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ENERGIETECHNIK:
Brennstoffzellen-Branche denkt ans Geldverdienen
Das Themen Wasserstoff und Brennstoffzellen wird in diesem Jahr einer von sieben Schwerpunkten der Leitmesse Energy der Hannover Messe sein.
 
Als Mittelpunkt des Auftritts der Brennstoffzellenbranche in Hannover hat sich der internationale Gemeinschaftsstand „Hydrogen + Fuel Cells“ in Halle 18 etabliert. In diesem Jahr werden sich voraussichtlich etwa 90 Aussteller aus rund 20 Nationen präsentieren. Bei Brennstoffzellen sei eine zunehmende Kommerzialisierung feststellbar, so die Messegesellschaft. Ein wichtiger Trend in diesem Bereich sei die Miniaturisierung von Systemen durch höhere Leistungsdichten.

Organisiert wird der Gemeinschaftsstand wieder vom Fair PR-Team um Arno A. Evers aus Starnberg, das weltweit mit Veranstaltungen zum Thema Brennstoffzellen auftritt. Der Gemeinschaftsstand in Hannover sei „die größte und internationalste Ausstellung der Welt zum Thema Brennstoffzellen“, so Evers. „Industriedesignte Brennstoffzellensysteme“ verdrängten auf den Messeständen immer mehr die Prototypen. „Wir werden sehen, dass der erklärte Wille, mit dieser Technologie nun auch Geld zu verdienen, eine immer größere Rolle spielt“, meint der Organisator. In diesem Jahr seien Komponentenhersteller und Zulieferer stark vertreten, die Autoindustrie dagegen nicht mehr präsent. „Der Transport als Anwendungsbereich für die Brennstoffzelle fällt etwas zurück“, so die Beobachtung von Evers.

Interessant an der Brennstoffzellenszene sei, dass „kleine Firmen technologisch den Global Playern ebenbürtig sind“. Dennoch vermisst Evers ein wenig die Kreativität. Er setzt immer noch darauf, dass die Brennstoffzelle in Anwendungen den Durchbruch schaffen werde, an die heute noch niemand denkt. Der Reiz dieser Technik liegt seiner Ansicht nach in den Anwendungsmöglichkeiten für Mobilität und Dezentralität. Die Vorstellung, Brennstoffzellen nur als künftige Energieerzeuger zu betrachten, hält er „für zu begrenzt gedacht“  Langfristig sinnvoll sei die Anwendung in der Energieversorgung nur mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff.

Die Frage, wie weit „Wasserstoff + Brennstoffzellen auf dem Weg zur Kommerzialisierung“ sind, erörtert eine messebegleitende internationale Konferenz am 12. April, bei der Firmenvertreter aus Island, Japan, USA, Europe, China, Kanada und Argentinien über den Status Quo informieren. Unter anderem werde Dinghuan Shi, ein hochrangiger Regierungsvertreter aus China werde über die Energiepolitik sowie die Wasserstoff- und Brennstoffzellenstrategie in seinem Land berichten, kündigt Evers an. Nach den Vorträgen könne die Diskussion darüber auf dem Gemeinschaftsstand in Halle 13 fortgesetzt werden. Unternehmen und Institutionen seien in aller Regel durch wichtige Entscheidungsträger in Hannover vertreten. Auch das mache die Ausstellung für die Fachbesucher so attraktiv.

In Hannover ihr Stelldichein geben werden auch Brennstoffzelleninitiativen aus mehreren Bundesländern und Forschungseinrichtungen. Die Initiativen, die sich inzwischen in den meisten Bundesländern gegründet haben verfolgen das Ziel, die Anwendung der Brennstoffzellentechnik voran zu bringen. Die Vielzahl der Initiativen beobachtet Evers durchaus mit gemischten Gefühlen. Obwohl er sich natürlich über viele Stände in Hannover freut, müsse er feststellen, dass „die Eigeninteressen der Länder noch zu groß für einen gemeinsamen Auftritt“ seien.

Erstmals präsentiert sich auf dem Gemeinschaftsstand „Hydrogen + Fuel Cells“ die erst 2004 gegründete Landesinitiative Brennstoffzellen Niedersachsen. Für die Jahre 2004 bis 2007 stehen der Initiative rund 18 Mio. Euro zur Verfügung. Etwa 9,5 Mio. Euro der Mittel kommen vom Land Niedersachsen, 8,5 Mio. Euro übernimmt die Wirtschaft. Auf der Messe sollen Technologiepartnerschaften zwischen Hochschulen und der Wirtschaft sollen angebahnt und durch Bildung neuer Netzwerke unterstützt werden.

