• Erdgas setzt steile Aufwärtsbewegung fort
  • Strom, CO2 und Gas überwiegend fester
  • Widerstreitende Reaktionen aufs neue Klimaschutzgesetz
  • Kabinett beschließt Gesetzesnovelle mit Klimaneutralität bis 2045
  • Südlink jetzt komplett in der Planfeststellung
  • RWE Q1: Ergebnis geschrumpft, Prognose bekräftigt
  • MVV steigert Ergebnis
  • Verbund: Quartalsgewinn sinkt um 7,6 %
  • Engie verliert Steuervorteil
  • Enapter entwickelt AEM-Elektrolyseur der Megawattklasse
Enerige & Management > Smart Grids - Wenig Bewusstsein für das Risiko
Bild: Fotolia.com, Ben Chams
SMART GRIDS:
Wenig Bewusstsein für das Risiko
Das Risikopotenzial, das intelligente Stromnetze für die Sicherheit und Stabilität der Stromversorgung haben, wird von Energiewirtschaft und produzierendem Gewerbe unterschätzt; zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Security & Safety in einer smarten Energiewelt“, die der TÜV Süd auf der Hannovermesse vorgestellt hat.
 
Untersucht wurde vom TÜV zusammen mit den Marktforschern von Technomar, wie groß bei Gewerbe und Energiewirtschaft das Bewusstsein für die Angreifbarkeit von intelligenten Netzen ist und welche Schutzmaßnahmen die Befragten bisher getroffen haben. Interviewt hat man dazu Anfang dieses Jahres insgesamt 255 Geschäftsführer und andere Entscheidungsträger bei großen Energieversorgern, Stadtwerken und Fertigungsbetrieben in ganz Deutschland. Erstaunliches Ergebnis der Befragung: Nahezu alle Befragten messen zwar einer stabilen Stromversorgung eine große Bedeutung bei, haben sich jedoch selbst nur in geringerem Umfang gegen Netzstörungen oder kriminelle Angriffe geschützt.

Schäden durch Schwankungen bei Frequenz und Spannung

Im Detail hat die Qualität der Stromversorgung für 89 % der großen Energieversorger, für 99 % der Stadtwerke und für 95 % der Fertigungsbetriebe einen „hohen Stellenwert“. Große Schäden entstehen in der Stromversorgung in der Regel nicht durch komplette Stromausfälle, sondern durch Schwankungen von Netzfrequenz und Spannung. Hier kann es zu Störungen in der Produktion, der IT und in Geräten zur Prozesssteuerung oder zur medizinischen Versorgung kommen.


Kai Strübbe: „Vor allem die Aussagen zur IT Security sehen wir mit großer Sorge“  Bild: TÜV Süd

Beim Blick in die Zukunft erwarten 85 % der Befragten bei den großen Energieversorgern, 91 % bei den Stadtwerken und 80 % im produzierenden Gewerbe, dass die Energiewende einen größeren Einfluss auf die Qualität der Stromversorgung haben wird. Allerdings geht zugleich die Hälfte der befragten Entscheidungsträger davon aus, dass es zu keinen merklichen Beeinträchtigungen der Versorgungsqualität kommen wird.

Besonders stark ausgeprägt ist diese Meinung mit 50 % der Betroffenen in den Fertigungsbetrieben, was vom großen Vertrauen in die Energieversorger und Netzbetreiber zeugt. „Auffallend bei dieser Frage ist, dass ein Viertel der Entscheidungsträger keine Meinung dazu hat“, merkt Kai Strübbe, Leiter des Bereichs Embedded Systems der TÜV Süd AG, an. „Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Thematik der Smart Grids noch nicht überall angekommen ist beziehungsweise noch nicht in ausreichendem Umfang reflektiert wurde.“

Fehlender Schutz gegen Störungen und Angriffe

Das Vertrauen in die Versorgungsqualität hat außerdem zur Folge, dass im produzierenden Gewerbe nur die Hälfte der befragten Unternehmen ausreichend gegen Störungen bei der Stromversorgung geschützt ist. 32 % bewerten ihre Situation als „sicher“, 17 % als „sehr sicher“. Mehr als die Hälfte der Fertigungsbetriebe verfügt über keine technischen oder organisatorischen Gegenmaßnahmen bei Netzstörungen, heißt es in der Untersuchung. Auch in Zukunft wolle nur eine Minderheit der befragten Unternehmen mehr für die Sicherheit tun.

Knapp die Hälfte der Befragten im produzierenden Gewerbe fühlt sich auch gut geschützt gegenüber der Bedrohung durch Schadsoftware oder von Hacker-Angriffen. Bei den großen Energieversorgern halten sich 57 % für gut gewappnet gegen solche Attacken, bei den Stadtwerken sind es 54 %. Zugleich haben allerdings 62 % der Energieversorger (und 33 % der Stadtwerke sowie 42 % der Fertigungsbetriebe) keinen Gesamtverantwortlichen für das Thema IT Security. „Vor allem die Aussagen zur IT Security sehen wir mit großer Sorge“ resümiert deswegen Strübbe. „Denn durch die zunehmende Ausstattung der Stromnetze mit Intelligenz und die Kommunikationsfähigkeit von Smart Grids erhöht sich auch das Risiko für feindliche Angriffe.“

Insgesamt zeigten die Ergebnisse der Studie „Safety & Security in der smarten Energiewelt“, dass die Marktteilnehmer über den Umbau der Stromnetze zu Smart Grids und die möglichen Folgen noch nicht ausreichend informiert sind. „Wir sehen einen eklatanten Widerspruch zwischen der hohen Bedeutung, den die Stromqualität für alle Befragten hat, und den fehlenden Vorkehrungen, um sich gegen mögliche Störungen abzusichern“, wundert sich Strübbe.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 10.04.2013, 08:52 Uhr