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Enerige & Management > Kleinwind - Der Kleinwindmarkt im Überblick
Bild: DeTec Vision GmbH
KLEINWIND:
Der Kleinwindmarkt im Überblick
Worauf Käufer einer Kleinwindanlage unbedingt achten müssen, erläutert der unabhängige Branchenkenner Patrick Jüttemann.
 
Der Markt für Kleinwindanlagen gleicht aufgrund der hohen Anzahl von Anbietern einem Dickicht. Weltweit lässt sich von über 300 Herstellern mit mehr als 1 000 Anlagentypen ausgehen. Dabei gibt es eine hohe Fluktuation unter den Anbietern.
Was die Suche erschwert, sind die enormen Unterschiede in der Qualität der Anlagentechnik.

Was die Auswahl einer erprobten Kleinwindanlage in Deutschland erschwert: Es gibt für die Hersteller keinen wirtschaftlichen Anreiz, die technische Qualität ihrer Anlagen mit einer anerkannten Zertifizierung zu belegen. In den USA dagegen profitieren Käufer einer Kleinwindkraftanlage beispielsweise von einer attraktiven steuerlichen Abschreibung, sofern die Anlage zertifiziert, das heißt technisch erprobt ist. Deshalb kommt der Betreiber eines Kleinwindrades nicht umhin, vorab dessen Qualität und Marktreife zu prüfen.

Höchstes Qualitätsmerkmal ist eine Vollzertifizierung auf Basis der Norm IEC 61400-2. Mit allem, was dazugehört: Vermessung der Leistungskurve, Sturmsicherheit, Dauerbelastungstest und Schallmessung − vorgenommen von einem unabhängigen Ingenieurbüro.

Auch unabhängige Prüfungen und Freilandtests, die nicht im Rahmen einer offiziellen Zertifizierung erfolgen, sind hilfreich. Wichtig ist, dass der Hersteller offizielle Belege für erfolgreiche Tests vorlegen. Vor allem bei neuen Herstellern, die naturgemäß kaum Referenzanlagen vorweisen können, sind unabhängige Testberichte wichtig.

Auch das Alter eines Herstellers und die Überarbeitung von Modellreihen sind Indikatoren, die in der Regel für die Qualität der Anlagentechnik sprechen. Hersteller, die über zehn Jahre oder länger am Markt sind und ihre Windturbinen im Laufe der Zeit weiterentwickeln konnten, haben sich einen guten Namen gemacht. Aufschlussreich sind auch die Gespräche mit Anlagenbetreibern.

Kleinwindanlagen − Made in Germany

In Deutschland gibt es eine Reihe erprobter Kleinwindkraftanlagen, die nachfolgend vorgestellt werden. Die deutsche Anlagentechnik macht aber nur einen Teil des Marktes aus, da auch diverse ausländische Hersteller hierzulande hochwertige Kleinwindanlagen anbieten.

Leistungsklasse bis 1,5 kW
Mikrowindanlagen mit einer Nennleistung bis 1 500 W werden in der Regel als Batterielader eingesetzt. Beispielsweise auf Segelschiffen, Sendemasten, Mess- und Überwachungsanlagen oder auch im Hobbybereich.

Der Hersteller Superwind aus dem Rheinland ist mittlerweile 15 Jahre auf dem Markt. Das langjährige Erfolgsmodell mit 350 W Leistung hat sich auch an Extremstandorten bewährt. Im Jahr 2018 erfolgte die Markteinführung einer Windturbine mit 1 250 W Leistung.

Die vier Windradmodelle der Marke Aerocraft haben eine Leistung zwischen 120 W und 1 000 W. Die Mikrowindanlagen kommen unter anderem für die Stromversorgung mariner Leuchtfeuer oder von Tsunami-Warnsystemen zum Einsatz.

