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Enerige & Management > IT - Datenflut intelligent managen
Bild: Henry Czauderna - Fotolia
IT:
Datenflut intelligent managen
Energieversorger müssen sich der digitalen Revolution stellen und selbst Innovationstreiber werden. Einen Weg zeigt Hartmut Entrup*.
 
Mehr Marktteilnehmer, mehr Kommunikation, mehr Daten, mehr Geschäft? Die intelligenten Stromnetze der Zukunft werden von erheblich wachsenden Mess- und Prozessdaten geprägt und auch abhängig sein. Das intelligente Management und die Nutzung dieser Daten werden zum Schlüsselfaktor für erfolgreiche Marktbearbeitung. Dabei behaupten sich jene Marktplayer, die die Potenziale der wachsenden Digitalisierung der Branche gewinnbringend für sich, aber auch für ihre Kunden nutzen können. Energieversorger müssen in Zukunft also mit höchster Flexibilität als „Energiedienstleister“ in smarten Wertschöpfungsnetzwerken agieren. Dazu benötigen sie Strategien und Lösungen, wie sie mit Hilfe ihrer eigenen Ressourcen von der „Datenflut“ der neuen smarten Märkte profitieren können.

Sicher ist: Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung verlieren nicht nur etablierte Geschäftsmodelle, die bisher den Unternehmenserfolg gesichert haben, an Profitabilität, sondern ganze Geschäftsbereiche stehen auf dem Prüfstand. Energieversorger sollten die gewonnenen Marktdaten deswegen in Zukunft nutzen, um bestehenden Kunden vernetzte Dienstleistungen anzubieten und mit neuen Services neue Kunden zu gewinnen. Speziell für Vertriebsgesellschaften auf dem Energiemarkt werden dabei die so genannten „Mehrwertdienste“ ein entscheidender Baustein sein, um sich neue, lukrativere Geschäfts- und Servicemodelle für Privat-, Gewerbe- und Industriekunden zu erschließen.
 
Produktbündel schnüren
 
Mehrwertdienste sind Dienstleistungen und Flexibilitätsprodukte, die auf Basis vernetzter Komponenten in einer Kommunikationsinfrastruktur über die ursprünglichen Leistungen hinaus angeboten werden können. Stadtwerke können damit viel mehr als „nur“ Strom, Gas oder Wasser verkaufen. Sie erweitern ihr Portfolio des reinen Energievertriebes um neue Serviceangebote und bieten ihren Kunden dann vernetzte Dienstleistungen, so genannte „Produkt-Bundles“, im Bereich der Elektromobilität, der autarken Energieerzeugung oder der Energieeffizienz an. Unter dem vieldiskutierten Stichwort „Smart Services“ managen sie damit die Autarkie und Energieeffizienz der Endverbraucher.

Einen wesentlichen Treiber für neue und innovative Services bilden intelligente Messsysteme. Mit dem im Sommer 2016 vom Bundestag beschlossenen Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende werden Smart Meter ab 2017 in Deutschland flächendeckend zum Einsatz kommen – und damit ein weiterer neuer und entscheidender „Enabler“ des digitalen „Energiemarkts 2.0“ sein.

Aber auch mit neuen Versorgungsmodellen wie dem Mieterstrommodell können Energieversorger ihre Marktposition sichern und die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Beim Mieterstrommodell installiert und betreibt das Stadtwerk für den Kunden in dessen Keller ein Blockheizkraftwerk und/oder eine Photovoltaikanlage auf dessen Dach, wobei in der Kombination neben der Wärme auch Strom produziert wird. Das Stadtwerk verkauft diesen dann an die Mieter weiter – was eine höhere Rendite für den Energievertrieb und einen niedrigeren Strompreis für den Kunden ergibt. Die Mieter verbrauchen den eigenerzeugten Strom dann direkt, ihr Energieliefervertrag läuft aber weiterhin beim Energievertrieb des Stadtwerkes über einen entsprechenden Mieterstromvertrag.
 
Datenplattform ermöglicht neues Geschäft 
 
Um die Datenflut nutzen zu können, müssen zunächst die Systeme für das Messen, Analysieren, Steuern und Regeln zusammenspielen. Daraus kann dann im Anschluss eine Vielzahl digitaler Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Internet of Things (IoT)- und Big-Data-Plattformen ermöglichen in Verbindung mit dem Internet die automatisierte Koordination und intelligente Steuerung tausender Einheiten zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch. Auf Basis solcher Plattformen lassen sich deshalb digitalisierte, datengetriebene Geschäftsmodelle realisieren, mit denen die Flexibilität in Geschäftsprozessen und Märkten erheblich gesteigert wird. Das Fundament einer IoT-Plattform liegt im Daten- und Device-Management. Hierüber werden die vernetzten Geräte, Produkte und Maschinen verwaltet und die Daten verarbeitet.

Arvato Systems unterstützt Energiedienstleister bei der Umsetzung digitalisierter Geschäftsmodelle und hat dafür eine modulare und skalierbare IoT- und Big-Data-Plattform entwickelt. Diese Smart-Energy-Plattform bietet energiewirtschaftliche Lösungen für Marktteilnehmer (insbesondere für klassische Energieversorger), damit diese die Herausforderungen der Energiewende in Zukunft erfolgreich meistern können. Einzelne Serviceprodukte, wie etwa Energieeffizienz- oder Smart-Meter-Anwendungen, lassen sich problemlos auf der Plattform abbilden, ohne dafür mehrere individuelle Software-Systeme anschaffen zu müssen.

Hierzu werden sämtliche Massendaten aus den Bereichen Energieproduktion, Energieverteilung und -verbrauch mithilfe der Plattform analysiert; die technischen Anlagen sind dazu mit Überwachungs- und Steuerungskomponenten ausgestattet. Dank der integrierten Big-Data-Technologie lassen sich Daten aus unterschiedlichen Quellen, wie beispielsweise Wetter-, Sensor-, technische Anlagen- und Verbrauchsdaten, sammeln, aufbereiten und effizient auswerten. Das ermöglicht es, das Erzeugungs- und Lastmanagement verlässlich nach prognostizierter Einspeisung und Verbräuchen zu optimieren. Energieversorger, denen mit neuen Geschäftsmodellen die Balance zwischen Flexibilität und Stabilität gelingt, werden auch im schnelllebigen digitalen Energiesystem der Zukunft bestehen können.
 
* Hartmut Entrup, Business Development Manager Utilities, Arvato Systems, Gütersloh

 
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Montag, 05.12.2016, 10:13 Uhr