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Enerige & Management > Stadtwerke - Enercity gliedert Netzgesellschaft aus
Bild: Jonas Rosenberger / E&M
STADTWERKE:
Enercity gliedert Netzgesellschaft aus
Die Enercity AG in Hannover spaltet sich durch die Ausgründung einer großen Netzgesellschaft in zwei Unternehmen – das soll mittelfristig Millionen Euro einsparen.
 
Im Rahmen der Strategie Enercity 4.0 stellen sich die früheren Stadtwerke Hannover neu auf und bringen die regulierten Strom- und Gasnetze in die Enercity Netz GmbH ein. Die Ausgliederung betrifft rund 1 200 Beschäftigte und bedeutet quasi eine Spaltung des kommunalen Versorgers, der aktuell 2 328 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Strom- und Gasnetze, die circa 20 % des Anlagevermögens ausmachen, werden stufenweise an die neue Gesellschaft übertragen. „Wir wollen mit diesem Schritt mittelfristig eine Verbesserung des Ergebnisses in zweistelliger Millionenhöhe erzielen“, berichtete Vorstandschefin Susanna Zapreva bei der Vorstellung der Quartalszahlen in Hannover.
 
Ausgliederung auf Druck der Netzagentur
 
Die Beschäftigten im technischen Bereich waren bisher im Auftrag der schon 2006 gegründeten Enercity Netzgesellschaft tätig, die jedoch nur aus zwei Geschäftsführern bestand. Mit dem Eintrag ins Handelsregister werden sie nun in die hundertprozentige Enercity-Tochter überführt.

Die Umgründung soll zum 1. August erfolgen, die Netze rückwirkend zum 1. Januar übertragen werden. Der Aufsichtsrat habe den Plan bereits einstimmig abgesegnet. Künftig werde man dann eine Konzernbilanz vorlegen.

„Die Mitarbeiter gehen mit allen Rechten über und wir schreiben gemeinsam mit der Gwerkschaft Verdi neue Tarifverträge“, erklärte Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz. Auch die Gewinne daraus sollen in Zukunftsinvestitionen fließen – in Digitalisierung und grüne Fernwärme, aber auch in den Ausbau der Stromnetze. Ein vor Kurzem in Kraft getretener Haustarifvertrag sichert bisher die Arbeitsplätze der Enercity-Angestellten für die kommenden zehn Jahre.

„Wichtigster Grund für die Unternehmensspaltung ist die Regulierung durch die Bundesnetzagentur“, erläutert Finanzvorstand Marc Hansmann. Die Behörde lege nicht nur die Netzentgelte fest, sondern zwinge die Unternehmen – basierend auf der EU-Verordnung zum Unbundling – durch Kürzung der Erlöse auch zu mehr Effizienz und Kostennachweisen.

Mit der Umorganisation herrsche nun Transparenz und eine klare Zuordnung, so dass ein Großteil der Personalkosten von der Netzagentur anerkannt werde, so Hansmann. Andere Stadtwerke seien diesen Weg bereits gegangen.
 
Pilotprojekt Berlin zeigte erste Erfolge
 
„Wir haben erstmals seit der Marktöffnung wieder Kundengewinne und konnten auch im Konzessionsgebiet die Zahlen stabilisieren“, berichtete Zapreva über die Entwicklung der letzten Monate. So setzte Enercity bei einem Pilotprojet in Berlin voll auf Digitalisierung und konnte per Web und App mit dem Slogan „Hashtag kannste Dir sparn“ Kunden in der Zielgruppe der jüngeren Generation gewinnen.

Wenn die ersten 10 000 Neukunden erreicht seien, wolle man die Zahlen veröffentlichen, so Zapreva. Ab Juli 2018 sollen weitere deutsche Großstädte ins Visier genommen werden, um 100 Prozent Ökostrom und klimaneutrales Erdgas zu vermarkten – ohne die üblichen langen Vertragslaufzeiten.
 
E-Mobilitätsangebote bei Enercity gut angelaufen
 
Auf großes Interesse sind bei Enercity die im März gestarteten E-Mobilitätsangebote gestoßen. So wurden nach eigenen Angaben 145 Ladepunkte an Privat- und Geschäftskunden verkauft. Ab Juli bietet Enercity eine Ladestation in Verbindung mit einer Flatrate an, mit der europaweit Ladestationen genutzt werden können.

Erfolgreich sei man auch bei der Beantragung von Fördermitteln für den Ausbau der halböffentlichen Ladeinfrastruktur. Im Rahmen des zweiten Förderaufrufs der Bundesregierung gebe es Zusagen für 218 Ladepunkte, 54 seien bereits schriftlich bewilligt. Auch bei der Umstellung von Fahrzeugflotten auf Elektroantrieb im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 bis 2020“ sei Enercity aktiv.

Mit den wirtschaftlichen Kennzahlen im ersten Quartal zeigte sich das Unternehmen hoch zufrieden. Der Umsatz ist gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 12,1 % auf 741,1 Mio. Euro gestiegen. Das Ergebnis erhöhte sich um 11,7 % auf 61,1 Mio. Euro. „Wir gehen unseren Weg beim Unternehmensumbau unbeirrt weiter, machen auch im Handel Marge und investieren kräftig“, hieß es.

Durch den Verkauf des Steinkohle-Kraftwerks Mehrum und die Investition in den Windparkbetreiber Ventotech habe man den Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung auf 33,2 % steigern können. Auch bei der Wärmeerzeugung verzeichnet der erneuerbare Anteil mit 26,5 % einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr (22,1 %).

Beim Ausblick verkündete die Vorstands-Chefin, dass Enercity zum Jahresende das Ergebnis um rund 46 % auf 110 Mio. Euro steigern werde. Damit komme man dem Ziel, das Ebit bis 2025 zu verdoppeln wieder einen Schritt näher.

 
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Freitag, 25.05.2018, 11:04 Uhr