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Enerige & Management > Smart Meter - Zayer: "Kundennutzen bei modernen Messeinrichtungen ist gering"
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Zayer: "Kundennutzen bei modernen Messeinrichtungen ist gering"
Viele Energieversorger setzen Ihre Hoffnung auf smarte Geschäftsmodelle mit Zählerdaten. Dazu benötigen die Kunden allerdings intelligente Messsysteme, wie Peter Zayer* unterstreicht.
 
E&M: Herr Zayer, welches Geschäftsmodell im intelligenten Messwesen ist denn in Ihren Augen besonders innovativ?

Zayer: Die Branche redet schon seit Jahren über innovative Geschäftsmodelle. Da hat man alles schon einmal gehört. Aber ein Tarifansatz, den wir später mit dem Zielmodell der Marktkommunikation umsetzen werden, könnte neben den variablen Tarifmodellen mit Steuerungsfunktionen auch ein flächendeckender Prepayment-Tarif sein. Das ist aus meiner Sicht innovativ und entspricht dem Wunsch vieler Kunden, volle Kostenkontrolle zu haben.
 
Peter Zayer: „Es ist durchaus politisch gewollt, dass sich so viele Kunden wie möglich für ein intelligentes Messsystem entscheiden“
Bild: Voltaris/Niels Schubert

E&M: Das geht aber nur mit einem intelligenten Messsystem, nicht mit einer modernen Messeinrichtung, die bei Kunden mit weniger als 6 000 Kilowattstunden Stromverbrauch in der Regel eingebaut wird.

Zayer: Das stimmt. Der Kundennutzen bei modernen Messeinrichtungen ist von der Definition im Messstellenbetriebsgesetz her zunächst sehr begrenzt. Es gibt allerdings eine Kundenschnittstelle, für die wir gerade Zusatzdienste entwickeln. Dazu gehören etwa Visualisierungsbausteine, sodass der Kunde sich über eine Schnittstelle zu einem Display oder einem Rechner seinen Energieverbrauch anzeigen lassen oder aufzeichnen kann. Das war’s dann aber auch schon bei den modernen Messeinrichtungen.

E&M: Dann setzen praktisch alle innovativen Geschäftsmodelle und Dienstleistungen, über die wir derzeit sprechen − sei es netzseitig oder kundenseitig −, ein intelligentes Messsystem voraus?

Zayer: Im Grunde ja. Es ist durchaus politisch gewollt, dass sich so viele Kunden wie möglich für ein intelligentes Messsystem entscheiden. Nur dann besteht voller Kundennutzen und gibt es das breite Angebot an Tarif- und Steuerungsmöglichkeiten bei einem Höchstmaß an Datenschutz und Datensicherheit. Deshalb ist das Messstellenbetriebsgesetz so angelegt, dass wir langfristig zu einem Voll-Rollout von intelligenten Messsystemen kommen.

*Peter Zayer ist Geschäftsführer des Smart-Metering-Dienstleisters Voltaris


Aus dem Zähler wird ein Messsystem
Sogenannte Moderne Messeinrichtungen sind elektronische Zähler, an denen der Stromverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit abgelesen werden können. Die entsprechenden Daten werden für 24 Monate gespeichert. Laut dem Messstellenbetriebsgesetz müssen alle Verbraucher bis zum Jahr 2032 mit Modernen Messeinrichtungen ausgestattet sein. Für den Einbau und den Betrieb der Geräte gilt eine Preisobergrenze von 20 Euro/Jahr.

Moderne Messeinrichtungen, die mit einer Kommunikationseinheit – einem Smart Meter Gateway – versehen sind, werden als intelligente Messsysteme bezeichnet. Die Geräte sind in ein Kommunikationsnetz eingebunden und liefern Daten, die beispielsweise als Grundlage zur Netzstabilisierung oder für datenbasierte Mehrwertdienstleistungen der Energieversorger genutzt werden können. Intelligente Messsysteme müssen bei Verbrauchern mit mehr als 6 000 kWh/Jahr, bei Kunden mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen – beispielsweise Wärmepumpen – und bei Stromerzeugungsanlagen mit mehr als 7 kW installierter Leistung verpflichtend eingebaut werden.

Allerdings können auch Stromkunden mit weniger als 6 000 kWh Jahresverbrauch sich freiwillig ein intelligentes Messsystem einbauen lassen.

 
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