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SCHWEIZ:
Einspeisegesetz: Herausforderung für Ökostrom-Markt
Ab 2008 werden für Ökostromerzeuger in der Schweiz umgerechnet rund 200 Mio. Euro pro Jahr per Einspeise-Gesetzgebung bereitgestellt. Bisher hatte sich dieser Markt nur durch individuelle Förderung entwickelt.
 

Die Einführung der kostendeckenden Einspeisevergütung in der Schweiz soll den Ökostrommarkt "noch besser" erschließen. Auf diesen Standpunkt stellt sich Cornelia Brandes, Geschäftsführerin des in Zürich niedergelassenen Vereins für umweltgerechte Elektrizität (VUE). Sie hofft damit auf eine "Fortsetzung der Erfolgsgeschichte", zu der die Aktivitäten des VUE als einer Zertifizierungsorganisation für "naturemade basic" und "naturemade star" entschieden beigetragen haben. Während "basic" für regenerative Energie steht, garantiert die "star"-Beglaubigung eine Förderung des Zubaus von Ökostromanlagen und der Ökologisierung bestehender regenerativer Energieanlagen. Glaubt man den Forschern des eidgenössischen Wasserforschungsinstituts EAWAG, handelt es sich dabei um mit Abstand Europas strengstem Ökostrom-Siegel. Das spielt dann eine Rolle, wenn auch regenerative Energie qualitativ betrachtet wird: Etwa für Großwasserkraftwerke, die per se nicht einfach als ökologisch verträglich betrachtet werden dürfen.

Der Qualitätssicherungsverein VUE wird von Elektrizitätsfirmen wie Umweltverbänden gleichermaßen finanziert. Bereits dieses einvernehmliche Vorgehen ansonsten "natürlicher" Widersacher ist ein Alleinstellungsmerkmal, das es so nur in der Schweiz gibt. Nur der "Nordost"-Block der von Kantonsregierungen gesteuerten Axpo-Gruppe ignoriert das "Naturemade"-Label mit dem Einwand, das Modell sei wenig wirksam. Dagegen sind die BKW FMB Energie AG, das Stadtwerk der Stadt Zürich (ewz), die Services Industriels de Genève (SIG) sowie Rätia Energie beim VUE an führender Stelle beteiligt. Zu Anfang engagierte sich auch die EOS Holding AG, die sich heute mehr auf die Entwicklung des europäischen Ökostrom-Zertifikate-Handels konzentriert. Von Seiten Natur- und Umweltschutzverbände kooperieren der WWF Schweiz und Pro Natura, welche mit den BKW FMB Energie AG bei der Entwicklung des "star"-Hydrostromes aus dem Kraftwerk Aarberg eng einbezogen waren.

Für den VUE stellt die Einführung der gesetzlichen Einspeisevergütung eine besondere Herausforderung dar. Vereinspräsident Conrad Amman, im normalen Job Geschäftsleiter des Zürcher "ewz", setzt sich trotz der neuen Vorrangregelung und Einspeisegesetzgebung dafür ein, die Initiativen der Pionier-Industrie dauerhaft zu sichern und, "wo möglich", auszubauen. Beachtlich: Die Schweizer Ökostromkunden bezahlen teilweise happige Aufpreise zum Normaltarif, die bei Solarstrom bis 60 Ct/kWh reichen. Das funktioniert nur bei einem besonderen Vertrauensverhältnis zum Stromlieferanten. Gleichwohl verbuchte der VUE eine Steigerung zertifizierten Stromes von 3 500 GWh im Jahr 2000 auf aktuell mehr als 10 000 GWh.

Wie auch immer sich der Ökostrommarkt entwickelt, für die Pioniere ist es "zu spät" - wenn sie auch begrüßen, dass "endlich" etwas geschieht. So äußert sich Eric Nussbaumer, Geschäftsführer eines der raren unabhängigen Ökostromerzeuger im Land, der in Liestal niedergelassenen Adev Energiegenossenschaft. Der sozialdemokratische Energiepolitiker und Adev-Präsident Rudolf Rechsteiner jubelt: "Dank der erkämpften Einspeisevergütung findet der Ökostrom endlich ein Stück mehr Beachtung, die er schon lange in diesem Land verdient hätte."


 
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Montag, 12.11.2007, 08:54 Uhr