzeit größten H2-Vorhaben in Ostfriesland.

Einigkeit besteht bei der Initiatoren, dass künftig über die noch zu gründende Vermarktungsgesellschaft "H2Emden" nur grüner Wasserstoff angeboten werden soll. Mehrere Quellen sollen den dafür notwendigen Ökostrom liefern. So planen GP Joule und die Brons Group seit geraumer Zeit einen größeren solaren Freiflächenpark in der Größenordnung zwischen 140 bis 160 MW auf dem Rysumer Nacken vor den Toren Emdens. „Diesen Strom wollen wir zumindest teilweise für die Wasserstoffherstellung nutzen“, kündigte Andre Steinau, Wasserstoff-Experte bei GP Joule, bei dem Pressetermin an.

Statkraft will eigenen Ökostrom zur Verfügung stellen

Statkraft, hierzulande bekanntlich größter Direktvermarkter von Strom aus EEG-Anlagen, will nicht nur diesen Grünstrom-Pool für die angestrebte Wasserstoffherstellung nutzen. Der Bau der Elektrolyseure ist auf dem Gelände des eigenen Emder Kraftwerksstandortes fest eingeplant. Dort betreiben die Norweger ein Altholzkraftwerk mit 20 MW Leistung, das sie 2009 vom damaligen Eon-Konzern im Rahmen eines Asset Swaps übernommen hatten.

„Mit unserem Biomassekraftwerk haben wir in der Anfangsphase genügend Ökostrom für die Wasserstoffproduktion rund um die Uhr zur Verfügung“, erklärte Matthias Holzenkamp, bei der Deutschland-Dependance Statkraft Markets für die Kraftwerksentwicklung zuständig.
 
Gruppenbild ohne Damen: Die Protagonisten des ostfriesischen H2-Projektes (im Uhrzeigersinn): Die Vetreter von GP Joule, Terravent, Statkraft sowie der Brons Group.
Foto: Statkraft Markets

Für Statkraft kommt das H2Emden-Projekt in Ostfriesland wie gerufen: In den wenigen Jahren endet die EEG-Vergütung für das Altholzkraftwerk im Emder Hafen. „Mit der Wasserstoffherstellung gibt es so etwas wie eine Anschlussregelung für das Kraftwerk“, so Holzenkamp. Nach seinen Worten wollen die Projektpartner mit einem Elektrolyseur in der Größenordnung zwischen 3 und 5 MW beginnen.

Wie schnell das angestrebte Ausbauziel von 50 MW erreichen werde, hänge von der Zahl der Abnehmer ab. Vornehmlich soll der künftige Wasserstoff „Made in Emden“ im Verkehrs- und Transportsektor genutzt werden. Für den entsprechenden Absatz soll die Vermarktungsgesellschaft H2Emden sorgen, für die die ostfriesischen Wasserstoff-Entrepreneure mehrere Partner aus der Region gewinnen. „Bei unserem Wasserstoff-Vorhaben in Nordfriesland setzen wir auf den gleichen Ansatz“, so GP Joule-Mann Steinau.

Nach seinen Worten haben der regionale Tankstellenbetreiber Score, die Reederei AG Ems oder auch die Stadtwerke Emden Interesse an einer Kooperation signalisiert. „Das Wasserstoff-Projekt kann ein wichtiger Impuls für unsere Region“, betonte Stadtwerkechef Manfred Ackermann auf E&M-Anfrage. Er könne sich vorstellen, dass sich sein Unternehmen an H2Emden beteiligt.

Nach aktuellen Zeitplan wollen die Projektpartner bis Mitte kommenden Jahres den Genehmigungsantrag für die ersten Elektrolyseure stellen. Sie rechnen damit, „ungefähr ein Jahr später die Bau- und Betriebsgenehmigung“ zu erhalten. Nach einem weiteren Jahr Bauzeit könnten dann im Frühjahr 2023 die ersten Wasserstoff-mengen ausgeliefert werden.

 
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