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EMISSIONSHANDEL:
CER-Ausschüttung: LCD-Bildschirme sorgen für Klimaschutz
Zwischen dem 11. und dem 17. Juni 2012 hat der Exekutivrat des Clean Development Mechanism insgesamt 4 534 796 zertifizierte Emissionsgutschriften ausgegeben.
 
Damit hat der Zertifikatezufluss im Vergleich zur Vorwoche wieder etwas zugenommen. In der 23. Kalenderwoche waren knapp 3 Mio. Emissionsrechte an 28 Projekte ausgegeben worden.

Auf dem ersten Platz der aktuellen Ausschüttungsrunde landet ein Grubengas-Projekt im Anthrazit-Bergwerk der Jincheng Bergbau-Gruppe in Sihe in der chinesischen Shanxi-Provinz. In dem Kraftwerk mit einer Leistung von 120 MW wurden 60 Gasmotoren von Caterpillar aufgestellt, deren Abgase in Abhitzekesseln Dampf erzeugen und damit vier Dampfturbinen antreiben. Die Anlage ist die größte ihrer Art und konnte im 1. Halbjahr 2010 Emissionen in Höhe von 1 858 769 t CO2-Äquivalent einsparen. Die ausgegebenen Emissionsgutschriften gehen an zahlreiche Energieversorger, Industrieunternehmen, Fonds, Broker und Banken sowie Ministerien und Behörden in Finnland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, Holland, Norwegen und Schweden. Aus deutscher Sicht haben sich die Deutsche Bank und der Essener Kraftwerksbetreiber RWE Power an dem Projekt beteiligt.

In Israel werden die bei der Herstellung von Magnesium entstehenden Emissionen von Schwefelhexaflurid (SF6) reduziert. SF6 gilt als das stärkste bekannte Treibhausgas und ist etwa 22 800mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid. Die israelische Firma Dead Sea Magnesium hat den Projektentwickler EcoTraders mit ins Boot genommen, der eine entsprechende CDM-Methodologie dazu entwickelt hat. Im Jahr 2011 konnten dadurch Emissionen über 265 172 t CO2-Äquivalent vermieden werden. Die dafür ausgegebenen Zertifikate gehen an die CitiGroup Global Markets Ltd.

Der britisch-irische Projektentwickler EcoSecurities erhält 230 307 Zertifikate aus einem Energieeffizienzprojekt, mit dem der Stromverbrauch bei der Mangan-Legierung in einem südafrikanischen Industrieunternehmen reduziert wird. Die Emissionsgutschriften wurden für den Zeitraum vom 1. Mai 2010 bis zum 30. April 2011 ausgegeben.
Weitere 219 220 Emissionsgutschriften bezieht die RWE Supply & Trading Switzerland S.A. aus ihrer Beteiligung an dem Windpark Shangyi Longyuan, in dem 100 Windanlagen mit einer Leistung von jeweils 1,5 MW installiert wurden. Die Emissionsrechte wurden für den Zeitraum vom 8. November 2010 bis zum 30. Juni 2011 ausgegeben.

Das US-Handelsunternehmen J. Aron & Company und der Projektinvestor CM Capital Markte Holding S.A. haben aus ihrer Beteiligung an dem brasilianischen Wasserkraftprojekt „Pedra do Cavalo" (162 MW) insgesamt 224 667 CER erwirtschaftet, die für den Betrieb der Anlage in den Jahren 2007 bis 2010 ausgeschüttet wurden.

Der südkoreanische Elektronikkonzern LG beseitigt im Rahmen eines CDM-Projektes die bei der Herstellung von LCD-Displays anfallenden SF6-Emissionen. Das Schwefelhexaflurid dient bei der Produktion von Halbleiter-Bauteilen als Ätzgas und kann bei hohen Temperaturen von mehr als 1 200 °C abgebaut werden. In der Atmosphäre wäre dieser Prozess nur durch energiereiche UV-Strahlung möglich und würde dann rund 3 200 Jahre dauern. In der CDM-Maßnahmen werden die für die Belüftung der LCD-Herstellung verwendeten Gase in die Anlage zur SF6-Beseitigung eingeleitet, um dort möglichst energieeffizient die für den Spaltungsprozess erforderlichen Temperaturen zu erzeugen. Für den Betrieb der Anlage zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 30. April 2011 erhält der am Projekt beteiligte Climate Change Capital Carbon Fund II S.a.r.L. insgesamt 197 984 CER zugeteilt.

Die übrigen Projekte, die in der vergangenen Woche Emissionsgutschriften erhalten haben, bekamen jeweils weniger als 150 000 Zertifikate zugeteilt. Von ihnen sind zwölf Projekte in China und vier in Indien beheimatet. Je ein Projekt steuern Costa Rica, Honduras und Südkorea bei. Aus deutscher Sicht können der Chemiekonzern BASF SE und die bundeseigene KfW-Bank Emissionsrechte aus ihrer Beteiligung an einem Wasserkraftwerk in China beziehen. Die 10 603 zugeteilten Zertifikate müssen sie sich aber mit verschiedenen Ministerien und Unternehmen aus Belgien, Finnland, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, der Schweiz und Spanien teilen.

CER-Status
Mit den in der vergangenen Woche hinzugekommenen Zertifikaten steigt die Zahl der durch das UNFCCC ausgegebenen Emissionsgutschriften auf aktuell 953 399 523. Die 4 235 registrierten CDM-Projekte können in der Summe 602 054 975 t CO2-Äquivalent pro Jahr sparen. Jährlich kommen noch rund 10,7 Mio. Emissionsrechte aus den 107 Vorhaben hinzu, die derzeit auf ihre Projektregistrierung warten.

 
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Dienstag, 19.06.2012, 11:29 Uhr