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SPEICHER:
Aus Strom wird Gas
Die reichlich mit Windkraftanlagen bestückten Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden jetzt auch zum Versuchsfeld für innovative Stromspeichertechnik.
 

„Wenn in Zukunft erneuerbare Energien die Stromversorgung dominieren, müssen große Mengen Strom langfristig gespeichert werden, um längere Perioden mit wenig Wind und Sonne zu überbrücken", sagt Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena). Das wissen auch Windparkbetreiber.

Derzeit entsteht in Grapzow bei Demmin in Mecklenburg-Vorpommern die „aktuell größte Windstromelektrolyseanlage in Deutschland", berichtet Marcus Heinicke von Wind-Projekt, einem nordostdeutschen Windparkentwickler aus Börgerende bei Rostock. Bis zum Jahresende soll sie betriebsbereit sein.

Es ist schon die zweite Anlage in Nordostdeutschland, die Windstrom per Elektrolyse und Wasser zu Wasserstoff umwandeln und damit speicherfähig machen kann. Bereits im letzten Jahr wurde das Hybridkraftwerk der Firma Enertrag in Prenzlau fertiggestellt. Dort wie auch in Grapzow wird der produzierte Wasserstoff in Tanks gebunkert und kann bei Bedarf in einem Blockheizkraftwerk zu Strom zurückverwandelt werden.

Dass der Strom in einem weiteren Schritt zu erneuerbarem Erdgas verwandelt werden kann, haben schon im Jahr 2009 Techniker der Solarfuel GmbH, des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in einer kleinen Versuchsanlage in Stuttgart gezeigt. Sie nannten ihre Systemlösung Power to Gas (PtG) - und die elektrisiert seither die Energiebranche.

Ihr besonderer Charme besteht darin, dass der egentliche Speicher für den umgewandelten Strom, das Gasnetz und über 40 unterirdische Großspeicher für Erdgas, schon vorhanden ist und nicht erst gebaut werden müsste.

Nur die Verfahrensschritte Elektrolyse und Methanisierung, die den Strom zu Gas machen, müssen noch weiter entwickelt werden. Denn bislang ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Power to Gas nicht im Entferntesten erkennbar. Alle entstehenden Anlagen sind deshalb erst einmal als Pilot- und Demonstrationsprojekte angelegt.

Pilotanlagen in ganz Deutschland

Die dena hat, um die Idee der Stromspeicherung im Erdgasnetz weiterzuentwickeln, schon im letzten Jahr eine Strategieplattform Power to Gas ins Leben gerufen, die Akteure aus der Wirtschaft (Eon, EnBW, EWE, Gazprom Germania, GDF Suez, RWE, Steag, Thüga, VNG, Siemens, Solarfuel, Viessmann, Volkswagen), aus Verbänden (BDEW, DVGW) und aus der Forschung (Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Fraunhofer IWES, Ludwig Bölkow Systemtechnik, ZSW) zusammenführt. „Damit die Energiewende gelingt, müssen wir heute die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Speichertechnologien wie Power to Gas auch zur Verfügung stehen, wenn wir sie brauchen", begründet Geschäftsführer Kohler das Engagement.

Die Demonstrationsprojekte in Grapzow und Prenzlau bleiben indes nicht die Einzigen in den östlichen Bundesländern. Der Eon-Konzern will im brandenburgischen Falkenhagen eine PtG-Pilotanlage bauen und die Gasag-Tochter Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) überlegt, in Berliner eine kleine Versuchsanlage zu installieren.

Darüber hinaus entsteht im niedersächsischen Werlte einen PtG-Anlage, in der Audi demonstrieren will, dass sich erneuerbares Gas aus Windstrom nicht nur als Stromspeicher, sondern auch als Autotreibstoff eignet. Partner in Werlte ist der Oldenburger Versorger EWE, die Bauarbeiten begannen im Juli.

Der Anlagenbauer Solarfuel errichtet außerdem zusammen mit dem ZSW und Fraunhofer IWES eine PtG-Anlage in Stuttgart, die zehnmal leistungsfähiger ist als die Versuchseinrichtung, die das Thema Power to Gas ins Rollen brachte.

Bei der dena geht man davon aus, dass bis 2020 Anwendungs- und Technologieforschung die PtG-Aktivitäten dominieren werden. Parallel dazu sollten Marktmechanismen, Investitions- und Rahmenbedingungen entwickelt werden, um einen Einsatz in großem Maßstab zu ermöglichen. Nach 2020 werde es dann darum gehen, Investitionsbereitschaft für die neue Speichertechnik zu schaffen, prognostiziert Geschäftsführer Kohler.


 
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Dienstag, 14.08.2012, 15:32 Uhr