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CONSULTING:
Controlling und Kooperationen im Trend
Gerade bei den kleinen und mittleren Stadtwerken sorgt die Regulierung zunehmend für ein Umdenken: Bereiche wie das Controlling, die früher vielerorts eher ein Schattendasein führten, stehen jetzt im Fokus. Auch die IT ist nicht mehr unbedingt eine Aufgabe, die man tunlichst im eigenen Haus behält: Kooperationen scheinen die Lösung der Stunde zu sein, so zumindest die Beobachtungen des Ulmer Beratungshauses Visos.
 

War der Aufbau eines „Shared Service“, einer Abteilung, in der gemeinsame Aufgaben wie Buchhaltung oder IT gebündelt werden, zunächst nur der Königsweg bei der Umsetzung des Unbundling im eigenen Hause, gehen jetzt mehr und mehr Stadtwerke dazu über, sich ihren Service auch untereinander zu teilen. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur um den gemeinsamen Betrieb eines Rechenzentrums. „Nach unserer Beobachtung versuchen gerade kleine und mittlere Unternehmen verstärkt, auch durch das ‚Teilen’ der Kompetenzen zusätzliche Synergieeffekte zu erschließen“, so Bernd Schmid, Berater bei der Visos GmbH in Ulm.

Der Grund dafür ist nicht nur der zunehmende Kostendruck. Denn die Welt der Energieversorger ist auch durch das Energiewirtschaftsgesetz und die Regulierung zunehmend komplexer geworden. In der Folge sind die Anforderungen an die Softwaresysteme gestiegen, und damit auch an den Anwender. Kooperationen helfen hier, da man das Know-how für die Betreuung der Systeme so nur einmal und an einer Stelle vorhalten muss. Das hat aber auch Folgen für die Organisation: „Wirtschaftlich sind solche Kooperationen nur, wenn die Beteiligten nicht völlig unterschiedliche Geschäftsprozesse haben, sondern sich auch hier einander anpassen“, erläutert Schmid.

Aus diesen Gründen erfreut sich die IT-nahe Organisationsberatung derzeit auch einer besonders großen Nachfrage. „Ging es im vergangenen Jahr in erster Linie darum, die eigene Organisation fit für das Unbundling zu machen, fragen derzeit immer mehr Stadtwerke-Kooperationen an, die dabei sind, eine gemeinsame IT-Infrastruktur aufzubauen und deswegen auch ihre Prozesse entsprechend anpassen müssen“. Ein Trend, der nach Schmids Ansicht auch noch anhalten wird. Denn die von der Bundesnetzagentur gesetzte Übergangsfrist bis Oktober 2009, innerhalb der die Nutzung einer gemeinsamen IT-Lösung für Netz und verbundene Lieferanten möglich bleibt, gibt vielen Stadtwerken die nötige Atempause, um ein wirtschaftliches Konzept für die Umsetzung der Prozessregulierung zu entwickeln.

Ähnliche Prozesse vereinfachen die Kooperation

Kostendruck und vor allem auch die komplexen Anforderungen des Regulierungsmanagements haben aber auch dazu geführt, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen derzeit stark in den Ausbau des Controllings investieren. „Die Unternehmen haben gemerkt, dass für ein effizientes Regulierungsmanagement dieselben Werkzeuge benötigt werden wie für ein durchgängiges Controlling“, so die Beobachtung von Bernd Schmid. So rückt das Controlling, das in vielen Unternehmen früher eher ein Schattendasein fristete, plötzlich in den Mittelpunkt. Auch hier verschaffen sich viele Unternehmen das nötige Know-how durch externe Berater. „Spürbar ist auch bei diesem Thema, dass vor allem eine IT-nahe Beratung nachgefragt wird. Denn die Informationsanforderungen der Regulierungsbehörden sind ohne Software-Unterstützung nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand zu bewältigen“, betont Schmid.

Ein wesentliches Problem dabei ist zudem, dass die Daten auf Plausibilität geprüft werden sollten, bevor sie an die Regulierungsbehörden weitergegeben werden. Und man sollte sichergehen, dass es immer die gleichen Informationen sind, und nicht jedes Mal andere. Eine Aufgabe, die ohne ein zentrales Management der Datenflüsse kaum leistbar ist. Auch dies ist im Übrigen ein Faktor, der die Unternehmen vermehrt zur Zusammenarbeit treibt. Denn gerade die kleineren Stadtwerke haben in der Regel weder das Know-how noch das Budget, die entsprechenden Softwaresysteme alleine einzuführen und zu betreiben.

Der transparente Blick auf die Kosten gewinnt aber auch im Zuge der Anreizregulierung immer mehr an Bedeutung. „Früher haben sich fast ausschließlich die großen Unternehmen der Branche die Mühe gemacht,  Prozesskosten verursachergerecht zuzuordnen. Bei der Mehrzahl der Unternehmen wurden die Kosten dagegen nur grob nach Schlüsseln zugeordnet“, beschreibt Schmid die Entwicklung. Dies kehrt sich derzeit um. Denn ohne eine genaue, verursachergerechte Zuordnung der Kosten und entsprechende Kalkulationsrichtlinien lässt sich die kommende Anreizregulierung kaum bewältigen.

Nachgefragt werden deswegen derzeit speziell auch Berater mit spezifischen Kenntnissen in der Prozesskostenrechnung. „Die transparente Sicht auf alle Kosten wird gerade bei den kleinen und mittleren Stadtwerken zunehmend zu einer Überlebensfrage“, fasst Schmid zusammen. „Nur wer weiß, was ein Zähleraustausch oder ein Kundenwechsel genau kostet, und welche Abläufe mit den einzelnen Kosten direkt zusammenhängen, kann daran gehen, diese Abläufe zu optimieren und so effektiv die Kosten senken.“  

Uwe Pagel


 
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Mittwoch, 19.07.2006, 10:22 Uhr