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Enerige & Management > Europaeische Union - Digitalisierung gefährdet Effizienz-Ziel
Bild: Rechenzentrum_Bild Rolls-Royce Power Systems AG
EUROPAEISCHE UNION:
Digitalisierung gefährdet Effizienz-Ziel
Die EU-Kommission will die digitale Wirtschaft voranbringen, ohne dass der Energieverbrauch der Branche aus dem Ruder läuft.
 

Nach einer Untersuchung der Kommission, die in Brüssel vorgelegt wurde, ist der Energiebedarf der Rechenzentren in der EU von 2010 bis 2018 um nahezu 50 % gestiegen, auf 76,8 Mrd. kWh. Das waren 2,7 % des gesamten Stromverbrauchs. Die Effizienzgewinne der Branche seien durch das starke Wachstum, insbesondere der Cloud-Dienste, mehr als kompensiert worden. Bis 2025 erwartet die Kommission einen weiteren Zuwachs des Stromverbrauchs um mehr als 20 % auf 92,6 TWh. Davon würden 60 % für Cloud-Dienste gebraucht.

Die meisten Datenzentren, über die Cloud-Dienste abgewickelt werden, befinden sich in Nord- und Westeuropa (2018: 82 %), Tendenz: steigend. Der Energieverbrauch der Rechenzentren würde dort bis 2025 sogar um fast 50 % zunehmen, wenn sich die Entwicklung der letzten Jahre fortsetze.

Die Kommission geht aber davon aus, dass der Stromverbrauch der Rechenzentren auf das Niveau von 2010 (54 Mrd. kWh) reduziert werden kann, wenn das vorhandene Effizienzpotenzial vollständig gehoben wird. Eine Verbesserung der Energieeffizienz könnte zum Beispiel durch eine höhere Auslastung der Rechner und/oder eine schnellere Modernisierung der Kunden-Hardware erreicht werden.

Kostenreduzierung könnte Wachstum weiter beschleunigen

Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass die Reduzierung der Kosten Cloud-Dienste attraktiver mache und damit ihr Wachstum beschleunige (rebound effect). Das wiederum würde dazu führen, dass der Energieverbrauch wieder steigt. Um diese Dynamik zu durchbrechen, empfiehlt die Kommission den Mitgliedstaaten eine Reihe von Maßnahmen wie die Entwicklung standardisierter Effizienz-Indikatoren zur Verbesserung der Transparenz.

Eine wichtige Rolle könne eine „grüne Beschaffung“ (GPP: green public procurment) durch die öffentlichen Haushalte spielen, heißt es in der Untersuchung weiter. Bislang sei die Energieeffizienz beim Einkauf von Cloud-Diensten durch öffentliche Körperschaften kein ausschlaggebendes Kriterium. Auch bei der Aufstellung nationaler Aktionspläne zur Verbesserung der Energieeffizienz durch die Mitgliedsstaaten sei der steigende Energieverbrauch der Rechenzentren kein Thema. Einzelne Mitgliedstaaten verfügten zwar über „Fahrpläne“ für die Digitalisierung, Umwelt- und Klimaschutz kämen darin aber nicht vor.

Dabei stünden technische Lösungen durchaus zur Verfügung. So könne die Abwärme der Rechenzentren für Heizungszwecke verwendet werden, die Anlagen selbst könne man in Regionen mit kühlem Klima errichten oder effizientere Kühlsysteme verwenden. Beim Design der Infrastruktur sollte Effizienz eine größere Rolle spielen als bisher.

Ein Patentrezept hat man in Brüssel allerdings nicht. Den Mitgliedstaaten werden eine Reihe von Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz von Cloud-Diensten empfohlen. Die Regierungen und Behörden sollten das Problembewusstsein schärfen, die Transparenz durch Standards und Etikettierung erhöhen oder Zertifizierungssysteme entwickeln. Die Kommission selbst will im Rahmen ihres Klimapaktes ein „cloud rulebook“ vorlegen, in dem die wichtigsten Instrumente und Lösungen zusammengetragen und bewertet werden.


 
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