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Enerige & Management > IT - Erste Etappenziele auf dem Pfad der Digitalisierung
Bild: itestroorig / Fotolia
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Erste Etappenziele auf dem Pfad der Digitalisierung
Ohne große Begleitmusik hat das Bundeswirtschaftsministerium am 8. April das zweite Digitalisierungsbarometer vorgelegt – den Autoren zufolge eine ermutigende Zwischenbilanz.
 
Die spektakulärste Neuigkeit in Sachen Digitalisierung ist schon zwei Monate alt. Mit der sogenannten Markterklärung hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 31. Januar den offiziellen Startschuss für den Rollout intelligenter Messsysteme gegeben, nachdem drei Smart Meter Gateways zertifiziert waren.

Damit hat sich die Perspektive für die Digitalisierung der Energiewende deutlich verbessert. Entsprechend vergeben die Berater und Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young, die den Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende im Auftrag des BMWi verfasst haben, für den Berichtszeitraum 2019 mit 36 von 100 eine deutlich höhere Punktzahl als für das Jahr 2018 (22 Punkte).

Überhaupt wird den Autoren zufolge der Fortschritt bei der Digitalisierung der Energiewende wesentlich vom Messwesen bestimmt. Entsprechend seien auch der reibungslose Rollout moderner Messeinrichtungen, also der elektronischen Basiszähler ohne Kommunikationseinheit, und die sichere Geräteversorgung positiv zu werten. Darüber hinaus gebe es mehr Transparenz und Planungssicherheit beim regulatorischen Fahrplan.

Vor diesem Hintergrund sprechen die Verfasser von einem „Etappenziel“ und einer „ersten ermutigenden Zwischenbilanz“. Mit der Zertifizierung von drei Smart Meter Gateways sei ein „Momentum“ geschaffen, das im laufenden Jahr genutzt werden müsse. Der Pfad zur Digitalisierung der Energiewende sei jedoch weiterhin „komplex und herausfordernd“.

Smart Meter Gateway soll die Plattform für viele neue Geschäftsmodelle werden

Besonders heben sie die Bemühungen um eine Standardisierung der Smart-Meter-Gateway-Architektur hervor. Schließlich soll das Smart Meter Gateway nach den Vorstellungen des Gesetzgebers als zentrale Plattform für zahlreiche neue Geschäftsmodelle dienen. Vor allem soll damit die Blackbox „Niederspannungsnetz“ aufgebrochen werden. Denn gerade diese Spannungsebene wird mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und einer deutlichen Zunahme der Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen noch stärker den Erfolg der Energiewende bestimmen.

Vor dem Hintergrund der komplexen Herausforderungen für die Branche seien „die Aktivitäten im vergangenen Berichtsjahr durchaus positiv zu bewerten“, heißt es im Barometer. Der zeitliche und inhaltliche Leitfaden dafür ist die sogenannte BMWi-/BSI-Roadmap, die die nächsten Schritte bei der Weiterentwicklung der technischen BSI-Standards in Form von Schutzprofilen und technischen Richtlinien aufzeigt.

Allerdings wird nach Überzeugung der Barometer-Autoren der vermutlich langsam anlaufende Rollout intelligenter Messsysteme die Entwicklung profitabler Geschäftsmodelle erschweren. Die potenzielle Kundenbasis sei anfangs zumindest noch sehr begrenzt, so dass entsprechende Angebote kaum wirtschaftlich sein könnten. Ausnahme sei hier sicherlich die Mehrspartenmessung für Liegenschaften, für die ab 2021 Bündelangebote möglich sind.

Ermutigende Signale gibt es auch bezüglich der Neuregelung des § 14a EnWG, die 2020 abgeschlossen sein soll. Die Rechtsnorm ist entscheidend für die künftige Einbindung flexibler Lasten und deren Steuerung in intelligenten Netzen – für die Digitalisierung und die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende eine wesentliche Komponente. Die Einbindung der Letztverbraucher in die Energiewende bleibe dennoch eine Herausforderung. Die mäßige Akzeptanz der verschiedenen Digitalisierungsmaßnahmen habe sich gegenüber dem ersten Barometer kaum geändert, wie eine neue Umfrage bei Gewerbe- und Haushaltskunden zeige.

Für 2020 schreiben die Autoren der Politik und der Branche vier wesentliche Aufgaben auf die To-do-Liste:
  • Die geplante EEG-Reform mit der Fortschreibung des Rechtsrahmens zur Ausweitung des Pflicht-Rollout intelligenter Messsysteme
  • Die Neuregelung des §14a EnWG, vor allem um auf einen starken Ausbau der Ladeinfrastruktur vorbereitet zu sein
  • Die Zuweisung der 450-MHz-Frequenz als Kommunikationslösung an die Energiewirtschaft – ein kritischer Erfolgsfaktor für das Gesamtvorhaben „Digitalisierung der Energiewende“
  • Die zügige Umsetzung des Pflicht-Rollout intelligenter Messsysteme, um neuen Geschäftsmodellen den Weg zu ebnen.

 
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Mittwoch, 08.04.2020, 17:31 Uhr