Leistungsklasse 1,5 bis 10 kW
Anlagen der Leistungsklasse zwischen 1,5 bis 10 kW laufen in der Regel im Netzparallelbetrieb. Typische Betreiber sind kleine Gewerbebetriebe und private Hausbesitzer.

Die Braun Windturbinen GmbH aus dem Westerwald produziert seit 25 Jahren Kleinwindanlagen. Die Braun Antaris wird mit einer Nennleistung zwischen 2,5 und 10 kW angeboten. Die Permanentmagnetgeneratoren stammen aus eigener Produktion und werden auch in anderen Windanlagen eingesetzt.

Der Hersteller Easywind aus Schleswig-Holstein ist seit Anfang der 1980er-Jahre am Markt vertreten. Optisches Merkmal der Windanlage mit 6 kW Leistung sind die vier Rotorblätter. Das Antriebssystem umfasst einen zweistufigen asynchronen Generator.
Heyde Windtechnik aus dem Erzgebirge ist mit Kleinwindanlagen mit einer Leistung von 2,5 bis 6 kW am Markt vertreten. Ein Spezialgebiet ist die Fertigung von Rotorblättern, die auch an andere Hersteller geliefert werden.

Die Gründung von PSW Energiesysteme erfolgte im Jahr 2007. Neben Kleinwindanlagen mit einer Leistung zwischen 5 und 10 kW wird noch eine Anlage mit 15 kW angeboten. Generator und Elektronik sind im Unterbau der Anlage untergebracht. Die mechanische Kraftübertragung erfolgt über eine Aluminiumwelle im Mast.

S&W Energiesysteme aus Hessen ist im Markt mit Windanlagen bis 15 kW Leistung in Erscheinung getreten. Die erste Kundenanlage ging im Jahr 2010 in Betrieb. Die Rotorblätter sind eine Eigenproduktion und deshalb besonders gut auf den Antriebsstrang ausgelegt.

WWA Weinack Windenergieanlagen bietet mit der Falcon 40 seit 2014 eine Kleinwindanlage mit 7,5 kW Leistung an. Der Triebstrang umfasst einen Asynchrongenerator und ein Stirnradgetriebe, sodass die Anlage ohne Wechselrichter synchron zum Stromnetz läuft.

Die Dynamik des Marktes wird durch junge Hersteller geprägt, die ihre Anlagen zurzeit auf freiem Feld testen. Dazu gehört die vertikale Windanlage Vertikon (950 W) des Herstellers DeTec Vision aus Thüringen, die zurzeit auf dem Lichtenegger Testfeld in Niederösterreich steht. Der Hersteller iQron aus Dresden bereitet die Markteinführung einer 5-kW-Windanlage vor.

Leistungsklasse über 10 kW
Ab einer Leistung von 10 kW werden Kleinwindanlagen vorwiegend im gewerblichen Bereich eingesetzt.

Lely Aircon aus Ostfriesland bietet Windanlagen mit einer Nennleistung von 10 und 30 kW an. Die Serienproduktion der 10-kW-Anlage datiert bereits aus dem Jahr 2003. Die hohe Qualität der Anlagentechnik wird durch die Zertifizierung nach den Kleinwindstandards für Großbritannien und für die USA belegt.

In der Vorbereitung des Markteintritts befinden sich Enbreeze aus Berlin mit einer 15-kW-Maschine und Solutions 4 Energy aus Rostock mit einer 30-kW-Anlage. Auch hier müssen die endgültigen Testergebnisse abgewartet werden.


Kleinwind-Marktreport 2018
Die ausführliche Marktschau umfasst kleine Windkraftanlagen mit einer Leistung unter 100 kW. Die Besonderheit des Reports: Auf Basis einer aufwendigen Analyse werden nur hochwertige und erprobte Kleinwindanlagen vorgestellt.
Weitere Informationen unter www.klein-windkraftanlagen.com/marktreport  

 
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Freitag, 10.05.2019, 11:36 Uhr