• Stadtwerke-Heidelberg-Chef gibt Tipps zum Berufsalltag
  • Alle Tagespreise geben nach
  • Online die rheinland-pfälzischen Solarpotenziale entdecken
  • Lade-Algorithmus besteht Praxistest
  • Rolls-Royce Power Systems spürt wirtschaftliche Erholung
  • Klimaeffekt bei Elektrofahrzeugen "teuer erkauft"
  • Zweitwärmster je gemessener Juli in Europa
  • Nach der Flut klimagerechten Wiederaufbau starten
  • Pfalzsolar bringt App für private Solaranlagen auf den Markt
  • Deutsche Bahn fährt mit Wasserkraft aus Norwegen
Enerige & Management > Windkraft Offshore - XXL-Fundamente für Arcadis Ost 1
Bild: diak / Fotolia
WINDKRAFT OFFSHORE:
XXL-Fundamente für Arcadis Ost 1
Der erste Windpark der Parkwind-Gruppe in deutschen Gewässern macht weitere Fortschritte: Die Belgier haben bei Steelwind in Nordenham 28 riesige Monopile-Fundamente bestellt.
 
Die Dimensionen sind beeindruckend: Die Stahlröhren sind 107 Meter lang, bringen es auf ein Gewicht von jeweils gut 2.000 Tonnen und haben einen Durchmesser von zehn Meter. „Mit dem Einsatz von Monopiles in dieser Größe setzen wir neue Maßstäbe in der Offshore-Windindustrie“, verwies Manfred Dittmer, Deutschland-Repräsentant von Parkwind, auf die Besonderheit dieser „XXL-Fundamente“ für Offshore-Windenergieanlagen.

Die Belgier haben nun bei der Steelwind Nordenham GmbH, einem Tochterunternehmen des saarländischen Stahlunternehmens Dillinger Hütte mit Sitz an der Unterweser, gleich 28 dieser zylindrischen Stahlröhren bestellt. „27 davon sind für die Windturbinen vorgesehen, die wir in unserem Arcadis Ost 1 Projekt errichten wollen, und eine als Fundament für die parkinterne Umspannstation“, erklärte Dittmer bei der Vertragsunterzeichnung. Der Auftragswert liegt nach seinen Worten „im hohen zweistelligen Millionenbereich“.

Mit Bestellung dieser Großkomponenten macht der erste von Parkwind entwickelte Offshore-Windpark in deutschen Gewässern weitere Fortschritte: Parkwind hat bereits bei MHI Vestas 27 Anlagen mit je 9,5 MW und 174 Meter Rotordurchmesser für das Ostsee-Projekt Arcadis Ost 1 bestellt. Die Belgier hatten das Projekt im Frühjahr 2018 vom ursprünglichen Entwickler, KNK Wind, übernommen und von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für das 247-MW-Projekt bei der zweiten Auktionsrunde für die Offshore-Windenergie erhalten.

Das Projekt Arcadis Ost 1, das 19 km nordöstlich der Insel Rügen und innerhalb der Zwölf-Seemeilen-Zone liegt, gehört hierzulande zu den Vorhaben mit dem längsten Vorlauf. Die ersten Planungen hatten bereits vor dreizehn Jahren begonnen - damals noch mit einer angedachten Leistung von rund 350 MW. Zu den früheren Gesellschaftern der Projektgesellschaft zählte unter anderem der Windturbinenhersteller Nordex, der in diesem Projekt erstmals eine zwischenzeitlich angekündigte, später aber nie entwickelte getriebelose Offshore-Windturbine mit 6 MW Leistung potenziellen Käufern präsentieren wollte. Danach plante KNK Wind, eine von Alstom (heute GE-Konzern) entwickelte Offshore-Windturbine erstmals in der Ostsee einzusetzen.
 
28 von diesen Mega-Stahlröhren hat Parkwind bei der Steelwind GmbH bestellt.
Bild: Georg Schreiber
 Mit der Errichtung der Offshore-Windturbinen plant Parkwind im ersten Halbjahr 2022 zu beginnen. „Wenn alles optimal zusammenwirkt, sollten wir es schaffen, mit Arcadis Ost noch vor der Silvesternacht 2022 den ersten Strom zu erzeugen“, erläutert Dittmer den Zeitplan. Das Vorhaben der Belgier ist einer der ersten Offshore-Windparks, die nach dem politisch verursachten „Lockdown“ auf See gebaut wird. Bekanntlich wird durch die frühere Kappung des Ausbauvolumens bei der Offshore-Windenergie und dem Wechsel zu Ausschreibungen bei der Förderung von Mitte 2020 bis Mitte 2022 keine einzige Offshore-Windturbine in heimischen Gewässern in Betrieb gehen.

„Wir freuen uns, dass es uns ist es dieser Situation, die zusätzlich durch die Corona-Pandemie erschwert wird, möglich ist, mit Steelwind Nordenham einen so erfahrenes und kompetentes Unternehmen aus Deutschland mit der Lieferung der Monopiles zu beauftragen und so auch lokale Beschäftigungsimpulse zu schaffen“, betonte Parkwind-Mann Dittmer gegenüber E&M.

Was Niedersachsens Energie- und Umweltminister Olaf Lies gerne hörte. Der SPD-Politiker waren zur Vertragsunterzeichnung aus Hannover nach Nordenham gekommen: „Dieser Auftrag ist ein wichtiges Signal, der zeigt, dass es mit der Offshore-Windenergie hierzulande weitergeht.“ Zwar werde die Bundesregierung das Ausbauziel bis 2020 auf 20.000 MW und bis 2040 sogar auf 40.000 MW erhöhen, betonte Lies, aber „all das sind Vorhaben, die noch auf dem Papier stehen und aktuell noch keine Arbeit bringen.“ Umso wichtiger sei es, Projekte wie Arcadis Ost zu stärken und in Gang zu bringen: „Wir müssen alles daran setzen, die heutigen Beschäftigten in der Offshore-Windindustrie zu halten. Wenn uns das nicht gelingt, sind die Leute nicht mehr da, wenn es bei uns wirklich wieder richtig mit dem Ausbau auf See losgeht.“
 

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 03.07.2020, 16:04 Uhr