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Enerige & Management > Klimaschutz - CO2-Preis, neue Kultur und Effizienz
Bild: kav777, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
CO2-Preis, neue Kultur und Effizienz
Energiewende und Klimaschutz – das geht nur mit Energieeffizienz und Sektorkopplung und einem CO2-Preis, der die richtigen Investitionen anreizt.
 
„Wir brauchen einen CO2-Preis weltweit“, das habe die Weltklimakonferenz in Bonn gezeigt, sagt Thorsten Herdan, Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium auf dem Kongress der Deutschen Energieagentur (Dena). Sonst gebe es keine Chance, Unternehmen davon abzubringen, weiter in fossile Technologien zu investieren. „Ohne CO2-Preis wird das ganze Thema den Bach runtergehen – und auch die Energieeffizienz“, betont Herdan.

Diese Ansicht hat sich in der Politik noch nicht voll durchgesetzt: Die Grünen sind dafür, wie Vize-Fraktionschef Oliver Krischer bekräftigt, CSU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer hält „nichts von einer nationalen CO2-Steuer“. Im Gegensatz dazu setzen sich inzwischen führende Industrievertreter für einen CO2-Mindestpreis ein.

Zu ihnen gehört auch Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka. Der Konzern setzt auf eine Klimaschutzstrategie – nicht nur bei der Stromerzeugung. „Die Fernwärme muss dekarbonisiert werden“, betont Hatakka. Er ist überzeugt: „Das ist machbar, wenn man den Mut dazu hat, diesen Weg zu gehen.“ Der erste Schritt dazu sei der Ausstieg aus der Kohle. Zuerst ersetze man sie bei Vattenfall durch Gas.

Neue Rollen mit vernetztem Denken

Der Dena-Kongress trägt in diesem Jahr mit dem Titel „Agenda für die integrative Energiewende“. Dena-Chef Andreas Kuhlmann betont: „Integrative Energiewende ist viel komplizierter als nur die Sektoren zu koppeln. Da geht es um Infrastrukturen, Märkte, Kundenverhalten – das sind kommunizierende Röhren.“ Und um neue Rollen, wie Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender des Wohnungskonzerns Vonovia, erläutert: Optimal seien energieautarke Quartiere, „und das heißt, wir müssen Energieversorger werden“.

Gleichzeitig müssen Energiefirmen nicht nur über die Versorgung von Gebäuden nachdenken, „sondern noch eine Etage drauf bauen“, und die nach neuesten Standards, unterstreicht Michael Lowak, CEO der Getec Wärme und Effizienz-Gesellschaft. Gunnar Hermann, Vorstandsvorsitzender der Ford-Werke in Köln, sagt: „Wir wollen uns vom Automobilhersteller zum Mobilitätsanbieter entwickeln.“ Mit der Elektromobilität werde „die Energieversorgung auf einmal großer Bestandteil des Business“.

Lowak verweist auf das „Hochleistungsnetz“ von Elektro-Tankstellen, das Ford zusammen mit Daimler und VW aufbauen will. Und darauf, dass die Veränderungen nicht einfach sind: „Das neue Denken ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig. Wir müssen uns öffnen, unsere Größe anders nutzen und Partnerschaften eingehen.“

Anderes Fördersystem für Effizienzmaßnahmen in Unternehmen

BMWi-Abteilungsleiter Herdan treiben die Probleme um, die Energieeffizienz in der Industrie zu steigern. „Die Industrie reagiert nur darauf, wenn man das Kerngeschäft adressiert“, sagt er. Aber die Abwärmenutzung sei kein Kerngeschäft. Deshalb müsse man sehen, wie man die Contractoren in die Unternehmen bekomme.

Herdan glaubt zudem, dass man eine andere Förderung für Energieeffizienzmaßnahmen in der Industrie braucht. Die Förderung müsse so sein, dass der return-of-invest in drei Jahren erreicht werde. Ihm schwebt ein „Beihilfesystem ähnlich wie bei den erneuerbaren Energien“ vor, damit die Unternehmen sich zu Effizienzinvestitionen entscheiden. „Das müssen wir in Brüssel deutlich machen.“

 
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Montag, 20.11.2017, 16:33 Uhr