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Enerige & Management > Wirtschaft - Alpiq schreibt zum dritten Mal in Folge rote Zahlen
Bild: Fotolia.com, caruso13
WIRTSCHAFT:
Alpiq schreibt zum dritten Mal in Folge rote Zahlen
Im dritten Jahr in Folge hat der schweizerische Stromproduzent und Energiedienstleister Alpiq Verluste eingefahren. Sie liegen mit 252 Mio. Euro vier Mal so hoch wie 2018.
 
Vor einem Jahr hatte Alpiq umgerechnet rund 60 Mio. Euro Nettoverlust ausgewiesen. Auch der Umsatz war rückläufig: Er fiel um 22 % auf 3,08 Mrd. Euro (2018: 4,9 Mrd. Euro). Ein Minus verzeichnete Alpiq ebenfalls beim bereinigten Ergebnis vor Steuern und Sondereinflüssen (Ebitda): 99,4 Mio. Euro bedeuten einen Rückgang um 36,1 % (vormals 155 Mio. Euro).

Dieses erneut negative Geschäftsergebnis hat das in Luzern ansässige Unternehmen einkalkuliert. Alpiq befindet sich am Ende einer Konsolidierungsphase und erwirtschaftet nach dem Verkauf der beiden letzten tschechischen Kraftwerke im August vergangenen Jahres keine Erlöse mehr aus der Braunkohle. Negativ in der Bilanz schlug zudem der Geschäftsbereich Wasserkraft und Kernenergie in der Schweiz zu Buche. Hier schreibt Alpiq trotz einer gesetzlich geregelten Marktprämie mit minus 24 Mio. Euro rote Zahlen.

Interimschef drängt Regierung zur Strommarktöffnung

Der vorübergehend die Geschäfte führende Verwaltungsratspräsident Jens Alder kritisiert die Schweizer Regierung für das nach wie vor fehlende Abkommen, das den Verkauf der im Land produzierten Energie (vor allem Wasserkraft) ins europäische Ausland erleichtert. Zudem beklagt Alder, dass die Politik von der Energiewirtschaft eine führende Rolle beim Umbau des Energiesystems verlange, sie „schafft aber gleichzeitig ungenügende Investitionsanreize für die Erneuerung und den Zubau von neuen Wasserkraftwerken“.

Für das Jahr 2020 erwarten die Schweizer die Trendwende hin zu einer „Erholung des Ergebnisses“. Der Optimismus speist sich einerseits aus der Erwartung, dass die Strompreise im kommenden Jahr steigen. Interimschef Alder verweist dabei auf die bis zu drei Jahre im Voraus in Schweizer Franken abgesicherten Strom- und CO2-Preise, die sich „auf den Grosshandelsmärkten positiv auf das Ergebnis auswirken“.

Internationale Stromproduktion ist wichtigstes Standbein

Zudem rechnet das Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien (außer Wasserkraft) und im internationalen Energiehandel weiter mit guten Geschäften. So ist der Geschäftsbereich der internationalen Stromproduktion aus konventionellen und erneuerbaren Energieträgern mit rund 83 Mio. Euro (Ebitda) erneut das wichtigste Standbein von Alpiq. Positiv entwickelten sich die Erlöse der grünen Energien aus Wind onshore, Sonne und kleinen Wasserkraftanlagen.

Insgesamt lieferte das Unternehmen den europäischen Großkunden in Europa rund 40 Mrd. kWh Energie bei 2.500 Megawatt installierter Kapazität. Der Blick auf die Stromproduktion zeigt, dass der mit dem Ausstieg aus der Braunkohle begonnene Weg zur grünen Energieproduktion noch ein weiter ist. Von insgesamt produzierten 15,4 Mrd. kWh Strom (2018: 14,5 Mrd.) entfällt der Löwenanteil mit 5,4 Mrd. kWh auf thermisch-konventionelle Kraftwerke in Italien, Spanien, Tschechien (bis August) und Ungarn, gefolgt von inländischer Kernkraft (5 Mrd. kWh). Wasserkraft kommt in der Schweiz auf 4,3 Mrd. kWh. Grünstrom aus Wind, Sonne und Kleinwasserkraft schlägt international mit 562 Mio. kWh bei 326 MW installierter Leistung zu Buche.

Auch im Jahr 2019 baute Aldiq seine Verbindlichkeiten auf nunmehr 193 Mio. Euro ab (2018: 232 Mio. Euro), die Eigenkapitalquote verbesserte sich um gut sechs Punkte auf 49,8 %. Das insgesamt verlustreiche Jahr führt dazu, dass die Aktionäre erneut keine Dividende erhalten werden. Seit dem Konsolidierungskurs ist die Anzahl der Beschäftigten stark geschrumpft: Waren 2015 noch 8345 Menschen für Alpiq tätig, sind es aktuell noch 1226.

 
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Montag, 02.03.2020, 13:42 Uhr