In Hannover vertreten ist auch die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen, ein seit 2002 bestehender Zusammenschluss von Unternehmen, Hochschulen und Institutionen. Sie versteht sich als Netzwerk von Kompetenzträgern der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Mitglieder sind unter anderen Infraserv Höchst, Buderus Heiztechnik, Messer Griesheim, die Fachhochschule Wiesbaden, das ISET Institut für Solare Energieversorgungstechnik der Uni Kassel und der Deutsche Wasserstoff-Verband. Die Aktivitäten in Südwestdeutschland werden in Hannover durch die Forschungs-Allianz Brennstoffzellen Baden-Württemberg vertreten.

Das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff Nordrhein-Westfalen tritt in Hannover zwar nicht auf dem Gemeinschaftsstand auf, ist aber ebenfalls in Halle 18 präsent. Mehr als 300 Firmen und Forschungseinrichtungen arbeiten in diesem Netzwerk an zukunftsfähigen Lösungen für die Energieversorgung. Rund 50 Mio. Euro Fördermittel wurden in den letzten Jahren vom Land NRW und der Europäischen Union für 53 Brennstoffzellenprojekte aufgewendet, die ein Gesamtvolumen von über 100 Mio. Euro haben. Nordrhein-Westfalen habe sich mit seinen Aktivitäten auf dem Gebiet Brennstoffzellen inzwischen die Spitzenstellung unter den Bundesländern in Deutschland erarbeitet, meint Arno Evers.

Die Brennstoffzellen- und Wasserstofforschung wird in Hannover durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt aus Stuttgart, die FH Wiesbaden, die Forschungszentren Karlsruhe und Jülich, mehrere Fraunhofer Institute und das HIAT Hydrogen Institute of Applied Technologies aus Schwerin vertreten sein. Auch das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg aus Ulm präsentiert sich bei der Messe.

Vorstellen wird sich in Hannover auch die European Hydrogen Association aus Brüssel. Als ihre Aufgabe betrachtet die EHA die Förderung der Entwicklung der Wasserstofftechnologie und ihres Einsatzes bei industriellen, gewerblichen und privaten Anwendungen auf dem Gebiet der Energie. Dem Verband gehören sechs nationale Verbände, die Association Française de l´Hydrogène, die Associazione Italiana Idrogeno e Celle a Combustibile, das Norsk Hydrogenforum, das Swedish H2 Forum, der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband und die Spanish Hydrogen Association sowie sechs Unternehmen (Air Liquide, Air Products, BOC, Norsk Hydro, EHN, Shell Hydrogen) an. Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband wird auch selbständig mit einem eigenen Stand vertreten sein; ebenso die Initiative Brennstoffzelle, ein Zusammenschluss von Energieversorgern, die Brennstoffzellen testen, und Geräteherstellern.

Ihre führende Stellung werden in Hannover Gerätehersteller und Anlagenbauer aus dem deutschsprachigen Raum unterstreichen, die Brennstoffzellen für die stationäre Energieversorgung entwickeln. Gespannt sein darf man auf den erstmaligen Auftritt der Konzernschwestern Siemens Power Generation und Siemens Westinghouse, die auf keramische Brennstoffzellen setzen und schon seit längerem baldige Marktreife ihre Blockheizkraftwerk-Systeme versprechen. Als derzeit führender deutscher Hersteller bei der Entwicklung größerer Blockheizkraftwerke wird in Hannover erneut die MTU CFC Solutions GmbH aus Ottobrunn bei München auftreten. Präsentieren will das Unternehmen speziell Anwendungsmöglichkeiten ihrer HotModule-Brennstoffzellen mit Biogas und Klärgas als Energieträger, kündigt Kai Klinder an, seit Anfang des Jahres Vice President Marketing and Sales bei MTU CFC Solutions GmbH und davor sechs Jahr lang im Projekt „Brennstoffzellen-Heizgerät“ bei Vaillant aktiv. Interessantes aus dem Bereich der Membranherstellung werden von der Pemeas GmbH erwartet.

Stark vertreten werden in Hannover auch die Unternehmen sein, die sich die Produktion von Brennstoffzellen-Heizgeräten für die Versorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern zum Ziel gesetzt haben. Dabei sein wollen die Sulzer Hexis  AG aus Winterthur, die Vaillant GmbH aus Remscheid und der Entwicklungspartner von RWE und Bosch-Buderus, die Firma IdaTech aus den USA, die sich – wie jüngst bekannt wurde – mit ihrer ersten europäischen Außenstelle in Herten niederlassen will. Die Linde AG aus Höllriegelskreuth bei München wird über moderne Wasserstoffproduktion berichten und die Perspektiven für den Energie-(Hoffnungs)-träger der Zukunft vorstellen.

 
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Montag, 28.02.2005, 11:55 Uhr