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Enerige & Management > Unternehmen - BASF möchte Schiefergasboom in USA nutzen
Bild: Fotolia.com, Minerva Studio
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BASF möchte Schiefergasboom in USA nutzen
Anlässlich der diesjährigen Bilanzpressekonferenz sagte Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF AG, man müsse das Thema Fracking „ganz nüchtern angehen“.
 
Wenn die vorgesehenen Umweltverträglichkeitsprüfungen zu einem positiven Ergebnis kommen sollten, und Bock sieht keinen Grund, warum dies nicht der Fall sein sollte, könne die Methode auch zur Anwendung kommen. „Wir brauchen aber Rechtssicherheit“, so Bock, der auf eine Versachlichung der Diskussion hofft. Er warnte davor, Fracking dürfe nicht zu einem neuen Angstthema werden und wies darauf hin, dass der Konzern schon viele Jahre Öl- und Gasförderung in Deutschland betreibe.

Der BASF-Chef äußerte sich zunächst etwas vorsichtig: „Wir wollen gerne testen, was in Deutschland überhaupt möglich ist“. Dabei sei neben wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten natürlich auch die gesellschaftliche Akzeptanz zu berücksichtigen.

Im Hinblick auf die Äußerung von Bundesumweltminister Altmaier, er sehe nicht, dass Fracking in absehbarer Zeit zur Anwendung kommen könne, sagte Bock: „Wir haben die Reserven in Deutschland. Warum sollen wir das Geld ins Ausland überweisen, wenn wir im eigenen Land Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen können?“

Angesichts des Schiefergasbooms in Nordamerika und des damit einhergehenden Gaspreisverfalls dort sieht Bock durchaus Wettbewerbsverschiebungen und die Gefahr, dass Deutschland und Europa schleichend an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Die sich in den USA bietenden Chancen werde BASF nutzen. „Wir überlegen auch weitere Investitionen, die erdgasbasiert sind, bei denen wir davon ausgehen müssen, dass wir langfristig erhebliche Rohstoffkostenvorteile in Nordamerika haben werden und auf diese Weise unseren Chemieverbund weiter stärken können.“

Im Öl- und Gasgeschäft wird sich BASF künftig ganz auf die Upstream-Seite konzentrieren. Von Statoil wird der Konzern Anteile an produzierenden Feldern in der Nordsee erwerben. Die Kooperation mit Gasprom bei der Öl- und Gasförderung in Westsibirien soll ausgebaut werden. Im Gegenzug veräußert BASF ihren 50prozentigen Anteil an der Wingas und damit das Gashandels- und Speichergeschäft an den russischen Partner. Mit der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu dieser Transaktionen rechnet Bock im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres, so dass sie rückwirkend zum 1. April wirksam werden könne.

Mit den Erträgen aus Exploration und Produktion von Öl und Gas ist BASF außerordentlich zufrieden und das Geschäft der Wintershall entwickle sich weiter sehr erfreulich. Gerade sei auch in Argentinien eine Regelung mit der Regierung bezüglich der künftigen Exploration von Gas gefunden worden.

Zum Ergebnis der BASF nach Steuern tragen das Öl- und Gasgeschäft rund ein Viertel bei. So ermögliche diese Sparte, in die auch rund ein Viertel der Investitionen fließen, die Schwankungen im eher zyklischen Chemiegeschäft auszugleichen. BASF sei allerdings kein Energieriese mit angeschlossener Chemikalienabteilung, sondern ein Chemieunternehmen mit einem gut geführten Öl- und Gasgeschäft, auf dass der Konzern sehr stolz sei, und dass er weiter entwickeln wolle. Hinsichtlich der Geschäftszahlen zeigte sich der Vorstandschef zufrieden. Die BASF habe sich im letzten Geschäftsjahr gut behauptet, trotz eines Umfeldes, das sich ungünstiger präsentiert habe, als erwartet. Bei Umsatz und Ergebnis der Betriebstätigkeit seien die Spitzenwerte des vergangenen Jahres übertroffen worden.

BASF 2012 in Zahlen:
Umsatz Gesamtkonzern: 78 729 Mio. Euro (+ 7,1 %)
Ergebnis (Ebitda): 12 516 Mio. Euro (+ 4,4 %)
Gewinn (Jahresüberschuss): 4 879 Mio. Euro (-21,3 %)
Mitarbeiter: 113 262 (+ 1,9 %)
Umsatz Oil & Gas: 16 700 Mio. Euro (+ 38,6 %)
Jahresüberschuss Oil & Gas: 1 201 Mio. Euro (+ 12,9 %)

Der Konzerngewinn ging insbesondere wegen hoher steuerlicher Belastungen der Ölförderung in Lybien und sinkender Chemieerträge zurück. Im Jahr davor hatte sich der steuerfreie Verkauf von Anteilen an K + S positiv niedergeschlagen.

 
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Mittwoch, 27.02.2013, 15:34 Uhr