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Enerige & Management > Vertrieb - 14 Direktvermarkter schlagen Alarm
Bild: Fotolia.com, Photo-K
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14 Direktvermarkter schlagen Alarm
Eine schnelle Einführung eines Regelenergiearbeitsmarktes fordert ein Direktvermarkter-Bündnis. Das jetzige Verfahren führe zu Mehrkosten und einer weiteren Marktkonsolidierung.
 
Mit einem achtseitigen Brandbrief an die Bundesnetzagentur haben 14 Ökostromdirektvermarkter (siehe Kasten unten) die „schnellstmögliche“ Einführung eines vom „EU-Netzkodex Stromausregelung“ vorgesehenen Regelenergiearbeitsmarktes gefordert. Nach Stand der Dinge sieht die Bonner Behörde diesen Schritt erst für das kommende Jahr vor.

Die gemeinsame Initiative – auf die Unternehmen entfällt nach eigener Berechnung mit einem Portfolio von rund 50 000 MW gut zwei Drittel des Marktvolumens – ist eine Reaktion auf die Ende Juli von der BNetzA vollzogene Rückkehr zum reinen Leistungspreisverfahren. Die Bonner Behörde hatte damit auf ihre Niederlage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf reagiert: Nach einer Klage von Next Kraftwerke GmbH verwarf der 3. Kartellsenat am 22. Juli das von der BNetzA im vergangenen Herbst eingeführte Mischpreisverfahren.

Womit neue Probleme begannen. Die Rückkehr zum Leistungspreisverfahren für die Regelenergiebeschaffung führte gleich am ersten Tag (31. Juli) zu einem extremen Preissprung: Die durchschnittlichen Arbeitspreise für die positive Sekundärregelleistung, die von den Übertragungsnetzbetreibern aufgerufen worden sind, lagen bei knapp 22 000 Euro je Megawattstunde. So richtig beruhigt hätten sich diese Preise seitdem nicht, sagt Malte Schwoon, Leiter Energiemanagement bei Statkraft Markets: „Außerdem haben wir seitdem in einigen Viertelstunden vierstellige Preise für die Ausgleichsenergie gesehen, was angesichts der derzeit entspannten Netzsituation völlig unangemessen ist.“

Da nach Worten Schwoons ein Ende des höheren Preisniveaus und „immer häufiger auftretenden Preisspitzen“ nicht absehbar ist, erwartet der Handelsexperte „deutlich höhere Vermarktungskosten für Windenergie- und Solaranlagen, die am Ende auf alle EEG-Produzenten umgelegt werden.“ Was wenig zielführend sei angesichts des politischen Ziels eines weiteren kosteneffizienten Ausbaus erneuerbarer Energien.

Die Befürchtungen des 14er-Bündnisses sind klar: Die hohen Ausgleichsenergiepreise können auf Dauer nur wenige Unternehmen schultern, was deshalb zu „einer Existenzgefährdung zahlreicher Marktakteure“ führen werde. Was konkret nichts anders heißt, als dass die Marktkonsolidierung unter den Direktvermarktern wieder in Gang kommt.

Um kurzfristig zu einer Entspannung bei den Regelenergiepreisen zu kommen, schlägt das 14er-Bündnis einen „Preisdeckel im vierstelligen Bereich“ vor. Außerdem solle die Ausschreibungsmenge für Regelenergieleistung dynamisiert werden und sich an der prognostizierten Residuallast orientieren. „Eine Antwort der Bundesnetzagentur haben wir noch nicht erhalten“, sagt Statkraft-Mann Schwoon. Er könne sich vorstellen, dass die Bonner Behörde den Vorschlag der Preisobergrenze aufgreife: „So etwas gab es schon in Vergangenheit auf dem Regelenergiemarkt.“
Das 14er-Bündnis betonte Schwoon, sei offen für weitere Unternehmen: „Das erhöht unsere Schlagkraft.“ Neben der Bundesagentur haben auch die Fachleute in der Bundestagsfraktionen den Brandbrief erhalten. „Die ersten Reaktionen, die wir erhalten haben, zeigen ein Interesse an dem Thema, was uns hoffen lässt.“Das 14er-Bündnis:
  • Alpiq
  • Centrica
  • Danske Commodities
  • Getec Energie
  • MVV Energie
  • Natgas
  • Nordgröön Energie
  • Quadra Energy
  • Stadtwerke München
  • Statkraft Markets
  • Sunnic Lighthouse
  • Trianel
  • WET Wind Energy Trading
 

 
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Dienstag, 20.08.2019, 16:56 Uhr